Zwei Demonstrationen gegen AfD-Hardliner

Politik mit der Angst: Höcke & Co. in Sankt Georgen

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Umjubelter Auftritt von Björn Höcke vor rund 120 Gästen im Dorfwirt in St. Georgen bei Traunreut.

Traunreut/Anger - Ein voller Saal beim Auftritt von Björn Höcke und MdB Hans-Jörg Müller (AfD), Hunderte Gegendemonstranten auf der Straße - wir waren in Aufham und St. Georgen dabei.

Eins stand am Montagabend recht schnell fest: Für die AfD verlaufen die Grenzen nicht zwischen oben und unten, arm und reich, sondern zwischen den Völkern und Nationen. Es brauche deutsche Kinder, keine ins "Sozialsystem eingeschleusten". Wohnungsbau für "deutsche Menschen" sei gefragt, keine Flüchtlingsheime. Und in Zukunft würden die "einheimischen Völker in Europa von muslimischen Völkern unterdrückt". 


Hans-Jörg Müllers Warnung vor dem "Bevölkerungsaustausch"

MdB Hans-Jörg Müller aus Ainring.

Und: Je bayerischer, deutscher, preußischer es wurde, umso lauter wurde gejubelt und auf die Tische geklopft. Es waren vor allem Hans-Jörg Müller, Bundestagsabgeordneter aus Ainring, und Rüdiger Imgart, AfD-Kandidat aus Weilheim, die vor dem Höcke-Auftritt im St. Georgener Dorfwirt die Stimmung hochhielten und vor allem einen Themenkomplex kannten: Migration und "Bevölkerungsaustausch".

Fotos: Höcke (AfD) in St. Georgen, Hunderte gegen ihn

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Gegenkundgebung in Aufham/Anger © xe
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Gegenkundgebung in Aufham/Anger © xe
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Gegenkundgebung in Aufham/Anger © xe
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Gegenkundgebung in Aufham/Anger © xe
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Gegenkundgebung in St. Georgen/Traunreut © xe
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Gegenkundgebung in St. Georgen/Traunreut © xe
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Gegenkundgebung in St. Georgen/Traunreut © xe
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Gegenkundgebung in St. Georgen/Traunreut © xe
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Gegenkundgebung in St. Georgen/Traunreut © xe
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Diesen "Bevölkerungsaustausch" sieht MdB Müller von den Milliardären und Staatenlenkern geplant. Das angebliche Ziel: Menschen auf der Welt herumschicken. Die Folge: "Wir werden Angst auf den Straßen, Angst um unsere Frauen und Kinder haben müssen". Man habe ja nichts persönlich gegen einen "afghanischen Schafzüchter", der nach Deutschland wolle, nur gegen diejenigen, die es zuließen, dass er komme, so Hans-Jörg Müller. 

Höcke: Staat zerstöre Vertrauen zwischen Eltern und ihren Kindern

Björn Höcke, der sich als "stolzer Preuße" den 120 Gästen im vollen Saal des Dorfwirts vorstellte, spielte dagegen eine größere Bandbreite an Themen: Rente, Rechtschreibreform, Bundeswehr, Windenergie, Bildung. Höcke nahm sich besonders die Politik der "Kartellparteien" vor: Unter der AfD würden die Steuermittel im Kampf gegen rechts auf null gekürzt und so etwas wie das neue Polizeiaufgabengesetz bräuchte es bei geschlossenen Grenzen erst gar nicht.

"Wir befinden uns in einem Gesinnungsstaat, in dem sich Eltern nicht mehr offen mit ihren Kindern sprechen trauen, in der Angst, dass sich die Kleinen in der Schule verplappern", so Björn Höcke in seiner knapp einstündigen Rede

Gegenkundgebungen in St. Georgen und Aufham

In Aufham fanden sich etwa 200 Gegendemonstranten zusammen.

Vor dem Dorfwirt in St. Georgen sammelten sich im Laufe des Abends um die 150 Gegendemonstranten. Laut war es, die Fenster des Wirtshauses mussten zu bleiben. Um die Straße frei zu halten, mussten sich die AfD-Gegner auf dem Gehsteig drängen. Für die Polizei war es aber ein augenscheinlich ruhiger Abend ohne Zwischenfälle in St. Georgen.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung der Polizei zu den Kundgebungen

Bereits am späten Nachmittag kamen auch in Aufham bei Anger rund 200 Menschen zusammen, um gegen die AfD zu protestieren. Auch dort blieb alles friedlich. Reden wurden unter anderem von Martina Wenta, Sepp Parzinger und Reichenhalls evangelischem Pfarrer Martin Wirth gehalten: "Das wichtigste ist, dass wir da sind und uns bekennen, dass wir die Gräueltaten des Nazi-Regimes nicht unter den Tisch kehren", so Organisatorin Martina Wenta. 

Auftritt in Aufham kurzfristig abgesagt

Der Auftritt von Björn Höcke sollte ursprünglich eigentlich in Aufham stattfinden, doch die Wirtsleute sagten der AfD kurzfristig wieder ab, die Partei musste sich ein neues Lokal suchen. Den Versammlungsort im 35 Kilometer entfernten St. Georgen wollte die AfD möglichst geheim halten: Das Lokal wurde nur dem genannt, der eine Handynummer anrief und seine Adresse angab. Die Friedensinitiative Traunstein-Traunreut-Trostberg reagierte aber schnell und meldete auch für St. Georgen eine Gegenkundgebung an.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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