Gemeinsame Sache gegen den Vollausbau

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Sepp Daxenberger

München/Siegsdorf - In einem offenen Brief wendet sich Sepp Daxenberger an Heidi Mannfeld, Vorsitzende der Bürgerinitiative "A8 - Bürger setzen Grenzen".

Sehr geehrte Frau Mannfeld, Liebe Heidi,

Sicher hast du in den regionalen Medien mitbekommen, dass der Högltunnel laut Autobahndirektion Südbayern finanziell nicht tragbar ist. Damit platzt nicht nur der Wunschtraum der Gemeinde Anger und des Aktionsbündnisses Högltunnel. Vielmehr müssen sich jetzt auch die Bürgerinitiatiaven, die bei den Planungsdialogen auf ähnliche teure Lösungen gehofft hatten, neu orientieren. Denn mehr denn je liegt jetzt auf der Hand: Nur was baulich und rechtlich tatsächlich zwingend notwendig ist, wird gebaut werden. Der Anwohnerschutz und die erwarteten Lärmminderungsmaßnahmen werden nicht kommen – wie wir ja bereits geahnt haben.

Die Bürgerinitiativen dürfen sich nicht länger auf unhaltbare Versprechungen einlassen. Vielmehr hoffe ich, dass sie sich, wie ihr ja auch, gegen den Ausbau 6 + 2 aussprechen werden. Dieses Ausmaß ist einfach nicht notwendig: Die Verkehrszahlen rechtfertigen ein dermaßen überdimensioniertes Vorhaben nicht. Es wäre viel wichtiger, sich darauf zu konzentrieren, dass zuschaltbare Standstreifen installiert werden. Wie in Österreich auch muss es ein LKW Überholverbot auf dieser Strecke geben. Und am allerwichtigsten: Wir brauchen dringend das Tempolimit. In Österreich, an der Inntalautobahn hat sich beispielsweise gezeigt, dass die Immissionsmesswerte durch eine Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h deutlich zurück gegangen sind und die Luftsituation im Messbereich eindeutig verbessert wurde.

Bei Tempo 100 emittiert ein PKW im Schnitt pro gefahrenem Kilometer um die Hälfte weniger Kohlenmonoxid, um ein Drittel weniger Auspuffpartikel, um ein Viertel weniger Stickoxide und um 20% weniger Kohlendioxid als bei Tempo 130 (und spart dabei 20 % Sprit). Eine Reduktion der Geschwindigkeit bringt den effektivsten und günstigsten Lärmschutz. Und allen Grantlern zum Trotz: Der Zeitverlust auf 100 Kilometern gegenüber Tempo 130 liegt bei nicht einmal 6 Minuten.

Liebe Heidi, ich bitte dich als Vorsitzende der Bürgerinitiative „A8 – Bürger setzen Grenzen“ weiterhin mit gutem Beispiel voran zu gehen: Nur ein Ausbau 4+2 macht Sinn! Gleichzeitig ist dies ein dringender Aufruf an alle anderen Bürgerinitiativen, die bislang noch auf Umfahrungen oder Tunnellösungen gehofft haben: Wir müssen gemeinsame Sache machen für einen effektiven Lärmschutz, einen guten Verkehrsfluss, deutliche Flächeneinsparung, weniger Unfälle, eine klare Schadstoffsenkung – zusammenfassend: für einen intelligenten Ausbau der A8 mit zuschaltbaren Standstreifen, einer Senkung der Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h und ein LKW­Überholverbot wie im Nachbarland Österreich!

Mit freundlichen Grüßen, Sepp Daxenberger

Quelle: chiemgau24.de

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