Technikerschule startet im September

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Auf die Eröffnung der Technikerschule im September in Traunstein freuen sich (von links) Professor Günther Goth vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, Landrat Hermann Steinmaßl, die Traunsteiner bfz-Leiterin Susanne Mauser, Harald Schwarzbach, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs GmbH Traunstein, Oberbürgermeister Manfred Kösterke und Schulleiter Hans-Joachim Jähne.

Traunstein - Die Fachschule für Maschinen-/Elektrotechnik nimmt im September in Traunstein ihren Betrieb auf.

Träger sind die Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz). In deren Firmengebäude im Gewerbegebiet Kaserne ist die neue berufsbegleitenden Schule künftig untergebracht.

Neben der Hauptstelle in Traunstein verfügen das bfz und verbundene Unternehmen in der Region über Außenstellen in Bad Reichenhall, Freilassing, Traunreut, Trostberg und Rosenheim. Dieser Tage haben die Initiatoren die "Technikerschule" im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Landratsamt Traunstein Vertretern aus der Kommunalpolitik, Verbänden, Banken, Firmen und Schulen vorgestellt.

Landrat Hermann Steinmaßl betonte den freudigen Anlass für die Veranstaltung. Vor rund einem Jahr habe man gemeinsam im Rahmen der Eröffnung des neuen bfz-Firmengebäudes über die Problematik des aufziehenden Fachkräftemangels diskutiert. Es sei wichtig, Fachkräften gleichermaßen Wohnen, Arbeiten und Leben in der Region zu ermöglichen. Man müsse gemeinsam alles daran setzen, dass insbesondere auch junge Fachkräfte den Landkreis nicht verlassen. In der Region seien viele starke und attraktive Betriebe auf Fachkräfte angewiesen.

Die neue Technikerschule passt laut Steinmaßl als Ergänzung gut zu den 14 Schulen, für die der Landkreis Sachaufwandsträger ist. "Ich hoffe, dass viele Firmen die Schule nutzen", betonte der Landrat.

Professor Günther Goth vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft unterstrich die kurze Entscheidungs- und Umsetzungszeit bis zum Start der neuen Schule. Er habe "per Handschlag" mit Landrat Steinmaßl kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres die Gründung der Fachschule vereinbart, die nur neun Monate später den Betrieb aufnehme. "Es geht, wenn man zusammenarbeitet", so Goth.

Firmen seien aufgerufen, das Potenzial der eigenen Mitarbeiter zu nutzen. So sagte der Professor im Zusammenhang mit dem Thema "Rente mit 67": "Da kann man auch mit 60 Jahren noch fördern." Die Technikerschule solle in der Qualifizierung der Mitarbeiter helfen.

Für das Schuljahr 2013/ 2014 stellte Goth eine Hochschule der Bayerischen Wirtschaft in Aussicht. An ihr könnten dann die Fachschüler - die an der Technikerschule mit einer Ergänzungsprüfung im Fach Mathematik die Möglichkeit haben, die Fachhochschulreife zu erwerben - im Nachgang studieren.

Die Leiterin des bfz Traunstein, Susanne Mauser, betonte: "Für uns schließt sich mit der Fachschule der Kreis." Der Bedarf und die Notwendigkeit, Fachkräfte in der Region zu halten, sei klar erkannt.

Für die nun gegründete Technikerschule konnte man auf die Erfahrungen von 24 Berufsfachschulen zurückgreifen. Mauser erläuterte das Beispiel der Fachschule für Maschinenbau- und Elektrotechnik Amberg. In den vergangenen 20 Jahren hätten dort über 350 Absolventen die staatlich und europaweit anerkannte Technikerprüfung abgelegt. In Traunstein sei die Initiative gemeinsam vor Ort entstanden: "Regionale Akteure haben die Gründung möglich gemacht."

Schulleiter Hans-Joachim Jähne lobte die starke Unterstützung für die Schule durch die regionale Wirtschaft und den Landkreis Traunstein. So bestehe neben der Nutzung der Schulungsräume des bfz die Möglichkeit, Laborräume der Firma Heidenhain und des Annette-Kolb-Gymnasiums für Versuche und Praxisaufgaben zu nutzen.

Die Ausbildungsdauer in der berufsbegleitenden Schule beträgt vier Jahre, wobei der Schulbetrieb an drei Tagen (zweimal wöchentlich abends und samstags ganztags) insgesamt 17 Wochenstunden umfasst. Zugangsvoraussetzungen sind unter anderem ein Berufsschulabschluss, eine gleichwertige Vorbildung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf im gewerblich-technischen Bereich.

Bis jetzt haben sich 17 Schüler angemeldet. Man hoffe aber noch auf eine deutliche Steigerung, betonten Landrat Steinmaßl und bfz-Leiterin Mauser, die unter Telefon 0861/9865111 Auskünfte erteilt.

wz/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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