Beschluss zur Umstellung stammt eigentlich vom Januar 2017

Das Ampel-Theater geht wohl noch einige Monate weiter

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Allein am 10. November 2017 blieben die Ampeln am Bahnübergang Traunring/Siemens-Straße laut Polizei drei Mal über 30 Minuten auf rot.
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Traunreut - Seit über einem Jahr ärgert man sich in Traunreut darüber, dass die Ampeln nicht umgestellt werden. Nun kommen auch noch Anekdoten von der Ampel am Bahnübergang dazu.

Update 19.15 Uhr

Einen kleinen Schritt scheint mal wohl weiter zu sein: Wie Bürgermeister Klaus Ritter auf der Bauausschusssitzung am Mittwoch mitteilte, kamen inzwischen Polizei, Landratsamt, Stadtverwaltung, Staatliches Bauamt und die zuständige Firma zu einem runden Tisch zusammen. "Innerhalb der nächsten zwei Monate wird dann der Auftrag an das Staatliche Bauamt ergehen, dass die Ampeln umgestellt werden sollen", so Ritter. Das Staatliche Bauamt ist als Straßenbaulastträger letztendlich zuständig. 

Wann die Ampeln an den großen Kreuzungen der Werner-von-Siemens-Straße aber letztendlich umgestellt werden, damit der Verkehr dort besser fließt und sie rund um die Uhr laufen, konnte auch Ritter nicht sagen: "Wann diese Firma die Ampeln dann umstellt, können wir nicht sagen." Nur der Firma mit Sitz in Gera ist es wohl möglich, die Ampeln umzuschalten. Der Beschluss dazu stammt eigentlich vom Januar 2017.

Auch die 30-Minuten-Rotphasen am Bahnübergang Traunring/Siemens-Straße wurde angesprochen. Im vorigen Jahr hat die Polizei allein acht Fälle dokumentiert, wo es zu solch überlangen Rotphasen kam: "Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein", so die Polizei. Hintergrund ist, dass die Lokführer nach dem Überqueren der Straße aussteigen, zur Ampel zurückgehen und diese dann händisch umschalten müssen, so Bürgermeister Ritter.

"Die Bahn ist an dem Thema dran", so Ritter. Anscheinend überlegt die Bahn dort eine Kamera zu installieren, die erkennt, wann der Zug den Straßenbereich wieder verlassen hat, damit das Rotsignal der Ampeln dann automatisch wieder verschwindet. 

Unser Artikel vom Mittwochnachmittag

Eine größere Anfrage von Verkehrsreferent und Stadtrat Roger Gorzel wird am Mittwoch den Traunreuter Bauausschuss beschäftigen: Zum einen wird er nachbohren, wann die Ampeln an den großen Kreuzungen endlich auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt und aufeinander abgestimmt werden - zum anderen hat er sich bei der Polizei erkundigt, warum die Ampel am Bahnübergang Traunring/Siemens-Straße immer wieder für sage und schreibe 30 Minuten auf rot steht.

30-Minuten-Rotphasen am Bahnübergang

Acht Fälle sind allein der Polizei bekannt, bei der die Ampel am Bahnübergang im vorigen Jahr "für langer als 30 Minuten" auf rot stand: "Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung der Polizei deutlich höher sein. Es kam jedes Mal zu einem größeren Verkehrschaos", so die Traunreuter Beamten in ihrem Schreiben an Gorzel. Sechs Mal passierte dies allein im November und Dezember, vom 10. November weiß die Polizei sogar von drei überlangen Rot-Phasen zu berichten. 

Der Grund: Menschliches Versagen und keine technischen Störungen. "Als Ursache ist der jeweilige Lokführer zu sehen, der nach der Rotlichtphase nicht mehr aussteigt und die Ampel zurück bzw. wieder in Funktion setzt", so die Traunreuter Polizei weiter.

Noch immer keine Umsetzung der Ampel-Umstellung

Dazu kommt, dass die Umstellung der Ampeln an den großen Kreuzungen noch immer nicht umgesetzt wurde. Es war Januar 2017 als der Bauausschuss sich für eine Verkehrszählung entschied, um die Ampeln besser aufeinander abzustimmen. Außerdem sollten die Ampeln an der Werner-von-Siemens-Straße - nach einigen Unfällen in der Nacht - auf einen 24-Stunden-Betrieb umgestellt werden. Umgesetzt ist bis heute nichts, zumindest nichts, was den Autofahrern auffallen würde.

Denn nicht die Stadtverwaltung kann die Schaltzeiten verändern, sondern nur die zuständige Firma mit Sitz in Gera. Nach langen Verkehrszählungen und Auswertungen mussten die Ergebnisse im Laufe des vorigen Jahres erst mit der Stadt und dem Staatlichen Bauamt abgestimmt werden. Mitte Januar wurde im Rathaus eigens ein runder Tisch einberufen, um das weitere Vorgehen zu organisieren.

Wird es in der Bauausschusssitzung am Mittwoch neue Erkenntnisse geben und wird ein Ende des Ampel-Theaters absehbar?

xe

Quelle: chiemgau24.de

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