Sorgen um Nachwuchs für Feuerwehr

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Die Feuerwehr Traunstein ehrte langjährige Mitglieder: (von links) stellvertretender Vorsitzender Johannes Thanbichler, die Jubilare Otto Thanbichler (50 Jahre) und Fritz Ficker (70 Jahre) sowie der Vorsitzenden Herbert Enthofer.

Traunstein - Einen deutlichen Anstieg bei den Einsatzzahlen hatte die Feuerwehr Traunstein im Jahr 2011 zu verzeichnen. Doch die Feuerwehr plagen Nachwuchssorgen:

Sie wurde zu 235 Einsätzen gerufen - 37 mehr als in 2010. Das ging in der Jahresversammlung des Vereins aus dem Kommandantenbericht hervor. Insgesamt leisteten die Floriansjünger 11678 Stunden für Einsätze und Übungen. Sorgen macht sich der Verein um weiteren Nachwuchs. "Die Feuerwehr findet bei der Jugend fast kein Interesse mehr", bedauerte Jugendwart Alexander Huber in der Versammlung.

Die Feuerwehr Traunstein wurde im vorigen Jahr zu 235 Einsätzen gerufen. Dies bedeutete nach den Worten von Zugführer und Feuerwehrarzt Dr. Gerhard Binder, der den Kommandantenbericht in Vertretung der erkrankten Kommandanten Manfred Dandl und Werner Huber verlas, einen deutliche Anstieg gegenüber den Vorjahren, als es 200 (2009) beziehungsweise 198 (2010) waren.

Von den Einsätzen entfielen 206 auf das Stadtgebiet und 29 auf den Landkreis. Zusammen wurden 4129 Einsatzstunden (2931 im Stadtgebiet und 1198 im Landkreis) geleistet. Von den Einsätzen entfielen 34 auf Brände, 162 auf technische Hilfeleistungen und 39 auf Alarme von Brandmeldeanlagen. Von den 26 Übungsabenden fanden drei unter Einsatzbedingungen statt. Dabei kamen 7549 Übungsstunden zusammen.

In dieser Zahl sind auch die Übungen der Atemschutzgeräteträger, der CSA-Träger und der Sanitätsgrup-pe, die Ausbildung der Fahrer- und Maschinisten und des Messtrupps sowie das Training der Höhensicherungsgruppe enthalten. Für Einsätze und Übungen leistete die Traunsteiner Wehr insgesamt 11678 Arbeitsstunden. Darin nicht erfasst sind hunderte von Sitzungsstunden, die Bürotätigkeiten und die Gespräche mit der Stadtverwaltung. Binder bezifferte den aktuellen Personalstand mit 97 aktiven Feuerwehrdienstleistenden.

Nach den Worten von Jugendwart Alexander Huber bestand die Jugendgruppe 2011 aus jeweils sieben Mädchen und Buben. Sie leisteten bei Übungen und Ausbildungsveranstaltungen 1239 Stunden. Hinzu kamen 960 Stunden, die die Ausbilder für die Vorbereitung und Durchführung der Übungen und sonstiger Ausbildungsveranstaltungen benötigten. Hieraus ergibt sich eine Summe von 2199 Stunden.

Huber bedauerte, dass die Aktionstage "Girls' & Boys' Day" bei den Jugendlichen in der Stadt nur wenig bis gar kein Interesse geweckt hätten. "Wir mussten wieder feststellen, dass die Feuerwehr bei der Jugend fast keinen Anklang mehr findet", so Huber. Sport und Freizeit stünden bei der Jugend an erster Stelle.

"235 Einsätze machen viel Arbeit", sagte Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein. Die Einsätze seien "sehr gut" abgearbeitet worden. Die Feuerwehren hätten beim Brand in Empfing am vergangenen Dienstag Hervorragendes geleistet (wir berichteten). Mit 14 Jugendlichen schaue es beim Nachwuchs gut aus, dennoch sollte die Wehr bei ihren Bemühungen um Nachwuchs nicht nachlassen, weil es sonst in der Zukunft Probleme gebe. In diesem Zusammenhang bat er die Gemeinden um Unterstützung bei der Imagekampagne des Feuerwehrverbands für den Feuerwehrnachwuchs.

Seine Anerkennung für die ehrenamtlich geleistete Arbeit sprach Polizeihauptkommissar Maximilian Lex von der Polizeiinspektion Traunstein den Feuerwehrdienstleistenden aus. Ihre "hervorragende" Sach- und Fachkenntnisse hätten sie erst kürzlich wieder beim Großbrand in Empfing unter Beweis gestellt. Besonders bei Verkehrsunfällen und Verkehrseinsätzen bei großen Veranstaltungen wie dem Fa-schingszug, Georgiritt oder in diesem Jahr bei der "Bayernrundfahrt" sei die Polizei auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen. Durch ihren hohen Ausbildungsstand und ihre professionelle Arbeit sei sie für die Polizei rund um die Uhr ein wertvoller und unverzichtbarer Partner.

Eine Spende von 3000 Euro übergab der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Herbert Enthofer, an die Leiterin des Sonderpädagogischen Förderzentrums, Kira Nay, und die Elternbeiratsvorsitzende Hedwig Huber. Das Geld stammt aus der "Aktion Christbaum" der Feuerwehr. Seit Jahrzehnten ist die Freiwillige Feuerwehr Pate der Einrichtung. Nay versicherte, dass das Geld vollständig für ihre Schüler verwendet werde. Als Beispiele nannte sie die Mitfinanzierung von Förderlehrern, die Mittagsbetreuung und Schulprojekte.

Zusammen mit seinem Stellvertreter Johannes Thanbichler ehrte Enthofer langjährige Vereinsmitglieder. Eine Ehrenurkunde für 70 Jahre Mitgliedschaft bekam Ehrenmitglied Fritz Ficker, der eigens aus Donauwörth angereist war. Für seine 50-jährige Mitgliedschaft erhielt Otto Thanbichler eine Ehrenurkunde.

Die Leistungen sowohl der aktiven Feuerwehr als auch des Feuerwehrvereins würdigte Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Mit der "Aktion Christbaum" habe sich der Verein am sozialen Leben der Stadt beteiligt. Die Feuerwehr habe ihre Einsatzbereitschaft wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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