Steuben-Parade: "Stolz, dabei gewesen zu sein"

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Hebefigur der Schwerttänzer vor dem Rockefeller-Gebäude.

Traunstein - Mit Koffern voll unvergesslicher Eindrücke sind 17 Traunsteiner Schwerttänzer, sieben Landsknechte sowie acht Trommler und Pfeiferlbuam nach ihren Auftritt bei der "52nd German-American Steuben-Parade" in New York wieder in Traunstein angekommen.

Mit ihren historischen Gewändern, Uniformen und Waffen gehörte die Traunsteiner Abordnung zu den Gruppen, die vom begeisterten New Yorker Publikum am besten angenommen und von den Fernsehkameras am meisten aufgenommen wurde. Vor der Parade hatten die Teilnehmer einen Gottesdienst in der St. Patrick Kathedrale gefeiert, dessen Zelebrant der New Yorker Erzbischof Timothy M. Dolan war.

"Jeder von uns ist stolz, dabei gewesen zu sein", lautete daher das Fazit von Hauptmann Florian Schützinger, der das Privileg hatte, sich des Öfteren die Steuben-Parade von oben anschauen zu können. Denn jedes Mal, wenn der Zug längere Zeit stoppte, zeigten die Traunsteiner die vom Schwerttanz am Ostermontag bekannte Hebefigur, bei der der Hauptmann als Symbol des Frühlings über den Winter auf einer mit den Schwertern gebildeten Plattform in die Höhe gehoben wird.

"Wir sind bei der Steuben- Parade nicht nur mitgegangen, sondern haben sie aktiv belebt", lautete daher die Feststellung von Tanzmeister Karl Weilharter. Bei einem längeren Halt kamen die Schwerttänzer ausgerechnet vor der Ehrentribüne, auf der auch der Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl und sein Miesbacher Kollege Dr. Jakob Kreidl saßen, zum Stehen. Tanzmeister Weilharter erfasste die Situation am schnellsten und schloss seinen MP3-Player mit der Schwerttanzmusik an das Mischpult des Ansagers an, sodass die Traunsteiner ihren Tanz vor der New Yorker Prominenz aufführen konnten. Der Tanzmeister zeigte sich sehr zufrieden über die improvisierte Darstellung des Schwerttanzes auf der 5th Avenue, der Einkaufs- und Prachtstraße New Yorks.

Traunsteiner Schwerttänzer auf der 5th Avenue

Die Amerikaner quittierten jeder dieser Auftritte mit frenetischem Beifall. Ebenso begeistert waren sie von den rund 4000 Flyern mit Informationen über die Stadt Traunstein, die einige der die Gruppe begleitenden Frauen im schicken Dirndlgwand an die Zuschauer verteilten. Teilweise wurden sie ihnen direkt aus der Hand gerissen.

Der Grund, dass die New Yorker über die Traunsteiner Schwerttänzer so begeistert waren, lag wohl darin, dass zwar jedes Jahr Gruppen aus "Old Germany" zur Steuben- Parade kommen, dies aber in der Regel immer wieder Trachten-, Schützen- und Karnevalsvereine sind. Die Traunsteiner bildeten in diesem "Einheitsbrei" als historische Gruppe eine wohltuende Ausnahmestellung. Mit einer "Friendship Party" im Central Park klangt die Steuben-Parade aus.

Am Tag vor der Steuben- Parade wurden die 17 Gruppen aus Europa im City Hall Park von Stadt-Minister Herbert W. Stupp empfangen, der Bürgermeister Michael Bloomberg vertrat. Der General Chairman des Steuben- Parade-Committee, Lars Halter, überreichte den Schwerttänzern eine Erinnerungsmedaille und eine Urkunde als Dank für die Teilnahme an der Steuben-Parade. Im Auftrag von Oberbürgermeister Manfred Kösterke übergab Ursula Lay zusammen mit Rolf Wassermann als Kulturreferentin das Geschenk der Stadt Traunstein: die kleine Figurengruppe der Landsknechte, die heuer an den Ortseingängen in Lebensgröße für den Georgiritt warb. Entworfen hat sie Wassermann. Mit dabei war auch Landrat Steinmaßl, der die Stadt und den Landkreis vertrat. Er nutzte das Treffen zu politischen Gesprächen. Da Steinmaßl damit viel für die deutsch-amerikanische Freundschaft getan hat, wird ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel verzeihen, dass er bei ihrem Auftritt in Waging nicht dabei sein konnte.

Am Abend gab es im Hilton-Hotel ein "Gala Benefit Banquet" mit Big-Band-Musik, bei der die General Chairman Halter die "Grand Marshals" (Schirmherren) der Steuben-Parade ernannte.

"Jeder von uns ist begeistert, auch diejenigen, die vor sechs Monaten gesagt haben, dass sie nicht mitfahren wollen", erklärte Hauptmann Schützinger nach der Rückkehr, denn die Traunsteiner Schwerttänzer waren mit ihrem Auftritt bei der SteubenParade in aller Munde. Besonders danach in den amerikanischen Fernsehsendern. Jeder TV-Sender, der über die Parade berichtete, zeigte Sequenzen mit den Traunsteiner Tänzern. Schützinger hob nochmals die Traunsteiner Geschäftsleute hervor, die durch ihre Spenden die Reise erst möglich gemacht haben, denn die Transportkosten waren entsprechend groß. "Wir hoffen, dass für unsere Buam etwas übrig bleibt, um deren Reisekosten zu reduzieren", meinte er.

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Quelle: chiemgau24.de

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