Januar-Sitzung des Stadtrats

Hat Traunreut wirklich ein Image-Problem?

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Ritter: "Wir brauchen auch nach außen einen gescheiten Auftritt, den wir nicht haben"
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Traunreut - In seiner Januar-Sitzung behandelte der Stadtrat zahlreiche Themen, die die Wirkung der Stadt nach außen und auch nach innen betrafen. Klaus Ritter kämpfte für ein besseres Image:

Angefangen bei der Vorstellung eines Familienplans, über die Städtebauförderung und den Entscheid über die Schaffung einer Stelle für einen Pressesprecher, bis hin zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek. Der Stadtrat von Traunreut entschied am Donnerstag in seiner ersten Sitzung des Jahres über viele Themen, die dem Image zuträglich wären. Für welche Lösungen sich das Gremium entschieden hat:

"Das müssen wir in die Öffentlichkeit tragen"

Um den Auftritt der Stadt vor allem in den Bereichen Social Media, Corporate Identity, Internetpräsenz aber auch Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung für interessierte Gäste und Firmen zu stärken, schlug die Verwaltung vor, die Stelle eines Pressesprechers im Rathaus zu schaffen. "Wir brauchen auch nach außen einen gescheiten Auftritt, den wir nicht haben", erklärte Bürgermeister Klaus Ritter am Donnerstag.

Gegenwind erhielt das Stadtoberhaupt dabei jedoch aus allen Fraktionen des Stadtrats. "Traunreut hat's nicht nötig, Dinge schön zu reden" und die knappen Kassen wurden als Gegenargumente angeführt. "Die schlechteste Anzeige in der Zeitung, ist immer die von der Stadt", erklärte der Bürgermeister. Er sei zwar stolz auf Traunreut, diese Überzeugung müsse man jedoch auch in angemessener Form in die Öffentlichkeit tragen. Am Ende der Diskussion entschied sich das Gremium mit 19 zu 10 Stimmen gegen eine neue Stelle in der Öffentlichkeitsarbeit.   

Der Familienplan der Stadt

In seiner von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen Analyse betrachtete Dr. Herbert Tekles unterschiedliche Herausforderungen, die in Zukunft auf die Stadt zukommen könnten. Nach umfangreichen Befragungen in der Bevölkerung und aufgrund von Daten aus der Jugendgerichtshilfe, konnte der Experte so mögliche Bedarfslücken auf der Basis des demographischen Wandels aufzeigen.

Im Bereich der Kindertagesstätten sei die Stadt soweit gut aufgestellt, so Tekles. Der Anteil an armutsgefährdeten Bürgern sei in Traunreut jedoch im landkreisweiten Vergleich am höchsten. Ungefähr 5% der Einwohner sei aufgrund ihres Einkommens aus Leistungen des SGB II davon betroffen. Auch im Bereich der jugendlichen Straftäter mit Wohnsitz in der Stadt liege Traunreut im Vergleich mit anderen Städten im Landkreis Traunstein an der Spitze. Auf die Stadt entfielen knapp 8% der auffällig gewordenen Jugendlichen.

Nur jeder zweite Jugendliche ist dabei in einem Verein engagiert, die niedrigste Quote im Landkreis. Ein Umstand, der, wenn man ihn gezielt angehe, dazu führen könnte, die anderen Faktoren in gewissem Rahmen zu regulieren, so Dr. Tekles. Eine differenzierte Ausrichtung des Betreuungsangebots der Stadt, beispielsweise eine spezielle Versorgung von Migranten und Spätaussiedlern, würden den Effekt noch verstärken. Der Zuzug nach Traunreut in den vergangenen zwei Jahren bestand zu 60% aus Migranten.

Städtebauförderung und Öffnungszeiten

Um weitere Gelder für die Städtebauförderung in Anspruch nehmen zu können, beschloss der Stadtrat die Einrichtung einer Lenkungsgruppe. Die Aufgabe des Gremiums: Die Brücke zwischen der Kommunalpolitik und des privaten Interessen zu schlagen. Die Entscheidungen sollen aber dennoch von den zuständigen Organen, wie dem Bürgermeister oder dem Stadtrat, getroffen. Neben Mitgliedern des Stadtrats werden auch Vertreter der Wirtschaft und des Citymanagements Teil der Lenkungsgruppe sein.

Den Antrag der FW-Fraktion im Stadtrat, die Öffnungszeiten der Bibliothek so zu ändern, dass auch Samstag geöffnet wird, lehnte das Gremium schließlich ab. Eine zusätzliche finanzielle Belastung der Stadt aufgrund steigender Personalkosten stehe nicht im Verhältnis zum Nutzen, dass Familien und Berufstätige auch am Wochenende Zeit beim Aussuchen von Büchern verbringen könnten.  

Quelle: chiemgau24.de

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