Soll Stadtplatz Fußgängerzone werden?

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Der Stadtplatz in Traunstein.

Traunstein - Diskussion in Traunstein lebt wieder auf: Soll der Stadtplatz, zumindest zunächst probehalber am Samstag, eine Fußgängerzone und dadurch noch schöner werden?

Diese Frage erörterte eine Runde mit Oberbürgermeister Manfred Kösterke, den Stadträten Ingrid Bödeker, Dr. Thomas Graf, Ernst Haider, Dr. Rainer Schenk, Wilfried Schott und Uwe Steinmetz, Stadtmarketingkoordinator Jürgen Pieperhoff und Wirt Rudi Zeif direkt am "Tatort" auf der Freischankfläche des "Hofbräustüberls". Angeregt hatte die Zusammenkunft der Traunsteiner Bürger Günter Salzmann.

"Mir geht der Verkehr auf den Wecker", sagte Salzmann zu Beginn. Wie groß die Verkehrfrequenz am Samstagvormittag auf dem Stadtplatz ist, machte eine kleine Verkehrszählung während des Gesprächs deutlich: Innerhalb von fünf Minuten fuhren rund 30 Fahrzeuge an der Diskussionsrunde vorbei. Ihm gehe es darum zu klären, ob und wie man einen Einklang zwischen den Interessen der Bürger und dem Gewerbe herstellen kann, so Salzmann. Er schlug vor, zu diesem Zweck die Durchfahrt zwischen der St.-Oswald-Kirche und dem Brunnen an der Ostseite für einige Monate an Samstagen zu sperren, um festzustellen, wie sich eine Erweiterung der Fußgängerzone auf die Geschäfte und Gastronomiebetriebe rund um den Platz auswirkt.

Alle sind gleich zu behandeln

Oberbürgermeister Kösterke machte jedoch deutlich, dass er für eine solche Einzeltageslösung keine rechtliche Grundlage sehe. "Entweder man widmet die Straße grundsätzlich um oder gar nicht. Für eine Einzelfallregelung brauche ich einen verkehrsrechtlichen Grund." Auch er gab zu, dass es schöner wäre, wenn keine Autos auf dem Stadtplatz fahren würden. Aber man müsse bedenken, dass eine Ausweitung der bestehenden Fußgängerzone auch Auswirkungen auf die Schaumburgerstraße und den Taubenmarkt hätte. Und: "Wir können den Stadtplatz nicht einfach sperren, weil ein paar Leute in Ruhe ihr Bier trinken wollen", lautete sein Argument. Die Diskussion über die Fußgängerzone am Stadtplatz sei so alt wie der Platz selbst. Eine gangbare Lösung könne es nur unter Beachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes geben.

Mehr Lebensqualität und mediterranes Flair versprach sich Dr. Schenk von dieser Maßnahme. Es gebe genügend Oberzentren, was Traunstein ja werden wolle, die diesen Weg bewusst gewählt hätten. Für ihn war es schleierhaft, warum Traunstein noch keine zusammenhängende Fußgängerzone habe. Mit Sicht auf den Handel gab er allerdings auch zu, dass es Gewinner und Verlierer gebe.

Pieperhoff und Haider sprachen sich strikt gegen eine Sperrung aus. Pieperhoff erklärte, dass die Wahrnehmung des Verkehrs auf der Nordseite des Stadtplatzes sicherlich eine andere sei als auf der Südseite mit der Fußgängerzone. Der Platz sei ein Geflecht von Einzelhandelsunternehmen. Eine Sperrung des Stadtplatzes ziehe eine Umstrukturierung des Einzelhandels mit sich, die zu Leerständen führe. "Der Handel ist dagegen, weil entsprechende Erfahrungen vorliegen." Man lebe mit einer älter werdenden Bevölkerung, die in unmittelbarer Nähe einkaufen wolle. Er sah nur einen kleinen Kreis an Nutznießern und das auch nur bei schönem Wetter. "Wenn es regnet, sieht es schon wieder ganz anders aus."

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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