zwei große Themen im Mittelpunkt

Bürgerversammlung: Das brennt den Traunreutern unter den Nägeln

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Foto von der Bürgerversammlung am Dienstag im k1.

Traunreut - Die Bücherei, der „Munapark“ und die Ampelanlage in Sankt Georgen waren Hauptdiskussionspunkte bei der gut besuchten Traunreuter Bürgerversammlung im k1.

Für allgemeine Belustigung sorgte die Anregung, mit einem Zusatzschild die Autofahrer daran zu erinnern, dass in einer Tempo-30-Zone in einem Wohngebiet die Rechts-vor-Links-Regelung gilt. Diese Regelung wird offenbar vor allem im Bereich der Salzburger Straße nicht eingehalten, in der seit Herbst letzten Jahre nur 30 Stundenkilometer gefahren werden darf. Gleiches gilt für das Wohngebiet Traunsteiner Wald. Auch hier wurde eine Tempo-30-Zone eingeführt.

Gescheiterter "Munapark" größtes Thema

 Gleich zu Beginn klärte Bürgermeister Klaus Ritter die Besucher über die aktuelle Entwicklung des sogenannten „Munaparks“ auf. Wie mehrfach berichtet, soll das Areal um den Discounter Aldi mit Handelsflächen und Wohnungen neu entwickelt werden. Im Moment wurden die Pläne aber auf Eis gelegt. Toni Aicher aus Hörzing wollte wissen, ob das Projekt gescheitert sei. 

In der Bevölkerung kursieren alle möglichen Gerüchte, sagte Ritter. Fakt sei aber, dass der Stadt das Konzept des Investors nicht gefallen habe und der Stadtrat deshalb die Reißleine gezogen habe. „Der Investor hat nicht das gemacht, was sich die Stadt respektive der Stadtrat vorgestellt hat“, erklärte Ritter. Nach den Vorstellungen des Stadtrats sollten auf dem Grundstück neben Geschäften und Läden auch 100 Wohnungen entstehen, um den Wohnungsmangel zu beseitigen. Dieser Forderung sei aber der Investor nicht nachgekommen. 

„Wir haben keine 50 sondern 100 Wohnungen gefordert“, betonte Ritter. Die Stadt sei jetzt auf der Suche nach einem neuen Investor. Sollte die Stadt fündig werden, könnte sie auch den Wunsch eines Traunreuters erfüllen, die Stadt mit neuen Geschäften und Lokalen zu beleben. „Sollte Ihnen das gelingen, steht Ihrer Wiederwahl nix im Wege“, prophezeite der Besucher dem Stadtoberhaupt. 

Geplanter Neubau der Bücherei

Ergänzend schnitt Aicher auch den unmittelbar im Bereich des „Munaparks“ geplanten Bücherei-Standort an. „Es ist ein Irrsinn, wenn man da wieder eine Sonderbebauung macht, wenn man noch gar nicht weiß, was mit dem 'Munapark' passiert", kritisierte Aicher. Der Hauptausschuss des Traunreuter Stadtrats hatte sich vergangene Woche mit knapper Mehrheit dafür ausgesprochen, dass die Bücherei an der Eichendorffstraße neu gebaut werden soll

Das freie, sogenannte Marcello-Grundstück, liegt südlich vom k1 und neben dem Schuhgeschäft Wagner. Nach Angaben des Bürgermeisters wäre eine städtebauliche Trennung möglich. Hier ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Die Entscheidung für oder gegen einen Neubau muss der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung um 16 Uhr noch fällen. 

Julius Wachsmann bedauert die Entscheidung des Hauptausschusses, zumal sich die Bevölkerung vor einigen Jahren bei einem Bürgerentscheid gegen einen Neubau und für eine Anmietung der Bücherei ausgesprochen hatte. Wachsmann trauert noch immer dem Bücherei-Standort in der leer stehenden Einkaufspassage an der Kantstraße nach. „Wir sollten überlegen, ob es doch noch möglich ist“, forderte Wachsmann. Die Stadt war im vergangenen Jahr aus dem Büchereiprojekt an der Kantstraße ausgestiegen

Ampelanlage in St. Georgen "dermaßen gefährlich"

Die Bitte von Stella Erler, an der Ampelanlage in Sankt Georgen auch ein Blinklicht aus Richtung Irsing anzubringen, wurde nicht erhört. „Das ist dermaßen gefährlich. Ich bitte vehement darum, dass das anders geregelt wird“, forderte Erler. An der Ampelanlage wurde zwar eine Reihe von Maßnahmen unternommen, um die gefährliche Kreuzung zu entschärfen. Unter anderem wurde aus Richtung Traunreut für Linksabbieger ein Blinklicht angebracht. 

