150 Jahre - SPD blickt zurück

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Die Ruhpoldinger SPD vor dem Holzknechtmuseum

Ruhpolding - Die Ruhpoldinger SPD gibt es schon seit 93 Jahren. Zum 150. Geburtstag der Partei hat sie nun auf die Arbeiterbewegung in der Region zurückgeblickt.

Die Ruhpoldinger SPD lässt sich zwar erst seit 93 Jahren nachweisen. Zu der Zeit wird sie erstmals im Protokollbuch des Gemeinderats erwähnt. Der 150. Geburtstag war aber eine gute Gelegenheit, an die gemeinsamen Wurzeln von Partei und Arbeiterbewegung zu erinnern.

Zu diesem Anlass begrüßte der Vorsitzende Johannes Hillebrand im Freigelände des Holzknechtmuseums die Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler, den stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser, den Kreisvorsitzenden und Landtagskandidaten Dirk Reichenau, die 3. Bürgermeisterin Elisabeth Holzner sowie ganz besonders die Zeitzeugen Ludwig Huber (Binder Lugg), Hans Sojer (Auer Hans) und Fridolin Eglseer aus Reit im Winkl.

Verbindung zwischen SPD und Arbeiterbewegung

In ihrem Grußwort betonte die Abgeordnete Bärbel Kofler die Verbindung von Gewerkschaft und Holzknechten. Die Zielsetzung sei immer gewesen, deren Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern, nachdem sie vorher praktisch keine Stimme hatten. Sie betonte die historischen gemeinsamen Ziele von SPD und Gewerkschaften wie Verbot der Kinderarbeit, besserer Arbeitsschutz, höhere Löhne, mehr Bildung, Chancengleichheit und vieles mehr.

Der Kreisvorsitzende Dirk Reichenau ergänzte diese Ziele und wies vor allem darauf hin, dass die SPD immer alles demokratisch und nicht durch Revolution angestrebt hat. In einem historischen Rückblick ging er vor allem auf die schwierigen Zeiten der SPD zum Ende der Weimarer Republik und der Nazizeit ein. Der Sozialdemokrat Phillip Scheidemann habe 1918 die deutsche Republik ausgerufen, Reichspräsident Friedrich Ebert 1922 gegen den Widerstand der anderen Parteien die Arbeitslosenversicherung eingeführt und trotzdem immer betont, ein Beauftragter für das ganze deutsche Volk zu sein. Später war dann die SPD-Fraktion im Reichstag die einzige, die 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz und damit gegen die Selbstentmachtung des Parlaments stimmte. Ihre Mitglieder unter der Führung von Otto Wels haben dafür teilweise mit Freiheit und Leben bezahlt.

Für die Gegenwart wünschte er sich von der Regierung etwas von dem Tatendrang und dem Einsatz der Bundeskanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder, um die Probleme in Europa und im eigenen Land zu lösen und weniger auszusitzen.

Arbeit der Holzknechte

Eine Führung der besonderen Art durch das Museum gab es anschließend. Hans Sojer stellte nicht nur die Werkzeuge und Arbeitsweisen der Holzknechte vor. Er schilderte die Bedeutung der Saline für den Forstbetrieb und das Funktionieren des seinerzeit gültigen Holzmeistersystems. Besonders interessant und auch amüsant waren aber die persönlichen Erlebnisse, die er zusammen mit Ludwig Huber immer wieder einfließen ließ. Da ging es beispielsweise darum, mit welchen Tricks den Forstbeamten gelegentlich klargemacht werden musste, wie schwer und gefährlich die Arbeit der Holzknechte im Sommer und auch im Winter war. Ludwig Huber stand, auch das konnte man nebenbei erfahren, Modell für eine der Figuren im Holzknechtmuseum und steht dort in seiner eigenen Arbeitskleidung in der Ausstellung. Wenn man genau hinschaut, kann man ihn auch erkennen.

Fridolin Eglseer erzählte dazwischen immer wieder Geschichten aus den Anfängen der Arbeiterbewegung. Er erinnerte aber auch an die wichtige Rolle des Mayer Hias bei der Gründung des Holzknechtmuseums. Sehr interessant waren seine Erzählungen von den Akkordverhandlungen mit dem Staatsforst. Die Bezahlung musste von Jahr zu Jahr neu ausgehandelt werden. Das Ergebnis war stark vom Verhandlungsgeschick der Gewerkschaftsvertreter und Personalräte abhängig.

Pressemitteilung SPD Ruhpolding

Quelle: chiemgau24.de

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