Stabiles neues Dach für Vinzentinum

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Die Generaloberin Sr. M. Theodolinde der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul übergab den symbolischen Schlüssel an den Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Hermann Steinmaßl (links), den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Georg Grabner (Zweiter von links) und Klinik-Vorstand Stefan Nowack.

Ruhpolding - Mit der Übergabe des Vinzentinums an die Kliniken Südostbayern AG geht die 46-jährige Epoche der Kongregation der Barmherzigen Schwestern im Krankenhaus zu Ende.

Am 1. Januar geht das Vinzentinum offiziell als sechstes Krankenhaus in den südostbayerischen Klinik-Verbund über.

Mit der symbolischen Übergabe eines Schlüssels aus Brezenteig an den Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Hermann Steinmaßl, den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Georg Grabner und Klinik-Vorstand Stefan Nowack legte die Generaloberin der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul, Sr. M. Theodolinde Mehltretter, die Verantwortung für das Vinzentinum Ruhpolding in die Hände der Kliniken Südostbayern AG. Bei der Feierstunde am Donnerstag im katholischen Pfarrzentrum St. Georg, die von der Harfenspielerin Steffi Geierstanger musikalisch umrahmt wurde, sprach Sr. M. Theodolinde von einem "Meilenstein". Sie sei davon überzeugt, dass das Vinzentinum in gute Hände gelangen werde.

Zurückblickend schaue sie dankbar auf viele fruchtbare Jahre im Dienst der Kranken und Hilfsbedürftigen. Nun habe man verantwortungsbewusst auf die gesellschaftlichen und ordensinternen Gegebenheiten reagieren müssen, so die Generaloberin. Die Übergabe sei für die Kongregation eine traurige, aber gleichermaßen auch eine erfreuliche Stunde. Mit der Kliniken Südostbayern AG habe man einen kompetenten Partner gefunden, der sowohl für hohe medizinische Qualität als auch für menschliche Zuwendung stehe.

Dies bestätigte ihr Klinik-Vorstand Nowack: "Die Kliniken Südostbayern AG bietet dem Krankenhaus Vinzentinum mit über 3400 Beschäftigten ein stabiles neues Dach. Wir freuen uns auf das Vinzentinum Ruhpolding und seine Mitarbeiter." Das Vinzentinum, das seinen Namen behält, werde mit Sicherheit eine Bereicherung für den Klinikverbund. Er wies auf die Chancen hin, die das Vinzentinum nach dem "Stabwechsel" im gemeinsamen Verbund biete. Insbesondere die kurze Entfernung zum Klinikum Traunstein als größten Standort und gleichzeitig als Haus mit den größten Kapazitätsengpässen biete viele Möglichkeiten. "Dabei gilt es jedoch, neben der Entlastungsfunktion für Traunstein auch ein neues medizinisches Profil für Ruhpolding zu erstellen und umzusetzen", betonte Nowack.

Die geplanten und notwendigen Veränderungen in Ruhpolding würden nach und nach eingeführt und umgesetzt. Nowack bat um Verständnis, wenn nicht alles so schnell gehe, wie es sich manch Ungeduldiger erhoffe. "Das medizinische Konzept kann nur schrittweise umgesetzt werden, wobei das Krankenhaus aufgrund seines guten Zustands und seiner Größe Entwicklungsmöglichkeiten bietet", machte er deutlich.

Landrat Steinmaßl erklärte, mit der Weiterführung des Vinzentinums durch die Kliniken Südostbayern AG hätten alle Mitarbeiter eine Zukunft. "Außerdem bleibt unserer Region eine wichtige Einrichtung für die Klinikversorgung erhalten." Er würdigte den jahrzehntelangen Einsatz der Ordensschwestern. "Sie waren in den vergangenen 46 Jahren gemäß ihres Ordens Missi-onarinnen der Nächstenliebe und Barmherzigkeit."

Die Krankenhauslandschaft verändere sich rasant und zwinge zur Kooperation und Zentralisierung. "Der Landkreis Traunstein hat frühzeitig damit begonnen, auf diese Entwicklung Rücksicht zu nehmen und über 100 Millionen Euro in die Kliniken Traunstein und Trostberg investiert", so Steinmaßl. Auch sein Berchtesgadener Kollege Grabner habe auf die Entwicklungen reagiert. "Beide Landkreise bekennen sich uneingeschränkt zur kommunalen Sicherung der Krankenhausversorgung." Die Folge sei die Fusion der fünf Krankenhäuser beider Landkreise 2009 gewesen. Insofern sei die Übernahme des Vinzentinums durch die Kliniken Südostbayern AG als sechsten Standort die logische Konsequenz. Das Vinzentinum genieße einen sehr guten Ruf und dies werde auch so bleiben. Den Mitarbeitern bescheinigte er eine hervorragend geleistete Arbeit und war überzeugt, dass sie unter dem Dach der Kliniken Südostbayern AG ihrer Verpflichtung weiterhin nachkommen werden.

Der Stabwechsel scheine sich sehr harmonisch zu vollziehen, stellte Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler fest. "Es ist ein großer Segen, dass das Krankenhaus im Dorf ist", sagte er. Ruhpolding sei kein Tal mit einer einstirnigen und "eignahten" Bevölkerung, sondern ein weites Tal, das viel Platz habe für alle Landkreisbewohner. Es sei sehr schön, dass es nach dem Wechsel weiter- gehe und das Vinzentinum für alle Leute da sei, die der Hilfe bedürften.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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