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Sechs mutmaßliche IS-Mitglieder in mehreren Bundesländern festgenommen

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Anwohnerproteste werden erhört

Rundum Blockbauten? "Wir müssten ohne Sonne leben"

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Das gelbe Haus im Vordergrund an der Finkensteiner Straße wird aufgestockt, die Nachbarn in den Zwei- und Dreifamilienhäusern dahinter fürchteten, dann keine Sonne mehr abzubekommen. 

Traunreut - Ein alter Wohnblock hätte aufgestockt werden sollen - doch die Nachbarn fürchteten dann komplett um Tageslicht und Privatsphäre. Sie können einen Teilerfolg erzielen.

"Wer möchte schon im Schatten leben? Nur drei Monate im Jahr steht die Sonne am höchsten, aber selbst dann hätten wir keine Sonne mehr. Wir fühlen uns auf Schritt und Tritt jetzt schon beobachtet, wenn wir uns im Garten aufhalten. Wir müssten dann mit einem siebenstöckigen Wohnhaus im Osten und einem vierstöckigen Wohnhaus im Westen eingekeilt und ohne Sonne leben", beschwerten sich die Anwohner der Finkensteiner Straße gegen die Pläne, einen alten Geschossbau aufzustocken.

Nicht mehr vier, sondern nur noch drei Stockwerke

Der Stadtrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung nun mehrheitlich dafür ausgesprochen, bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Quartier im Bereich des Walter-Hensel-Weges, Finkensteiner Straße, Lorenz-Brandl-Straße und Traunwalchner Straße“ eine Ausnahme zu machen. Damit schloss er sich der Empfehlung des Bauausschusses an, einen Wohnblock nicht auf vier sondern nur auf drei Stockwerke aufzustocken - der Protest der Anwohner war also nicht umsonst. Es handelt sich um fünf Familien, die in Zwei- und Dreifamilienhäusern wohnen.

Der Bauantrag für einen Aus- beziehungsweise Neubau des bestehenden Wohnblocks auf vier Geschosse war auch der Grund dafür, für das Quartier einen Bebauungsplan „Finkensteiner Straße“ aufzustellen. Die Antragsteller, die aufgrund der bereits jetzt schon benachbarten Geschossbebauung Einschränkungen hinnehmen müssen, befürchten, dass ihnen durch eine Aufstockung noch mehr Sonnenlicht verwehrt werden würde. 

Die weiteren Argumente der Nachbarn wurden abgelehnt

Der Bauausschuss hatte deshalb vorgeschlagen, um ein Stockwerk runter zu gehen. Das bedeutet, dass die Wandhöhe bei dem geplanten Bauvorhaben von zwölf auf neun Meter festgesetzt werden soll. Die weiteren Befürchtungen der Antragsteller, dass durch das geplante Bauvorhaben aufgrund von Erschütterungen Schädigungen an ihren Häusern entstehen könnten und durch eine flächendeckende Bodenversiegelung durch eine geplante Tiefgarage aufgrund immer stärker werdenden Regenfälle und Unwetter mit Überschwemmungen zu rechnen sei, konnte die Architektin Ute Weiler-Heyers widerlegen. 

Ebenso die Befürchtung, dass die späteren Nachbarn durch den Abzug des Schornsteins ihrer Häuser bei Ostwind belästigt werden könnten. Laut Angaben der Architektin handle es sich um eine verträgliche Nachverdichtung. Dabei sollen auch vorhandene Stellflächen sinnvoll integriert und Grünflächen erhalten bleiben. Nach Angaben von Alfred Wildmann (FW) soll der bestehende Wohnblock abgerissen und neu gebaut werden. Er verstehe den Investor, sagte Wildmann. Für diesen sei es aus wirtschaftlichen Gründen lebensnotwendig. „Wenn er nur drei Geschosse bauen darf, dann bleibt nix übrig.“ 

"Innenstadtverdichtung ja, aber nicht um jeden Preis"

Auch Christian Gerer (CSU) schlug sich auf die Seite Wildmanns. Soweit ihm bekannt sei, seien die Reihenhäuser später rein gesetzt worden. Deshalb könne es nicht sein, dass der linke Bauwerber jetzt für diese Bausünde bestraft werde. „Ich bin dafür, vier Stockwerke zuzulassen“, so Gerer. Sollte der bestehende Wohnblock abgerissen werden, schlug Ernst Ziegler (SPD) vor, den Neubau zu drehen und damit eine Bebauung zu schaffen, ohne die Nachbarn zu ärgern. 

Sein Fraktionskollege Günther Dzial wiederholte seine Aussage vom Bauausschuss: „Innenstadtverdichtung ja, aber nicht um jeden Preis.“ Er appellierte an das Gremium sich in die Lage der Bewohner in den Reihenhäusern zu versetzen: „Ich wohne da und jetzt wird uns vor die Nase gebaut.“ Dzial wies auch darauf hin, dass es nicht Aufgabe der Stadt sei, ob der Investor einen Gewinn mache.

ga/xe

Quelle: chiemgau24.de

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