Bürgermeister reagiert auf große Leser-Umfrage

"Wir sind eine Aussiedlerstadt - und darauf bin ich stolz!"

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Traunreut - Über 16.000 Stimmen wurden beim großen Voting abgegeben, was prima läuft und was nervt in der Stadt. Wir haben mit Bürgermeister Klaus Ritter über die Ergebnisse gesprochen. 

Traunreuts Bürgermeister Klaus Ritter.

Als eine Art "Bürgerversammlung online", nur mit eher jüngeren Publikum, kann man unsere große Stadt-Umfrage zu Traunreut sehen: 16.344 Stimmen wurden abgegeben, Mehrfachnennungen waren erlaubt. "Die Traunreuter haben die Stadt größtenteils so eingeschätzt, wie es wirklich ist", so Bürgermeister Ritter im Gespräch. Hier die genauen Ergebnisse.

Die negativen Punkte: Was könnte besser sein?

"Schlechtes Sicherheitsgefühl"

1211 Stimmen - und damit die meisten in der Umfrage - erhielt der Punkt "Schlechtes Sicherheitsgefühl". Ritter hält dagegen: "Das ist eine gefühlte Kriminalität. Die Fakten sehen anders aus" - und damit liegt der Bürgermeister nicht falsch: Eine Statistik der Polizei zeigt, dass auch in Relation zur Bevölkerungszahl beispielsweise in Trostberg oder Traunstein 2016 mehr Straftaten zu verzeichnen waren.

"Die vielen Nationalitäten in unserer Stadt sind mit ein Grund für die relativ niedrige Kriminalität", so Ritter: "Konflikte regeln sich von selbst, auch weil man im Betrieb am Band jeden Tag zusammen arbeitet." Auch während des Jugoslawien-Krieges in den 1990er-Jahren habe es in Traunreut keine Konflikte gegeben. "Wir sind eine Aus- und Übersiedlerstadt und darauf bin ich stolz. Mia san mia! Das ist unsere Kultur", so der Bürgermeister.

Image

Mehr junge Bands im K1? Eine Möglichkeit für Ritter.

Trotzdem haftet der Stadt nicht das beste Image an (935 Stimmen). "Mit unserem neuen City-Manager wird sich das ändern. Er soll die guten Nachrichten aus der Stadt herausstellen", so Ritter über die neue Stelle, die noch heuer im Rathaus besetzt wird. Auch ein neues Logo und neue Imagebroschüren hat sich die Stadt bereits zugelegt - sie zeigen Traunreut als moderne Industriestadt. Auch das K1 könnte künftig für junges Publikum attraktiver werden, womöglich verstärkt durch junge Bands.

1200 der 1700 Sozialwohnungen im Landkreis wurden in Traunreut gebaut.

Wie keine andere Stadt im Landkreis ist Traunreut auch vom sozialen Wohnungsbau geprägt: Der Grundstein dafür wurde vor vielen Jahrzehnten vom Landkreis gelegt. Von den 1845 Sozialwohnungen im Kreis wurden 1200 davon in Traunreut gebaut - "da tragen wir die Hauptlast." 

Zu wenig Grün

Die Grünfläche an der Ecke Salzburger Straße/Münchner Straße wird zum Park umgestaltet.

Dass die Stadt nicht sonderlich "grün" ist, ist unbestritten (639 Stimmen): "Das liegt auch daran, weil einfach der Rathausplatz nicht mehr grün ist, so wie früher", schätzt Ritter. In kleinen Schritten versuche die Stadt dem entgegenzuwirken, durch den neuen Park an der Ecke Salzburger Straße/Münchner Straße zum Beispiel, oder durch die neue Ruheinsel mit den Kunst-Bänken des Gymnasiums an der Marktstraße. 

Das Lohs-Grundstück: Ein Beispiel für den Widerspruch von Grünflächen und innerstädtischem Wohnen.

