"Knochenbrecher" auf dem Schusterhof

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Siegsdorf - Der aus dem Fernsehen bekannte „XXL-Ostfriese“ Tamme Hanken war am vergangenen Samstag erstmals auf dem Schusterhof in Schweinbach.

Der Chiro- und Heilpraktiker, der auch als „Knochenbrecher“ bekannt ist, behandelte eine Menge Pferde und Hunde, die teils aus Österreich und der Schweiz mit ihren Besitzern angereist waren, wie auch einige Vierbeiner aus der Umgebung.

Tamme Hanken wurde 1960 auf dem elterlichen Hof in Filsum/Ostfriesland geboren. Er machte zunächst eine Landwirtschaftslehre. Doch dieser Beruf füllte ihn nicht aus. Seit Generationen gab es schon eine besondere Begabung in dieser Familie. Das Gespür für Tiere, das ihn schon damals nebenbei praktizieren ließ. Heute ist er einer der meist gefragten Chiro- und Pferdeheilpraktiker. Mit einem Blick erkennt Hanken wo, im wahrsten Sinne des Wortes, der Sattel drückt, was tatsächlich zu schmerzhaften Verspannungen und Fehlhaltungen führen kann. Er lässt sich ein Pferd vorführen, fragt zuerst nach seinem Alter, lässt es im Schritt und Trab den Gang hoch und runter, dann rückwärts laufen, schaut ihm ins Maul und sagt mit Klartext was los ist. Als nächstes wird der Sattel und die Lage des Sattels begutachtet: „Schätzelein, war der Sattler besoffen? Der Sattel sitzt falsch. Du machst Dein Pferd müde und kaputt.“ Oder: „Das ist ein ausgenudeltes Geschirr. Das Pferd hat Blasen im Maul.“- „Manche Frauen haben das Gen einer Krähe. Sie wollen alles haben und umhängen was glänzt.“

Mit seinem frischen Friesenhumor bietet er neben seinem Können eine zusätzliche Unterhaltungsshow mit reichhaltigem Wortwitz. Nun gleiten die Riesenpranken des 2,06m großen Hünen mit 160kg Lebendgewicht feinfühlig über Rücken und Läufe und mit gezielten Griffen und kräftigen Rucken zieht er ihnen die Beine lang. So kann er Verspannungen lösen. Eines ist sicher, dieser Mann hat eine besondere Begabung in die Wiege gelegt bekommen. Er beherrscht die Kunst des „Nervenfühlens.“

Als Experte weltweit gefragt

Wo die klassische Tiermedizin nicht mehr weiter weiß, hat er oft noch Erfolg. Sein Wissen über Pferde und seine über dreißigjährige Erfahrung ist sogar im englischen Königshaus und bei arabischen Scheichs gefragt. Doch wenn er sieht, dass es keinen Sinn mehr hat, behandelt er nicht mehr. „Was gibst du dem Hund zu fressen?, fragt er mit Kennerblick. „Hast du schon mal einen Hund gesehen, der kocht? Füttere wie die Natur.“ Er erklärt in Ruhe, gibt ausführliche und individuelle Futteranweisungen, ungewöhnliche Arzneiverordnungen und weist auf hilfreiche Hausmittel hin, die auf alten Familienrezepten basieren. Er gibt Tipps und Tricks, die man in einschlägiger Literatur vergeblich sucht. Dass er nichts von Trockenfutter hält, ist unschwer zu begreifen.

Trotz seiner weltweiten Erfolge ist er auf dem Boden geblieben. Ist der nette Typ von nebenan mit dem es in geselliger Runde immer eine Menge Spaß gibt. Er pflegt seit 15 Jahren eine intensive Freundschaft mit Thomas Riedel, dem Wirt vom „Schwabenbräu“ in Bad-Reichenhall, war sogar sein Trauzeuge, als dieser 2008 seine Ruth heiratete. 2009 verliebte sich Hanken in Frankreich in „Jumper,“ einen Boulonnais Kaltblut Schimmelhengst, der ihn mit einem Stockmaß von 178cm gut tragen konnte und holte ihn voller Stolz heim auf den Hankenhof, wo er neben seiner Frau Carmen eine glückliche Zeit mit ihm erlebte.

Doch vor einigen Wochen wurde „Jumper“ vergiftet. Alle Bemühungen führten nicht zu einer Gesundung und Hanken hat sich entschlossen, ihn in einigen Tagen von seinen Qualen zu erlösen. Jeder Pferdefreund kann nachempfinden, wie unendlich tief der Herzschmerz von diesem starken Mann jetzt ist, der immer nur heilen möchte. Am 3. November 2013 ist der XXL-Ostfriese um 20:15 Uhr wieder im NDR-Fernsehen. Wer ihn noch nicht kennen sollte, kann sich dort ein Bild von ihm machen. Auf Nachfrage war die Resonanz allgemein positiv. Die behandelten Rösser, die er am vergangenen Samstag auf dem Schusterhof behandelte, liefen schon leichtfüßiger und zeigten wesentliche Besserung. Im nächsten Jahr will der Schusterhof Tamme Hanken gerne wieder einladen.

J.M.

Quelle: chiemgau24.de

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