Skifahren für körperbehinderte Kinder

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Skifahren für Kinder mit Cerebralparese.

Traunstein - Das Bobath-Team im SPZ Traunstein organisierte wieder eine Skifreizeit für Kinder mit Cerebralparese.

Einzigartige und sicher unvergessliche Eindrücke konnten Kinder mit Cerebralparesen, die in SPZ in Traunstein behandelt werden, aus der diesjährigen Skifreizeit in Ruhpolding mit nach Hause nehmen. Unter Cerebralparese versteht man Bewegungsstörungen, deren Ursache in einer frühkindlichen Hirnschädigung liegt. Die Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren hatten nicht nur riesigen Spaß, sie machten auch große Fortschritte in der Körperbeherrschung und konnten am Schluss mit immer weniger Hilfe den Berg hinuntersausen.

Nachdem die Ausrüstung perfekt, die Skier gewachst und die ersten Schritte im Schnee mit viel Mühe gemacht waren, konnten mit Hilfe des Therapeutenteams aus dem SPZ (Daniela Beer, Elisabeth Eisenberger, Christine Knerr Evi Schiller und Christian Köppl) die Kinder in ihre Skier steigen. Bereits hier war volle Konzentration und Kraft nötig, um in die Bindung einzusteigen ohne dabei das Gleichgewicht oder den Mut zu verlieren.

„Am Anfang müssen wir die Kinder noch sehr viel halten“, erklärt die Physiotherapeutin Elisabeth Eisenberger. „Stürze gilt es bei den ersten Fahrten zu vermeiden, sonst verlieren die Kinder sofort die Freude. Trotzdem ist es für die Kinder wichtig, möglichst bald ins Fahren zu kommen und den Reiz der Geschwindigkeit zu erleben, das motiviert die Kinder am meisten. Aus therapeutischer Sicht machen unsere Kinder ganz neue Bewegungserfahrungen. Beidseitig und wechselseitiges Belasten der Beine sowie isolierte Beinbewegungen sind beim Skifahren ständig gefordert, Bewegungen, die unseren Kindern im Alltag so schwer fallen.“

„Nach ein paar Fahrten stehen die Kinder schon viel sicherer auf dem Ski, können ihr Gleichgewicht schon sehr viel besser halten und benötigen auch beim Lifteln zunehmend weniger Hilfe“, berichtet die Ergotherapeutin Evi Schiller. „Skifahren fördert im Besonderen Ausdauer, Mut und Durchhaltevermögen, es ist enorm, was die Kinder an einem Vormittag leisten können“, ergänzt Evi Schiller anerkennend.

Der älteste Teilnehmer, der beim Gehen eine starke Innenrotationsfehlstellung in den Beinen zeigt, steht am zweiten Skitag mit paralleler Skiführung auf dem Ski und sein Begleiter und Therapeut Christian Köppl kann seitlich neben ihm fahren ohne ihn dabei zuviel unterstützten zu müssen.

„2006 haben wir den Skisport als eine Möglichkeit der Therapie für körperbehinderte Kinder entdeckt und damit begonnen“ so Elisabeth Eisenberger. Ziel war es, Kinder mit Cerebralparesen an die im Chiemgau üblichen wintersportlichen Aktivitäten heran zu führen. Realisiert werden konnte das Ganze jedoch nur durch das Engagement der skibegeisterten SPZ-Mitarbeiter, die sich alljährlich bereit erklären, bei diesem Projekt mit viel körperlichem Einsatz mit zu machen und die Bereitschaft der Schischule Ruhpolding, ihr Gelände in Maiergschwendt zur Verfügung zu stellen.

Für die Kinder hat sich der Aufwand dieses Jahr wieder gelohnt.

Nach dem Intensivkurs hat jedes Kind für seine Verhältnisse das Bestmögliche erreicht. Zur Belohnung gab es bei der Siegerehrung für jeden eine glitzernde Goldmedaille und eine Würdigung seiner persönlichen Leistung.

Pressemitteilung Klinikum Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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