Jugendmedienschutz ist in Traunreut Chefsache

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Von Links: Jugendzentrum Traunreut Valentin Haase, Bürgermeister Franz Parzinger, Leiter des Jugendzentrums Traunreut Stefan Stadler

Traunreut - Mit einem neuen Flyer setzt die Stadt Traunreut auf mehr Verständnis und Hilfe in Sachen Jugendmedien. Hilfsbereite Ansprechpartnern nehmen sich den Problemen an.

Am Mittwoch, den 08. Februar, stellte der erste Bürgermeister der Stadt Traunreut Franz Parzinger zusammen mit den Mitwirkenden den Flyer „Internet und Neue Medien – (k)ein Problem?“ vor. Der sechsseitige Flyer beinhaltet Ansprechpartner in der Region, die zu speziellen Problemen mit neuen Medien oder im Netz helfen können; er stellt Organisationen vor, die sicheres Internetsurfen unterstützen und bietet auch eine Liste mit einer kurzen Beschreibung von sicheren Internetseiten zu spezifischen internetrelevanten Themen.

„Vielen Dank an alle, die den Flyer unterstützt haben“ begann Franz Parzinger die Präsentation und blickte vor allem auf Dr. Helmut Wittmann, Beirat der TIME for kids Foundation, der den Flyer mit angestoßen hatte und die Hälfte der Finanzierung übernahm; die andere Hälfte finanzierte die Stadt Traunreut.

Service:

Der Flyer mit allen Infos und Ansprechpartnern als PDF

„Neueste Studien stellen fest, dass Jugendliche durchschnittlich 134 Minuten am Tag im Netz verbringen, gleichzeitig wissen 80 Prozent der Eltern nicht, welche Seiten ihre Kinder besuchen,“ so Parzinger. „Kinder und Jugendliche sind rund ums Thema Internet oft kompetenter als ihre Eltern und wen fragt man als Eltern um Rat, wenn die eigenen Kinder mit Cybermobbing oder Urheberrechtsproblemen konfrontiert werden?“ Der Bürgermeister forderte zu diesem Anlass auch einen Medienführerschein für Kinder. Im Unterricht der vierten Klasse sollte der Umgang mit Neuen Medien in Zukunft genauso Pflicht werden wie es die Verkehrserziehung heute schon ist.

Seit dem ersten Traunreuter Medientag Mitte Oktober letzten Jahres erarbeitete das Jugendzentrum der Stadt den Flyer mit den kompetentesten Experten zum Thema Internet und Neue Medien in der Region: „Alle führenden Experten in der Region zu diesem Thema haben sich sofort bereit erklärt im Flyer zu erscheinen,“ so Parzinger.

Frank Gulden, Medienbeauftragter der Grund- und Mittelschulen im Landkreis Traunstein, beantwortet Fragen zu schulbezogenen und rechtlichen Fragen, Markus Tettenhammer, Präventionsbeamter der Polizei, ist Spezialist für polizeiliche Fragen und die dunkle Seite des Internets. Benjamin Grünbichler, Geschäftsführer der neon – Prävention und Suchthilfe und Autor des Buches Lost in Cyberspace?, ist Experte für Computerspielsucht während Dr. Alexander Lohmeier, Leiter der Erziehungsberatung der Caritas in Traunstein, Fragen mit pädagogischen Inhalt beantworten kann.

„Ich habe mich gerne als Ansprechpartner zur Verfügung gestellt. So ein Flyer hat bisher in unserem Landkreis gefehlt,“ so Alexander Lohmeier: „Ich finde es gut, dass die Stadt Traunreut hier die Initiative ergriffen hat.“ Francis Kuckuk, Bereichsleitung Diakonie Jugendhilfe Oberbayern, meinte, dass dieser Flyer in der Praxis gute Dienste leiten werde. „Der Flyer ist sehr niedrigschwellig, das heißt, niemand muss großen Hürden überwinden, um kompetent Auskunft zu erhalten – ein Telefonat reicht aus. Das macht den Flyer auch für Eltern und ältere Jugendliche interessant, also nicht nur für Lehrer und in der Jugendarbeit tätige Personen.“

Neben den Ansprechpartnern listet der Flyer verschiedene Organisationen, die sicheres Internet unterstützen. Der Kinderschutzbund mit der immer kostenfreien Nummer gegen

Kummer sowohl für Eltern als auch für Kinder und Jugendliche und hilft anonym und kostenfrei jedem Anrufer; Sin – Studio im Netz e.V. vergibt einmal im Jahr den Pädi in bronze, silber oder gold für pädagogisch wertvolle Internetseiten und Computerspiele. Die Heckscher-Klinik Rosenheim behandelt stationär und ambulant Kinder und Jugendliche, deren Computerspielsucht bereits pathologische Züge angenommen hat und die TIME for kids Foundation hat sich das Ziel gesetzt, einen ganzheitlichen Kinder- und Jugendschutz im Internet in den Schulen Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie in den Familien umzusetzen.

„Hoffentlich kann dieser Flyer in Traunreut und in der Region wertvolle Dienste erweisen und auch eine Vorbildfunktion für andere Kommunen und Landkreise einnehmen,“ so Dr. Helmut Wittmann, Ministerialdirigent a.D. Er habe den Flyer schon mehreren öffentlichen Stellen gezeigt, die den Flyer uneingeschränkt positiv bewerteten. Alle Interessierten können den Flyer im Jugendzentrum der Stadt Traunreut unter der 08669 / 37215 oder unter juztraunreut@hotmail.com bestellen.

Pressemitteilung Stadt Traunreut

Quelle: chiemgau24.de

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