Sechs mal die Eins vor dem Komma

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Sie waren die Besten an der Maria-Ward-Mädchenrealschule im Schuljahr 2009/ 2010: Lena Fenninger (links) und Christina Huber beide mit einem ausgezeichneten Notendurchschnitt von je 1,23.

Traunstein - Für die Schülerinnen der Maria-Ward-Mädchenrealschule fand am Freitag die Abschlussfeier statt. Den besten Abschluss machten dabei Lena Fenninger und Christina Huber.

Für 117 Schülerinnen der Maria-Ward-Mädchenrealschule der Erzdiözese München und Freising, ihre Familien und Lehrer war der Freitag Nachmittag ein ganz besonderer Tag: Sie erhielten das begehrte Abschlusszeugnis, für das die jungen Schülerinnen sechs Jahre die Schulbank „gedrückt“ hatten. Auch wenn so manche Schülerin vielleicht ein besseres Ergebnis erträumt hatte, waren die Ergebnis doch überwiegend sehr gut: Sechs mal stand die Eins vor dem Komma, das beste Ergebnis erzielten Lena Fenninger und Christina Huber mit einem Notendurchschnitt von je 1,23.

Nach dem hauptsächlich von den Schülerinnen würdig gestalteten Gottesdienst, in dem die gute Verbindung zwischen gelebtem Glauben und Schule deutlich wurde ging es gleich zu Beginn der Abschlussfeier „richtig ab“: Mit dem Queen-Klassiker „We will rock you“ bewies die Klasse 10a ihr musikalisches Können – und zogen schon mal zur Rhythmusunterstützung die Stöckelschuhe aus, um die Bühne richtig „beben“ zu lassen, bevor Schulleiter Karl Wastlschmid die Schülerinnen auf ihren neuen Lebensabschnitt einstimmte und ermutigte, mit ihren „Talenten“ in Anlehnung an eine biblische Geschichte des Neuen Testaments zu arbeiten und diese weiter einzusetzen: „Ihr habt eure Talente vermehrt und bekommt jetzt als Zinsen euer Abschlusszeugnis.“

Die jetzt einen neuen Lebensabschnitt beginnenden Absolventinnen sollten anders als in den Fernseh-Talentshows, die von „Geltungssucht und Selbstüberschätzung geprägt sind“, ihre Talente anders einsetzen: „Auch Bescheidenheit kann ein Talent sein.“ Der Schulleiter präsentierte den Anwesenden interessante Zahlen: Von 38 Schülerinnen, die 2005 nur über den Probeunterricht bzw. auf spezielle Veranlassung der Eltern den Weg in die Realschule geschafft hätten, würden nun 23 die Schule mit dem Zeugnis der Mittleren Reife verlassen. „Einige davon gehören heute zu den Klassenbesten.“ Das Vertrauen, das Eltern in ihre Kinder gesetzt hätten würde sich jetzt bestätigen. Die Absolventinnen hätten zur Prüfung nochmals richtig „angezogen“, was sich auch daran ablesen lässt, dass in einzelnen Abschlussprüfungen im Schnitt eine Note erreicht wurde, die um einen ganzen Punkt besser ist als die Jahresnote.

„Die Aussage, dass Mädchen vor Prüfungen mehr lernen als Buben reichte dem Ministerialbeauftragten aber leider nicht“ so der Schulleiter unter dem Gelächter der Anwesenden. Christine Gröbner, seit einem Jahr 1. Vorsitzende des Elternbeirats und des Fördervereins wies auf die veränderte Situation für die Eltern der Absolventinnen hin. Eltern würden realisieren, dass ihre Kinder jetzt in einen neuen Lebensabschnitt treten würden. „Eure Eltern müssen euch loslassen, damit ihr euren eigenen Weg gehen könnt.“ Die langjährigen Elternbeiratsmitglieder Elfriede Mandl, Herta Maria Reichenwallner und Werner Schöberl wurden unter dem Dank der Anwesenden und der Schulleitung verabschiedet.

Dass Fußball und das weibliche Geschlecht gut zusammenpassen, machte die mit tosendem Applaus verabschiedete Schülersprecherin Veronika Schneider deutlich: „Wie im Fußball feiern wir heute unser Sommermärchen.“ 240 Wochen habe man schon jeden Tag vor Schulbeginn den Berg auf dem Schulweg nach Sparz „bezwungen“. Der von den Absolventinnen lautstark unterstütze Dank an die Schulleitung und die Lehrerschaft, zeigte wie eng verbunden die Schulgemeinschaft in Sparz war und ist.

117 neue Chancen

Für die Verteilung der Abschlusszeugnisse hatte sich die Schule eine besondere Zeremonie einfallen lassen: Zwei Zwillinge aus den 5. Klassen lasen die Namen der einzelnen Schülerinnen vor, während die von der Klasse gewählte Musik im Hintergrund gespielt wurde. Die Absolventinnen wurden dabei als 5. Klässlerin gezeigt bevor das Foto aus der 10. Klasse erschien und eindrucksvoll zeigte, wie aus Kindern junge Erwachsene wurden, die nun größtenteils den Start in das Berufsleben vor sich haben.

Herausragend waren dabei die Jahrgangsbesten Lena Fenninger und Christina Huber, die Beide je mit einem Schnitt von 1,23 die Schule verlassen. Knapp dahinter Theresa Baumann mit ebenfalls ausgezeichneten 1,38. Musikalisch eindrucksvoll war im Anschluss „Halleluja“ von Leonhard Cohen, das von der Solistin Hannah Herbrand mit der Klasse 10e gekonnt intoniert wurde und optisch mit geschwenkten Feuerzeugen stimmungsvoll vorgetragen wurde bevor zum Abschluss noch die Jahrgangsbesten der Klassen geehrt wurden.

Abschlussstatistik:

Fünf Parallelklassen mit 119 Schülerinnen, 117 haben bestanden. Jahrgangsbesten: Lena Fenninger und Christina Huber (Notendurchschnitt je 1,23), Theresa Baumann (1,38), Katharina Huber (1,61), Katharina Kriegenhofer und Verena Mayer (je 1,69), Bettina Kraller und Christine Maier (je 2,00).

Andreas Wittenzellner

Quelle: chiemgau24.de

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