Siegsdorf: So ist der Stand der Dinge

Siegsdorf - In der Versammlung der Unabhängigen Wähler Siegsdorf berichteten unter der Moderation des Vorstands Martin Maier die Gemeinderäte über aktuelle gemeinde- und kreispolitische Themen.

Heinz Kecht erläuterte den aktuellen Stand des Neubaus „Feuerwehrhaus Siegsdorf“. Er dankte ausdrücklich Bürgermeister Thomas Kamm für den geschickten Grundstückstausch, der die vorher beengte Platzsituation deutlich verbesserte. Ein Ideenwettbewerb führte zur Vergabe an das Architekturbüro „Zeller / Romstötter“, deren Kostenberechnung sich auf 2,7 Mio Euro belief. Die Gemeinde erhält von der Regierung einen Zuschuss von 420.000 Euro. Dank der von der Feuerwehr, dem Gemeinderat und dem Bauamt eingebrachten Kompetenz ist ein zukunftsorientiertes und gutes Feuerwehrhaus in Entstehung begriffen und wird vorsichtlich im September nach nur einjähriger Bauzeit eingeweiht werden.

Die Fachhochschule Kufstein hatte im Auftrag der Gemeinde ein Energiekataster erstellt. Man beschränkte sich vor allem auf den Dorfkern und den energetischen Zustand der Gebäude. 91% der Häuser beziehen ihrer Heizenergie aus Erdöl. Nach Auskunft der FH Kufstein macht eine Nahwärmeversorgung Sinn. Aus diesem Grund hat sich die Gemeinde entschlossen, die notwendige Feinanalyse von einem Ingenieurbüro durchführen zu lassen. Ende Juni werden die Ergebnisse erwartet. Anschließend muss sich der Gemeinderat damit auseinander setzen welche Variante eines Nahwärmenetzes umgesetzt werden kann. Zunächst wird eine Nahwärmeversorgung nur im Kernbereich der Gemeinde möglich sein, bei Erfolg dieses Konzeptes wird man über eine Erweiterung nachdenken.

Im Februar dieses Jahres nahm der Jugendtreff seinen offiziellen Betrieb auf. Zwischenzeitlich sind an den Öffnungstagen zwischen 15 und 30 Jugendlichen im Treff. Die Jugendlichen sind zwischen 13 und 17 Jahre alt und überwiegend aus dem Siegsdorfer Gemeindebereich. Alexander Klammer berichtete von den bisherigen Aktionen der Jugendlichen, wie die Teilnahme am Siegsdorfer Dorfschießen und Dorfkegeln, den Jugendversammlungen und Wahl eines Jugendrates. Nach Aussage der Bereichsleiterin Gitti Plank der Diakonie Rosenheim, hat sich der Jugendtreff zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt. Der überwiegende Anteil der Jugendlichen sind auch in Siegsdorfer Vereinen engagiert. Die Hauptamtliche Betreuung durch Christina Hollnaicher hat sich als Volltreffer erwiesen.

Mit der Verlegung des Steinzeitdorfes zum Museum in die Ortsmitte hat die Attraktivität der Einrichtung deutlich erhöht, was an den Besucherzahlen abzulesen ist. Am 12. Mai wurde die Saison 2011 mit einem Lagerfeuer eröffnet. Für die nächsten Wochen sind bereits deutlich mehr Gruppenbuchungen als im letzten Jahr für den Steinzeitgarten eingegangen. Als Ergänzung zur Überdachten Feuerstelle wird ein Glasdach am Feilhaus angebracht, so dass bis zu 100 Personen auch bei Regenwetter nicht nass werden.

Auf die Neugestaltung des Siegsdorfer Kurparks ging Evi Geisreiter ein. Der Landschaftspfleger Peter Aigner wurde beauftragt den Bereich des ehem. Minigolfplatzes und die Fläche auf den Traundamm zu überplanen. Das Ausschlichten des Uferbereichs sollte laut einer Idee von Bürgermeister Thomas Kamm als Gemeinschaftsaktion der Anlieger und Vereine nach dem „Eisenärzter Beispiel“ erfolgen.

Des Weiteren berichtete Evi Geisreiter über den Bausachstand der Kinderkrippe. Erfreulicher Weise sind die Arbeiten im Zeitplan. Zu Pfingsten wollen die Erzieherinnen mit Hilfe der Eltern in das neue Gebäude umziehen. Ab September wird der reguläre Betrieb von zwei Gruppen aufgenommen. Insgesamt sind 25 Kinder angemeldet, 15 aus Siegsdorf und 10 Kinder von anderen Gemeinden. Es werden jedoch nur solange auswertige Kinder angenommen, bis die beiden Gruppen vollständig von Siegsdorfer Kindern belegt sind.

Fraktionsvorsitzender Dr. Lothar Seissiger begründete die Ablehnung des Kreishaushaltes 2011 der FW/UW Kreistagsfraktion. Der Schuldenstand wird Ende 2011 auf 73 Mio Euro angewachsen sein. Dies entspricht einer Verdopplung der Schulden seit 2002. Die Kreisumlage ist in zehn Jahren um 6,2 Punkte auf 53,7 Punkte angestiegen. Es werden dringende Sanierungen von kreiseigenen Gebäuden, Straßen und Radwegen verschoben da keine Mittel dafür da sind. Anderenteils wird versucht gegen den Willen der FW/UW Prestigeobjekte wie die Salzachbrücke in Fridolfing für 40 Mio und den Teilneubau des Gymnasiums in Traunreut für über zwölf Mio Euro durchzudrücken. Die steigenden Kosten des Bezirks belasten den Kreishaushalt ebenso wie die weiter sich vermehrenden Aufwendungen für die Sozialhilfe.

Das Thema des Bürgermeisters Thomas Kamm war der Ferienpark Vorauf. Er berichte von der Klausurtagung des Gemeinderates in Maria Eck unter Beteiligung der Baujuristen des Landkreises und des Gemeindetages. Probleme des Ferienparkes sind die geringe Belegung (im letzten Jahr nur 39.000 Übernachtungen), die schlechte Erschließung und die fehlende Bereitschaft vieler Eigentümer ihre Häuser zu sanieren. Das Ergebnis der Klausurtagung kann man in der Kernaussage zusammenfassen, so wie es jetzt ist kann es nicht bleiben. Die Idee des Gemeinderates, die Möglichkeit des Erstwohnsitzes an eine Sanierung zu koppeln sollte städtebaulich von einem Planungsbüro umgesetzt werden. Dies wird sicherlich eine Zeitschiene von zwei bis drei Jahren benötigen.

Pressemitteilung UW Siegsdorf

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © UW Siegsdorf

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