Warnstreik am Donnerstagmorgen

Mitarbeiter streikten bei Linde in Tacherting

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Landkreis/Tacherting - Diese Woche nimmt der Arbeitskampf der IG Metall in der Region Fahrt auf. Den vorläufigen Abschluss bildet am Donnerstagmorgen ein Warnstreik bei Linde in Tacherting.

UPDATE, 14.30 Uhr - Fotos vom Streik:

Warnstreiks von IG Metall

Update, Donnerstag, 11.15 Uhr:

"An dem Warnstreik bei Linde haben heute Morgen 250 Mitarbeiter teilgenommen", erklärte IG-Metall-Bevollmächtigter Jochen Hafner gegenüber chiemgau24.de, "Am Mittwoch bei Netzsch in Waldkraiburg waren es 100 Mitarbeiter, die sich am Warnstreik und dem Demonstrationszug zwischen den beiden Werken beteiligten."

Damit seien die Warnstreiks und Aktionen der IG-Metall in der Region für diese Woche beendet. "Jetzt müssen wir abwarten, wie die Tarifverhandlungen weiter laufen", so Hafner. Bereits am Dienstag hatte er angekündigt, wenn die Arbeitgeber keine Bereitschaft zeigten, Gespräche und Verhandlungen zu führen, würde es mit 24-Stunden-Streiks weitergehen. "Dann wird irgendwann der Punkt kommen, wo es zur Urabstimmung und unbefristetem Arbeitskampf kommt."

Bilder vom Warnstreik bei Linde

Bilder vom Warnstreik bei Netzsch

Update, Donnerstag 8.20 Uhr:

Am Donnerstagmorgen findet, wie berichtet, ab 9 Uhr ein Warnstreik bei Linde in Tacherting statt. Dieser soll etwa eine Stunde dauern.

Update, Mittwoch, 10.35 Uhr: 

"Wir sind bisher sehr zufrieden", erklärte IG-Metall-Bevollmächtigter Jochen Hafner gegenüber chiemgau24.de, "Die Warnstreiks gestern liefen trotz des schlechten Wetters sehr gut." 

Bei den Firmen Siteco und BSH fanden am Dienstagnachmittag jeweils für eine Stunde Warnstreiks statt. Laut Hafner nahmen daran bei Siteco 300 und bei BSH 1064 Mitarbeiter teil. "Außerdem gab es am Mittwochmorgen noch einen halbstündigen Warnstreik der Nachtschicht bei BSH." 

Weiter geht es am Mittwochnachmittag um 13.30 Uhr bei der Firma Netzsch in Waldkraiburg. "Da wird es einen richtig großen Warnstreik geben, inklusive einem Demozug", kündigt Hafner an, "Das wird dann etwas über eine Stunde dauern." 

Am Donnerstagmorgen wird es außerdem bei Linde in Tacherting noch einen weiteren Warnstreik ab 9 Uhr geben, so Hafner.

Bilder vom Warnstreik in Traunreut:

Update, Dienstag, 7.55 Uhr: 

Am Dienstag gibt es erneut Warnstreiks in der Region. Betroffen sind diesmal die Firmen BSH und Siteco in Traunreut. Bei BSH findet um 13.45 Uhr eine Kundgebung vor dem Haupttor statt, bei Siteco um 14.15 Uhr ebenfalls vor dem Haupteingangstor.

"Es kommt darauf an, wie diese Woche läuft, auch was die Verhandlungen bundesweit angeht", erklärte Jochen Hafner von der IG Metall Rosenheim gegenüber dem Radiosender Bayernwelle, "Und wenn dann die Arbeitgeber nicht irgendwo Bereitschaft zeigen, Gespräche und Verhandlungen zu führen, dann wird das weiterlaufen mit 24-Stunden-Streiks. Dann wird irgendwann der Punkt kommen, wo es zur Urabstimmung und unbefristetem Arbeitskampf kommt."

Der Vorbericht, Montag, 13 Uhr:

"Wir planen in der nächsten Woche Warnstreiks und Aktionen in der gesamten Region", erklärte Jochen Hafner von der IG Metall Rosenheim der Redaktion am Dienstag der vergangenen Woche.

Am Dienstag und Mittwoch der vergangenen Woche hatte es zunächst nur sogenannte verlängerte Brotzeiten in Betrieben in der Region gegeben. Dabei wurden diese von 15 auf 45 Minuten verlängert und die Mitarbeiter in dieser Zeit über die Forderungen der IG Metall informiert. 

Am Donnerstagnachmittag ab 14.30 Uhr fand dann ein Warnstreik bei der Firma ECOLAB Engineering in Siegsdorf statt. Die Mitarbeiter gingen für eine halbe Stunde auf die Straße und auch eine halbe Stunde früher nach Hause. Über die Teilnehmerzahl gingen die Angaben jedoch auseinander. Laut IG-Metall-Bevollmächtigtem Jochen Hafner nahmen 150 Personen teil. Eine Sprecherin des Unternehmens teilte chiemgau24.de dagegen mit, nur 40 Mitarbeiter hätten sich beteiligt. Darüber hinaus seien noch weitere 50 Personen von der IG Metall dazugekommen.

Bei der Rosenheimer Firma Kathrein beließ man es am Donnerstag auf Grund der angespannten Geschäftslage bei einer erneuten verlängerten Brotzeit, dies allerdings in vier Werken.

Neue Verhandlungsrunde am Montag

Im Tarifstreit in der Metallindustrie nahm die Gewerkschaft vergangene Woche vor allem die Autoindustrie in Bayern in die Zange. Wie die Deutsche Presse-Agentur GmbH (dpa) berichtet trat bei Audi in Ingolstadt in der Nacht zum Freitag die Spätschicht in den Ausstand, bei BMW bestreikten die Metaller die Werke Dingolfing, Landshut und Regensburg. IG-Metall-Landeschef Jürgen Wechsler kündigte an, es werde zu Produktionsausfällen kommen.

Die Tarifparteien in Bayern treffen sich am Montag zur dritten Verhandlungsrunde. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber haben zwei Prozent angeboten. Knackpunkt der Auseinandersetzung aber ist die Forderung der Gewerkschaft, jeder Beschäftigte müsse seine Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang von 35 auf 28 Stunden pro Woche verkürzen dürfen, mit teilweisem Lohnausgleich. Hier sind die Fronten verhärtet.

Die bayerischen Arbeitgeber zeigten sich laut der dpa "für Lösungen am Verhandlungstisch bereit. Das umfasst abe r nicht den rechtswidrigen Teillohnausgleich, der ist nicht verhandelbar", wie ihr Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte. Wechsler sagte gegenüber der dpa: "Mit der IG Metall wird es nur eine Paketlösung geben, die alle drei Elemente beinhaltet: eine satte Entgelterhöhung, den Anspruch auf kurze Vollzeit und einen Entgeltzuschuss." Auch in Baden-Württemberg, wo die dritte Verhandlungsrunde für die 3,9 Millionen Metaller in Deutschland am Donnerstag gestartet war, hatte es in diesem Punkt keinerlei Annäherung gegeben.

Bereits am Donnerstag waren 20.000 Metaller in Bayern an den Warnstreiks beteiligt.

hs mit Material der dpa

Quelle: chiemgau24.de

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