Was aber nach Ansicht vieler Bewohner fehlt, ist ein Lichtzeichen, wenn man von Irsing kommend, die Bundesstraße überqueren möchte. Dass die Situation nicht zufriedenstellend sei, habe er am eigenen Leib erfahren, sagte Ritter. Man habe diesbezüglich auch mit der Bahn gesprochen, die aber aufgrund der ohnehin schon massiven Beschilderung ein zusätzliches Lichtzeichen vehement ablehne. Deshalb appellierte er an die Verkehrsteilnehmer, zunächst ein Jahr abzuwarten, wie sich die Situation entwickle. „Auch die Bürger müssen sich an andere Situationen gewöhnen.“

Umfahrung für Traunreut, Frühling, Pierling und Oberwalchen

Massive Kritik übte Franz Schützinger aus Traunwalchen an der Entscheidung des Stadtrats, die Frühlinger-Spitz-Straße nicht auszubauen beziehungsweise für einen Ausbau Planungsgelder im Haushalt einzustellen. „Das ist eine Watsch'n für jeden Bürger“, mahnte Schützinger an. Er könne nicht nachvollziehen, dass für die schlechteste und lebensgefährliche und noch dazu vielbefahrene Straße kein Geld investiert werde. Hier sei auch die Arbeit eines Fahrradkonzeptes des Arbeitskreises „Verkehr“ völlig umsonst gewesen. 

Ritter erklärte dazu, dass sich der Stadtrat dagegen ausgesprochen habe, vorerst keine Planungskosten im Haushalt einzustellen, bevor nicht die geplante Ostumfahrung in trockenen Tüchern liege. Hier ist man sich bei der Umsetzung, die noch Jahre dauern kann, noch nicht ganz einig. Ziel sei es, so Ritter, die neue Ostspange um Traunreut herumzuführen und dabei die Orte Frühling, Pierling und Oberwalchen zu umfahren. 

Ausbau von Hörpolding nach Pattenham und Rathausplatz-Sanierung

Zum geplanten Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Hörpolding-Pattenham teilte Ritter auf Nachfrage von Reinhard Piehler mit, dass der Straßenausbau in zwei Bauabschnitten umgesetzt werde. Zunächst soll der Abschnitt Hörpolding-Haßmoning gebaut werden

Nach dem noch heuer die „Schönheitskorrektur“ des Rathausplatzes umgesetzt werden soll, wollte Elfi Lösch wissen, wann die Maßnahmen umgesetzt werden sollen, ohne dabei den Veranstaltungen, etwa dem Stadtlauf und dem Stadtfest im Juli, ins Gehege zu kommen. „Wir werden das so taktieren, dass wir nicht in die Veranstaltungen reinlaufen“, erklärte Ritter. Die Ausschreibungen für die Maßnahmen würden bereits laufen. 

Die weiteren Themen

Sogenannte Smilys sollen auf Anregung von Rudolf Schroll in der Nettunoallee aufgestellt werden. Rudolf Schroll bemängelte, dass sich die Autofahrer in der „Spielstraße“ nicht an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit halten. Eine längere Liste an Fragen und Anregungen hatte Helmut Kauer mit dabei. Unter anderem forderte er, die Jugendvereine besser zu unterstützen

Im Vergleich zur Förderung der Musikschüler, seien die Zuschüsse für die Jugendverbände vergleichsweise niedrig, rechnete Kauer vor. Außerdem regte er an, mehr für den Bienenschutz zu tun und die Internetseite der Stadt zu überarbeiten, was nach Angaben des Bürgermeisters auch Aufgabe des neuen Stadtmanagers, Christian Ehinger, sein werde. Ehinger, der auch anwesend war, tritt am 1. Mai seinen Dienst in der Stadt Traunreut an.

ga

Quelle: chiemgau24.de

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