"Aber wir wollen natürlich auch das innerstädtische Wohnen forcieren und in der Stadt neuen Wohnraum schaffen", so Ritter zu einem Punkt, der einer "grünen Stadt" entgegensteht - und nennt die Wohnbauprojekte an der Hofer Straße, Stocket, am Lohs-Gelände und künftig auch im "Muna-Park" an der Eichendorffstraße. Nach langer Meinungsfindung wird auch der Rathausplatz heuer noch umgestaltet (933 Stimmen).

Kein Festplatz/Volksfest

Der Rathausplatz wird noch heuer umgestaltet. Seine Funktionalität ist für die Feste im Zentrum aber ganz entscheidend.

Dass die Stadt keinen Festplatz und kein Volksfest mehr hat wurde von 655 Lesern beklagt. Klaus Ritter ist dagegen der Meinung, dass das Volksfest in Traunreut "nicht funktioniert" habe: "Man kann nicht etwas aus dem Boden stampfen, was wir nicht sind. In Palling oder Traunstein gab es schon immer ein Bierzelt, aber Traunreut ist da eben anders." 

Die Stadt habe dagegen direkt auf den Wegfall des Festplatzes reagiert und das neue Herbstfest ins Leben gerufen - auch in einem größeren Rahmen kann sich Ritter das Herbstfest künftig vorstellen: "Feste direkt in der Innenstadt, das brauchen wir. Und es gab keine Beschwerden von Anwohnern."

Die positiven Punkte: Hier glänzt Traunreut

Viele Arbeits- und Parkplätze

Das Industriegelände von Heidenhain.

Wirtschaftlich ist Traunreut der Motor im Landkreis, das wissen und schätzen auch unsere Leser (1076 Stimmen). Viel Geld erhält die Stadt dementsprechend auch aus der Gewerbesteuer, die Traunreuter und das Umland profitieren von knapp 14.000 Arbeitsplätzen in der Stadt: "Das ist ein sehr gutes Zeichen, aber bringt natürlich auch eine hohe Verkehrsbelastung vor allem für die Traunwalchener", so Ritter. 

Die künftige Ostumfahrung soll auch die verkehrsgeplagten Traunwalchener entlasten. 

8500 Menschen pendeln täglich nach Traunreut ein - verkehrsgeplagte Bewohner rund um die Stadt könnten aber schon bald durch die Ostumfahrung entlastet werden. Auch die vielen kostenlosen Parkplätze sind dank der guten wirtschaftlichen Lage für die Stadt kein Problem: 1288 Leser stimmten für diesen Plus-Punkt.

Einkaufsmöglichkeiten

Auch die vielen Einkaufsmöglichkeiten in Traunreut kommen gut an (862 Stimmen) - die Stadt ist hier gut aufgestellt und wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verbessern: "Spätestens wenn der Muna-Park rund um den Aldi fertig ist stehen wir hier dann wirklich wieder an vorderster Front", so Ritter. Auch das Kino findet in diesem Zusammenhang einen großen Anklang bei unseren Lesern (692 Stimmen).

Bildungsangebot

Folgt dem geplanten, neuen Kindergarten an der Kolpingstraße bald ein Waldkindergarten?

Geschätzt wird auch das breite Bildungsangebot in der Stadt - für fast 400 Menschen war das in der Umfrage mit ein Grund, warum sie Traunreut mögen. Auch hier wird man sich in Traunreut nicht auf den Lorbeeren ausruhen: Ein zwölfter Kindergarten steckt gerade mitten in der Planung (Kolpingstraße), und auch ein Waldkindergarten könnte in Traunreut womöglich eröffnen - "dann hätte wir alle Komponenten der Kindererziehung", so Ritter.

Der Bürgermeister schließt mit den Worten: "Ich bin stolz darauf, dass die Traunreuter die Stadt so sehen, wie sie wirklich ist. Wir nehmen die Ergebnisse dieser Umfrage sehr ernst. Ich sage danke!"

xe

Quelle: chiemgau24.de

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