Traunreuter Belegschaft im Ausstand

Coca-Cola zu Streik: "Haben gutes und faires Angebot unterbreitet"

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Traunreut - Der Standort wird bald geschlossen, doch die Coca-Cola-Arbeiter in Traunreut sind solidarisch mit ihren Kollegen, die für bessere Löhne kämpfen: Der Betrieb wird am Donnerstag bestreikt.

Update, 11.25 Uhr: Statement von Coca-Cola

"Wir haben ein gutes und faires erstes Angebot unterbreitet. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben einen 2. Verhandlungstermin am 24. April 2017 vereinbart.

In der ersten Runde der Tarifverhandlungen Ende Januar wurde seitens Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP DE) eine Entgelterhöhung von durchschnittlich 2,5 Prozent angeboten. Das Angebot setzt sich zusammen aus einer Entgeltsteigerung von 1,3 Prozent, einer Erhöhung des Urlaubsgeldes auf 900 Euro und einer Steigerung des Arbeitnehmerzuschusses zur Altersvorsorge um 200 Euro. Diese weiteren Leistungen entsprechen einer zusätzlichen Erhöhung von im Schnitt 1,2 Prozent.

Brigitte Faust, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der CCEP DE: 'Dieses Angebot ist aus unserer Sicht eine klare Basis für die weiteren Verhandlungen. Um auch zukünftig im hart umkämpften Markt für alkoholfreie Getränke in Deutschland zu bestehen, haben wir nur begrenzten Spielraum für Entgelterhöhungen. Vor diesem Hintergrund ist unser erstes Angebot angemessen und würdigt die Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zudem tragen wir mit der Erhöhung der Altersvorsorge einer wichtigen Forderung der Gewerkschaft Rechnung.'"

Pressemitteilung Coca-Cola European Partners

Update, 10 Uhr:

Im Mai wird das Logistikzentrum von Coca-Cola in Traunreut aufgelöst, trotzdem ist die Belegschaft solidarisch mit den Kollegen des Getränkekonzerns: Mehr Lohn fordert man nicht nur deshalb, um nach Abzug der Inflation ein kleines Plus auf dem Konto zu haben, sondern auch, weil die Produktivität immer mehr steigt: "Tendenziell steigt die Produktivität trotz einer geringeren Anzahl an Beschäftigten", so Georg Schneider von der NGG Rosenheim - ein weiterer Grund, warum den Arbeitern mehr zustehen solle. 

Eine neue Arbeitsstelle hat der überwiegende Teil der 22-köpfigen Belegschaft noch nicht gefunden.

Fotos: Streik bei Coca-Cola in Traunreut

Im Video äußerst sich der stellvertretende Betriebsratschef des Traunreuter Standorts auch zur Situation bei Siteco:

Unser Artikel vom Donnerstagmorgen:

1,3 Prozent mehr Lohn hat die Arbeitgeberseite bei den Tarifverhandlungen angeboten: Ein "Magerangebot", wie es von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten heißt - deshalb wird am Traunreuter Coca-Cola-Standort am Donnerstag von 7 bis 16 Uhr gestreikt. Die Gewerkschaft will eine Erhöhung aller Löhne um 160 Euro und der Lehrgehälter um 100 Euro.

Deutschlandweit baut Coca-Cola 480 Arbeitsplätze ab

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Auch bei der Belegschaft von Siteco/Osram Traunreut brodelt es

Bereits im Herbst kündigte Coca-Cola an den Standort in Traunreut schließen zu wollen. Zum 1. Juni ist Schluss, 22 Arbeiter müssen gehen. Nicht nur der Traunreuter Standort ist betroffen, insgesamt baut Coca-Cola 480 Arbeitsplätze deutschlandweit ab. "Wir werden uns erhobenen Hauptes und aus Solidarität mit den verbleibenden Kolleginnen und Kollegen für eine gerechte Entgelterhöhung einsetzen", so der Betriebsratsvorsitzende Frank Buschmann.

Coca-Cola ist das größte Getränkeunternehmen in Deutschland. In den letzten Jahren wurde die Zahl der Beschäftigten sowohl in Europa als auch in Deutschland nach Gewerkschaftsangaben drastisch reduziert: Vor zehn Jahren arbeiteten noch 12.000 Beschäftigte in Deutschland für den Konzern, heute seien es ungefähr 8000. "Die Arbeitsbelastung für die verbleibenden Beschäftigten ist stark angestiegen, da der Volumenausstoß weiterhin stetig steigt", so die Gewerkschaft.

Was kommt danach aufs Gelände?

Was nach Abzug von Coca-Cola auf dem Gelände an der Werner-von-Siemens-Straße entsteht ist noch nicht entschieden. Bisher wurden vom Stadtrat lediglich bestimmte Nutzungen ausgeschlossen: Keine Wohnbebauung und keine Händler mit innenstadtrelevanten Waren bzw. mit Produkten der Nahversorgung.

*Fotos vom Streik folgen*

xe

Quelle: chiemgau24.de

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