A8-Geisterfahrer festgenommen!

Siegsdorf - Große Aufregung gab es in der Nacht auf Sonntag auf der A8. In Fahrtrichtung Salzburg war ein Geisterfahrer unterwegs. Der Mann wurde jetzt geschnappt:

Am frühen Sonntagmorgen, gegen 3.20 Uhr, teilte ein Verkehrsteilnehmer über Notruf mit, dass den Verkehrsteilnehmern im Gemeindebereich Siegsdorf auf der A8, Richtungsfahrbahn Salzburg, ein Geisterfahrer entgegenkommt. Sofort wurden zahlreiche Streifenbesatzungen an den von dem Geisterfahrer zu passierenden Anschlussstellen postiert, um Verkehrsteilnehmer am Einfahren in Richtung Salzburg zu hindern. Streifenbesatzungen der Verkehrspolizei Traunstein begannen zeitgleich mit einer sogenannten Drosselfahrt, um die im betroffenen Streckenabschnitt befindlichen Fahrzeugführer zu warnen und eine Pufferzone zum Geisterfahrer zu bilden.

Zwischen den Anschlussstellen Grabenstätt und Bergen verlor der Geisterfahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte mit der rechten Fahrzeugseite in die Mittelschutzplanke. Anschließend entfernte er sich unerkannt in richtiger Fahrtrichtung.

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Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

UPDATE 16.20 Uhr: Festnahme des A8-Geisterfahrers

Der gesuchte Geisterfahrer, der am Sonntag, 02.02.2012, um 3.20 Uhr, auf der Autobahn A8, auf der Richtungsfahrbahn Salzburg in Richtung München unterwegs war, konnte durch sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahen der Unfallflucht-Fahnder der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein, festgenommen werden.

Auf die Schliche des 34-jährigen Grassauers kamen ihm die Flucht-Fahnder auf Grund abgerissener Karosserieteile, die am Unfallort aufgefunden wurden.

Gemeinsam mit uniformierten Kollegen der Polizeiinspektion Grassau und der Verkehrspolizeiinspektion Traunstein, konnte der gesuchte Täter unweit seiner Wohnadresse festgenommen werden. Der verunfallte Pkw stand im Gemeindegebiet von Grassau.

Da bei dem Beschuldigten zur Zeit der Festnahme Alkoholgeruch festzustellen war, wurde auf richterliche Anordnung eine Blutentnahme zur Feststellung von Alkohol, Drogen und möglicher medikamentöser Beeinflussung im Krankenhaus Traunstein durchgeführt.

Den 34-jährigen erwartet nun eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs infolge Alkoholeinfluss und grob verkehrswidrig und rücksichtslosem Verhalten, sowie unerlaubtem Entfernen vom Unfallort.

Seinen Führerschein musste er gleich in die Obhut der Polizei übergeben.

Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Traunstein

Geisterfahrer: Eine schreckliche Serie

Dossier:

Die Serie der Geisterfahrer-Meldungen reißt nicht ab. Seit Anfang Oktober gab es vier schwere Falschfahrerunfälle mit insgesamt 18 Toten. Aber warum treten Geisterfahrer-Meldungen derart gehäuft auf? Eine Erklärung findet sich in der Studie des Verkehrsforschers Jürgen Gerlach von der Universität Wuppertal. In dieser Studie, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde und vorab im Spiegel erschien, kommt Gerlach unter anderem zu folgendem Ergebnis: Zu erklären sei die Häufung an Geisterfahrer-Unfällen wohl auch dadurch, dass große Berichterstattungen über Geisterfahrer Nachahmer provozieren, einige wahrscheinlich mit Selbstmordabsicht.

So wie in dem Fall auf der A94 am 21. November bei Forstinning. Dort prallte eine Frau frontal in einen Lastwagen.

Geisterfahrer-Unfall auf A94

Die Frau hatte Selbstmordabsichten. Die Geisterfahrerin überlebte den Frontal-Crash, gegen sie wird mittlerweile wegen des Verdachts auf versuchten Mordes ermittelt.

Verkehrsforscher Gerlach findet aber auch noch andere Gründe für Geisterfahrer: "In vielen der von uns untersuchten Fällen waren Alkohol, Drogen oder Orientierungslosigkeit im Spiel", so Gerlach im Spiegel.

Der wohl schrecklichste Unfall dieser Art ereignete sich am 18. November auf der A5 bei Offenbach.

Massen-Karambolage auf der A5: Bilder vom Unfallort

Ein 20-jähriger Mann aus dem badischen Ortenaukreis war am frühen Sonntagmorgen als Geisterfahrer unterwegs. Sein Auto kollidierte frontal mit einem anderen Wagen. Der 20-Jährige riss fünf Menschen, die in diesem Auto saßen, in den Tod. Auch er kam ums Leben. Er hatte 1,9 Promille.

Martin Vodermair

Quelle: chiemgau24.de

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