Gewalt im "Cube" hat Nachspiel: Stadt reagiert

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Der Cube-Club in der Traunreuter Werner-von-Siemens-Straße.
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Traunreut - Polizei und Stadtverwaltung wollten dem Treiben nicht länger zusehen: Nach etlichen Schlägereien vor dem Cube-Club sollte die Disko früher zusperren - nun reagierte der Stadtrat!

22 Körperverletzungen allein im halben Jahr zwischen 1. Juni und 22. Dezember 2014! Der Traunreuter Polizei reichte es: Mit einem Schreiben wandte sie sich an die Stadt und forderte endlich Konsequenzen für den Cube-Club in der Werner-von-Siemens-Straße. "Die Disko ist seit einigen Monaten Brennpunkt massiver Sicherheitsstörungen", heißt es unter anderem im Schreiben der Beamten an die Stadtverwaltung: Der Sicherheitsdienst sei völlig überfordert, die Besucher hochalkoholisiert.

Und tatsächlich "krachte" es im Umfeld des "Cube" in den vergangenen Wochen und Monaten zum Teil ganz erheblich - meist in den späteren Stunden zwischen 3 und 5 Uhr. Anfang Dezember wurde ein 24-Jähriger mit dem Kopf gegen eine Straßenwalze geschlagen, Mitte Februar wurde nach einer Schlägerei auch einem Polizisten an die Gurgel gegangen. Die Polizei forderte, die Zahl der Sicherheitsleute in der Disko auf acht zu verdoppeln, nur noch volljährige Personen hineinzulassen und ein Verbot von Flaschen vor der Tür.

Clubbetreiber reagierte, Gewalt blieb

Der Clubbetreiber reagierte und setzte Anfang Februar die letzten beiden Forderungen um. Doch nicht nur das: Seit 27. Februar wurden die Besucher am Eingang mit einem Metalldetektor durchsucht und der Betreiber war bereit, schon um 4 Uhr, statt um 5 Uhr zuzusperren. Die Verwaltung blieb aber hart! Die Verbesserungen hätten die Sicherheit nicht erhöht, man pocht auf eine Sperrzeitverlängerung bereits um 3 Uhr - auch eine Klage des Betreibers gegen die Entscheidung müsste in Kauf genommen werden.

Die Stadtratssitzung zur Sperrzeitverlängerung am Donnerstag verlief teils turbulent. Jede Menge Freunde der Disko fanden sich auf der Besuchergalerie ein, Bürgermeister Ritter musste mehrmals darum bitten, das Klatschen bleiben zu lassen. Die Stadträte erkannten das Gewaltproblem an der Werner-von-Siemens-Straße durch die Bank an. Aber dem Betreiber schon um 3 Uhr zum Zusperren zwingen? Das sei wirtschaftlich für ihn nicht verkraftbar.

Keine Mehrheit für Sperrzeitverlängerung bis 3 Uhr

Trotzdem: Neun Stadträte wollten den "Cube" schon um 3 Uhr geschlossen sehen, hatten aber keine Mehrheit - der Beschlussvorschlag der Verwaltung war damit abgelehnt. Man einigte sich praktisch auf einen Kompromiss. Im nächsten halben Jahr muss der Betreiber um 4 Uhr die Türen schließen. 16 Stadträte stimmten dafür, elf dagegen. Der "Cube-Club" wird aber weiterhin unter genauer Beobachtung stehen: Nach den sechs Monaten will der Stadtrat erneut über die Sperrzeiten entscheiden und gegebenenfalls die Zügel weiter anziehen.

Und wer wissen möchte, was es mit dem Spruch "Das waren keine Traunreuter, sondern Rosenheimer und Salzburger" zutun hat, der sollte nachmittags nochmal einen Klick auf das Portal riskieren.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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