Nach dem großen Krach in Traunstein *Mit Voting*

Heute fällt Entscheidung: Bewirbt sich Traunreut für die LGS? 

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Traunreut - Soll sich die Stadt ab 2027 für eine Landesgartenschau (LGS) bewerben und die Chance nutzen - oder ist das Scheitern Traunsteins vor drei Jahren ein zu abschreckendes Beispiel? Endgültig entschieden wird in der kommenden Stadtratssitzung am Donnerstagnachmittag.

Soll man das Thema gleich wieder ad acta legen, zumindest drüber nachdenken oder eine Bewerbung wagen? Am Mittwoch diskutierte erstmals der Traunreuter Bauausschuss das Thema und war eher skeptisch: Acht stimmten gegen eine Bewerbung zum jetzigen Zeitpunkt, und nur drei waren der Meinung, es würde sich lohnen weiter über eine Bewerbung nachzudenken (Hans-Peter Dangschat, Hans Jobst, Josef Winkler).

Warnendes Beispiel Traunstein: Bevölkerung muss dahinterstehen

Bis einschließlich 2026 sind die nächsten Landesgartenschauen (LGS) in Bayern schon vergeben, dann könnte sich auch Traunreut bewerben. "Wenn wir uns bewerben und den Zuschlag bekämen, bräuchte das sieben bis acht Jahre Vorlaufzeit", so Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann - und er warnte: "Das braucht einen wirklich langen Atem und die Bevölkerung muss dahinterstehen, sonst wird es ein Rohrkrepierer wie in Traunstein."

Traunstein bekam vor vier Jahren den Zuschlag für die Landesgartenschau 2022 - doch bald darauf bildete sich eine Bürgerinitiative dagegen, vor allem das finanzielle Risiko war eines der größten Argumente. Über 16 Millionen Euro wollte die Stadt investieren. 2016 kam es dann in Traunstein zum Bürgerentscheid, das Ergebnis war eindeutig: 57 Prozent sprachen sich in der Stichfrage gegen die Landesgartenschau aus

Vor allem am Schneckenberg könnte die LGS stattfinden

Wo könnte in Traunreut eine Landesgartenschau stattfinden? Wenn dann käme in erster Linie der Schneckenberg zwischen dem Westen der Stadt und Poschmühle in Frage. Schon im Stadtentwicklungskonzept ISEK ist davon die Rede, dass hier das Wegenetz verdichtet oder neue Lichtungen geschlagen werden könnten. Auch die Traunauen könnten in ein Konzept für die Landesgartenschau miteinfließen. Unterm Strich geht es bei den Gartenschauen oft darum, dass die Städte für Entwicklungsprojekte viele Fördergelder bekommen können. 

Ein Hauptproblem: Der Stadt gehören die Flächen am Schneckenberg gar nicht. Man müsste sie langfristig anpachten, falls das den Eigentümern überhaupt recht ist. Außerdem schreibt die Landesgartenschau GmbH vor, dass die Flächen dann für 25 Jahre nicht anders genutzt werden dürfen - das würde dann auch auf kleinere Flächen in der Innenstadt, wie vielleicht der Eichendorffstraße, zutreffen und der Stadt wären in der Zukunft die Hände gebunden.

Ritter will erst Muna-Park abschließen

"Mit dem Muna-Park haben wir aktuell schon ein Riesenprojekt, das viele Ressourcen im Rathaus bindet. Vielleicht schauen wir uns das Thema Landesgartenschau nochmal an, wenn der Muna-Park abgeschlossen ist", meinte Bürgermeister Klaus Ritter. Er brachte auch eine gemeinsame Bewerbung mit Trostberg ins Spiel. Trostbergs Bürgermeister Karl Schleid hätte wohl prinzipiell nichts gegen eine Gartenschau, aber die Stadt steckt momentan noch mitten in der Umsetzung eines Stadtentwicklungskonzeptes. 

Hans-Peter Dangschat sah dagegen "erhebliche Chancen für die langfristige Stadtentwicklung, wenn es von der Stimmung in der Bevölkerung getragen wird" und wollte das Thema nicht gleich beerdigen. Auch Herbert Kusstatscher sprach von einem möglichen "Mehrwert für die Kinder und Enkelkinder". Endgültig entschieden wird in der kommenden Stadtratssitzung am Donnerstagnachmittag. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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