Schutz gegen Hochwasser hat Vorrang

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Großbaustelle Traun: Um den Hochwasserschutz südlich von Traunstein zu verbessern, wird das Traunwehr beseitigt und der Fluss um eineinhalb Meter tiefer gelegt. Die Kosten für alle Baumaßnahmen in diesem Zusammenhang betragen rund 5,3 Millionen Euro, von denen 40 Prozent die Stadt trägt.

Traunstein - Der Hochwasserschutz an der Traun ist ist heuer das größte und teuerste Projekt, das Traunstein zu schultern hat. Das wurde in der ersten von vier Traunsteiner Bürgerversammlungen deutlich.

Die eingangs von Oberbürgermeister Manfred Kösterke geäußerte Hoffnung, dass Bürger bei der Versammlung ihre Anliegen vortragen, die den Gang ins Rathaus scheuen, erfüllte sich in der anschließenden Diskussionsrunde allerdings nur in sehr bescheidenem Umfang, denn es gab nur drei Anfragen.

Kösterke berichtete über die Arbeit des Stadtrates, der in seinen zwölf Sitzungen seit November vergangenen Jahres 124 Beschlüsse gefasst habe. Dazu seien 63 Ausschusssitzungen mit mehr als 300 Beschlüssen gekommen.

Baustelle Traun

Der Oberbürgermeister gab auch einen kurzen Überblick über die Stadtfinanzen. Nach seinen Worten haben sich die Steuereinnahmen der Stadt auf niedrigem Niveau stabilisiert; mit einer Normalisierung rechne er aber erst wieder im Jahr 2012. Er erwarte, dass auch 2011 noch einmal ein sehr schwieriges Haushaltsjahr werde. Die beiden wichtigsten Einnahmequellen der Stadt, die Gewerbe- und die Einkommenssteuer, seien seit 2008 um rund 20 Prozent zurückgegangen. Heuer sei man noch ohne Neuverschuldung ausgekommen, was 2011 nicht mehr möglich sein werde.

Hochwasserschutz-Maßnahmen an der Traun

Trotz aller Probleme habe man auch heuer mit einem Investitionspaket von 9,1 Millionen Euro einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der heimischen Wirtschaft geleistet. An allererster Stelle stehe dabei der Hochwasserschutz Traunstein-Süd, der in vollem Gange sei und 5,3 Millionen Euro verschlinge. 40 Prozent davon müsse die Stadt bezahlen.

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Wie berichtet, wird das Traunsteiner Wehr abgerissen und das Flussbett der Traun um eineinhalb Meter abgesenkt. Haslacher Mühlbach und Stadtbach werden zusammengelegt und im März werden die Stadtwerke damit beginnen, in diesem Bereich ein neues Wasserkraftwerk mit einer Leistung von 200 Kilowatt zu errichten.

Gerade einmal 20 Personen waren zu der Versammlung für die Bürger der Kernstadt gekommen; dazu die gleiche Zahl "Offizielle", also Stadträte und Mitarbeiter der Verwaltung.

Ein Diskussionsthema, das den Anwohnern in diesem Quartier Sorgen macht, sind die vorwiegend von Jugendlichen besuchten Lokale im Bereich "Sailer-Keller"-Berg, Wasserburger und Güterhallenstraße. Anlieger machten in der Versammlung auf die Anhäufung von Diskotheken aufmerksam und die damit verbundenen Probleme.

OB Kösterke sagte dazu, das sei schon seit Jahrzehnten ein Thema. Nur eines der betreffenden Lokale sei als Diskothek genehmigt; alle anderen hätten dafür keine Genehmigung. Den Beschwerden der Anwohner "gehen wir sehr ernst nach", versicherte das Stadtoberhaupt. Es gebe auch eine genau definierte Zahl von genehmigten Sonderveranstaltungen pro Jahr. "Zuletzt war das ein Riesenproblem", räumte Kösterke ein und betonte, man werde diese Zustände nicht dulden.

Die Arbeiten für den Hochwasserschutz

Einzuschreiten sei jedoch schwierig, denn es gebe in Bayern kein Gesetz gegen öffentlichen Alkoholkonsum. Und die Stadt könne selbst kein Verbot erlassen, weil dafür die Rechtsgrundlage fehle.

Eine Anliegerin schilderte drastisch, dass man sich nachts nicht hinaustraue, wenn man zum Beispiel Hilferufe höre. Man verständige zwar die Polizei; angesichts der Häufigkeit der Fälle drohe man jedoch abzustumpfen.

Angeprangert wurden auch die Zustände vor dem Jugendzentrum. Dieser Bereich sei offenbar Aufenthaltsort für junge Leute aus der Stadt und der Umgebung geworden, um Alkohol zu konsumieren. Darunter seien auch viele auswärtige Jugendliche, was der Oberbürgermeister mit der Bemerkung quittierte, die Stadt könne nicht für den Landkreis die Jugendarbeit machen.

Eine weitere Anfrage drehte sich darum, ob in der Stadt ein Verkehrsentwicklungskonzept existiere. Das Stadtoberhaupt verneinte dies. Es gebe einen Verkehrsentwicklungsplan des Landkreises, da man die Stadt nicht isoliert sehen könne. Schließlich ging es noch um das Zuschneiden von Sträuchern, die in Gehwege hineinragen, und um das Sauberhalten von Gehwegen und Gullys.

er/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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