Manche sehen es auch als Chance

Droht dem TuS Traunreut die Auflösung?

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Traunreut - Noch immer hat der Verein keinen gefunden, der den Vorstandsposten übernehmen will - im Extremfall droht die Auflösung. Manche sehen dies aber sogar als Chance...

Claudia Schmid, die Vorsitzende des TuS Traunreut sowie die Schatzmeisterin Christine Grafetstätter werden bei den Neuwahlen der Vorstandschaft des TuS Traunreut am 28. April definitiv nicht mehr kandidieren. „Tine und ich sind raus!“, erklärte die Vorsitzende bei einer Abteilungsleitersitzung in der TuS-Sportplatzgaststätte. 

So geht es jetzt weiter

Nachdem ein Interessent aus den Reihen des Vereins seine Bewerbung wieder zurückgezogen hat, sucht der größte Sportverein der Stadt Traunreut händeringend nach einem neuen Vorstand. Sollte sich bei den Neuwahlen kein Bewerber finden, der dieses Amt übernehmen würde, müsste der amtierende Vorstand in den kommenden sechs Monaten den Verein kommissarisch weiterführen. 

Im Oktober müssten dann erneut Neuwahlen anberaumt werden. Sollte die Vorstandsposition auch dann nicht besetzt werden können, droht dem Verein die Auflösung. Das würde bedeuten, dass der Verein mit all seinen Liegenschaften dann an die Stadt Traunreut fallen würde. 

2200 Mitglieder in 15 Abteilungen

Claudia Schmid, die ebenso wie Christine Grafetstätter seit 20 Jahren in der Vorstandschaft sitzt und seit 2009 den 2200 Mitglieder starken Verein vorsteht, bedauerte die Situation. Leider stehen die Bewerber nicht Schlange, weiß die Vorsitzende. Man habe alles versucht, in den eigenen Reihen einen Nachfolger zu finden doch überall nur Absagen bekommen. 

„Die Größe der Aufgabe hat offensichtlich abgeschreckt“, so Schmid. Um den Verein doch noch vor einer Auflösung zu bewahren, appellierte sie inständig an die Vertreter der insgesamt 15 Abteilungen: „Bitte sprecht die Leute an!“ Der oder die Kandidatin müsste nicht zwingend aus den Reihen des Vereins stammen. „ Es wäre schade und traurig, wenn es mit dem größten Stadtverein nicht weitergehen würde“, so Schmid. 

Chance für Fusion der Fußballvereine?

Sollte der Extremfall eintreten mit der Folge, dass der Verein an die Stadt falle, wäre dies in den Augen einiger Abteilungsleiter nicht ganz abwegig. „Ich wäre gar nicht so abgeneigt, wenn die Stadt den Verein übernehmen würde“, sagte der Fußballabteilungsleiter Markus Tesche. Es sei ohnehin eine Frage der Zeit, dass die vier großen Stadtvereine fusionieren, um sich künftig über Wasser halten zu können. 

In der Fußballjugendarbeit werde bereits eine Fusion angestrebt, so Tesche. Auch die Tennischefin Christl Hofmann erklärte, dass sie sich eine Übernahme durch die Stadt immer mehr vorstellen könnte. Sie beklagte die finanzielle Situation der Tennisabteilung. „Wir müssen zum Beispiel Plätze schließen, weil wir uns es finanziell nicht mehr leisten können.“ 

Neuwahlen Ende April

Holger Dudla von der Leichtathletik-Abteilung warnte davor, dass im Falle einer Übernahme durch die Stadt diese dann auch entscheiden könnte, was mit den Anlagen passiert. Die aktuell amtierende Vorstandschaft setzt sich aus Claudia Schmid (1. Vorsitzende) sowie aus ihren Stellvertretern Christine Grafetstätter (Schatzmeisterin) und Siegried Strasshofer (Baureferent) zusammen. Gitti Strohmayer (Beisitzerin/Sportwart) Leo Stork (Pressereferent) und Günther Nietsch (Ehrenmitglied) komplettieren die gewählte Vorstandschaft. 

Schmid und Grafetstätter hatten in der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr erklärt, dass sie aus gesundheitlichen und privaten Gründen bei den Neuwahlen 2017 nicht mehr kandidieren werden. Gegenüber der Presse erklärte Schmid, dass es auch keiner Überredungskünste bedarf. Sie höre definitiv auf. Das gleiche gelte auch für ihre Mitstreiterin Christine Grafetstätter. ga Bildtext Der TuS Traunreut verfügt über ein großes Sportgelände und Liegenschaften. Dem größten Sportverein im Stadtgebiet fehlt es aber an einer künftigen Führungskraft. Ende April stehen die Neuwahlen der Vorstandschaft an, für die es augenblicklich keine Kandidaten gibt.

ga

Quelle: chiemgau24.de

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