Stadtpfarrkirche: Chororgel wurde eingeweiht

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Kirchenmusiker Manfred Müller ließ die neue Chororgel in der Stadtpfarrkirche erstmals erklingen.

Traunstein - In einer Vesper mit Stadtpfarrer Georg Lindl, seinem Vorgänger Sebastian Heindl und Pastoralreferentin Edith Heindl wurde die neue Chororgel der Stadtpfarrkirche geweiht.

Die Segnung nahm Lindl anlässlich des 60. Priesterjubiläums von Papst Benedikt XVI. in Anwesenheit zahlreicher Gläubiger vor.

Mit einem Werk von Johann Sebastian Bach ließ Kirchenmusiker Manfred Müller das neue Instrument erstmals offiziell erklingen. Die Chororgel ist der erste Teil des "Papst-Benedikt-Orgelwerks". Als zweiter Schritt soll die Hauptorgel auf der Empore restauriert werden, sobald die Finanzierung steht.

Nicht jeder Generation sei es vergönnt, das Werk einer neuen Orgel zu erleben, betonte Oberbürgermeister Manfred Kösterke, denn so etwas sei "ein Jahrhundertwerk. Deshalb sehe ich, was noch vor uns liegt". Das Besondere sei, dass das Orgelwerk dem Ehrenbürger Traunsteins gewidmet sei.

Die Orgel sei wegen ihrer Vielfalt und Dynamik die "Königin der Instrumente" und seit Jahrhunderten das Instrument der Kirche und Liturgie. Kösterke sprach die Hoffnung aus, dass der Klang der Chororgel auch in Rom gehört werde. "Damit wollen wir Papst Benedikt XVI., Prälat Georg Ratzinger und Geistlichem Rat Rupert Berger zum diamantenen Priesterjubiläum Glück wünschen."

St. Oswald sei seit Jahrhunderten das Wahrzeichen, der geografische und kirchliche Mittelpunkt der Stadt und nicht zuletzt die Primizkirche von Papst Benedikt XVI. "Das Werk zeigt, was möglich ist, wenn sich viele Menschen für eine Sache einsetzen", lobte der OB den "großartigen Bürgersinn". Daher sei er fest überzeugt, dass auch der zweite Teil, die Orgel auf der Empore, zu verwirklichen ist. "Der erste Schritt auf dem langen Weg zum Papst-Benedikt-Orgelwerk ist getan."

Von einem "schönen musikalischen Erlebnis" sprach der Vorsitzende des Fördervereins der "Orgelfreunde St. Oswald-Traunstein", Altoberbürgermeister Fritz Stahl. Ein Wunsch sei in Erfüllung gegangen. Dafür hätten viele kräftig die Werbetrommel gerührt, um die Spendenfreudigkeit zu wecken. "Aber diese Finanzierung gelang nicht ,einfach so', sondern es wurde schon mit freundlicher Intensität geworben", stellte Stahl fest. Dies zeige jedoch, dass sich die Gemeinschaft um ihre Kulturgüter sorge.

"Von Orgel zu Orgel" könnte man die letzten Jahre in Traunstein überschreiben. Mit einer neuen Orgel in der evangelischen Auferstehungskirche habe 1994 die "Orgelwelle" angefangen. Es folgten die Restaurierungen der Orgel in der Klosterkirche (2001), in der Salinenkirche (2003) und im Ettendorfer Kircherl (2005).

Stahl freute sich, dass die erste Hälfte des Papst-Benedikt-Orgelwerks geschafft sei. Dies seien jedoch nur 15 Prozent der Gesamtaufgabe, denn St. Oswald brauche für die Feiern festlicher Gottesdienste eine neue Hauptorgel. Die bisherige habe in diesem Frühjahr ihren Dienst dauerhaft versagt. "Die Traunsteiner Orgelfreunde erwarten, dass die irreparable Hauptorgel recht bald wieder erklingt", sagte Stahl.

Kirchenpfleger Hans Kösterke drückte seine Freude aus, dass die Kosten für die Chororgel von insgesamt 140.000 Euro für den Bau durch die Firma Pirchner aus Steinach am Brenner und die farbliche Gestaltung durch den Kirchenmaler Daniel Braun aus Nußdorf allein durch Spenden und freiwillige Zuschüsse zusammengekommen waren. Er würdigte ebenfalls die Spendenbereitschaft und hob die Unterstützung von Behörden und Fachstellen bei der Genehmigung, der Denkmalbehörden, des Erzbischöflichen Ordinariats bei der Beratung, der Handwerker und vieler anderer Helfer hervor. Durch das Zusammenwirken aller sei das Bürgerprojekt zum Teil Wirklichkeit geworden.

Der klassizistische Korpus der Hauptorgel warte nun auf ein neues Innenleben. "Vor uns liegt eine lange Wegstrecke, denn die Finanzierung von rund 850.000 Euro muss noch gesichert werden. Aber miteinander werden wir es schaffen", war Kirchenpfleger Kösterke überzeugt.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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