Pressemitteilung Gebirgsjägerbrigade 23

Internationaler Wettkampf der Gebirgstruppen

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Das Team des 22. Bataillons "Piechoty Gorskiej" der polnischen Landstreitkräfte nimmt die Scheiben auf der Biathlon-Schießanlage ins Visier.

Ruhpolding - Am 13. Februar führte die Gebirgsjägerbrigade 23 "Bayern" die zweite Auflage der "International Mountain Warfare Patrol" (IMWP) in den Chiemgauer Alpen durch.

Dem anspruchsvollen militärischen Gebirgswettkampf stellten sich neben deutschen Gebirgssoldaten auch Mannschaften aus Frankreich, Italien, Österreich, Polen und Slowenien. Den Sieg errang das Team des Gebirgsversorgungsbataillons 8 aus Füssen vor den "Jagern" der Gebirgsjägerbataillone 233 aus Mittenwald und 231 aus Bad Reichenhall.

Lawinenlage zwingt zu Änderung des Streckenverlaufs

Rund 200 Soldaten kümmerten sich um die Organisation der Veranstaltung. Sie hatten unter anderem die Wettkampfstrecke von rund 80 umgestürzten Bäumen befreit. Dennoch musste der Streckenverlauf zum Schutz der Wettkämpfer kurzfristig geändert werden. Lawinenexperten der Gebirgsjägerbrigade hatten zuvor eine sogenannte systematische Schneedeckendiagnose durchgeführt. Aufgrund starker Windverfrachtungen und einem halben Meter Neuschnee in den beiden Tagen vor dem Wettkampf bestand eine erhebliche Lawinengefahr in den Gipfellagen des Rauschbergs. Daher mussten die geplante Abfahrt durch die steile "Rossgasse" und das Abseilen über die "Geißwand" abgesagt werden. Statt der vorgesehenen 1900 Höhenmeter führte der Wettkampf nun über 1300 Höhenmeter. Dafür wurde die Strecke von 29 auf 32 Kilometer verlängert.

15 Spitzenteams aus sechs Nationen am Start 

Sowohl die sieben Teams aus allen Standorten der Gebirgsjägerbrigade 23 sowie die zwei Reservistenmannschaften des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr und des Landeskommandos Bayern als auch die internationalen Teilnehmer hatten ihre besten Gebirgsjäger geschickt, um den Anforderungen des Wettkampfs gewachsen zu sein. Die insgesamt 15 Mannschaften starteten in zehnminütigen Abständen ab 7 Uhr morgens in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding. Die Soldaten waren jeweils mit Waffe und einem zehn Kilogramm schweren Rucksack bepackt. Zusätzlich führten die Teams eine zerlegbare sogenannte "Universaltrage 2000" für den Verletztentransport mit.Der Wettkampf forderte von den Gebirgssoldaten vor allem körperliche Fitness und Zähigkeit bei der Bewältigung der Strecke im Aufstieg und in der Abfahrt auf Tourenskiern rund um den Rauschberg und die Chiemgau-Arena. Darüber hinaus war militärisches Können an verschiedenen Stationen gefragt, wobei Fehler mit Zeitstrafen geahndet wurden. So mussten die Athleten zwei Schießeinlagen am Biathlon-Schießstand in der Chiemgau-Arena, Handgranatenzielwerfen und eine Suche nach Lawinenverschütteten absolvieren. An der letzten Station mussten die jeweils sechsköpfigen Teams die mitgeführte zweiteilige Verwundetentrage zusammenbauen und anschließend einen Verwundetentransport bis ins Ziel durchführen.

Hauptfeldwebel Stephan Gößwein, der für die Mannschaft des Gebirgsaufklärungsbataillon 230 aus Füssen startete, war zum zweiten Mal bei der IMWP dabei.

"Die Strecke war nicht so fordernd wie im letzten Jahr, allerdings war der Anstieg durchaus lang"

, beschreibt der Heeresbergführer seine Eindrücke vom Wettkampf. "Schön, aber hart", bestätigte Oberfeldwebel Antonio di Stefano, Mannschaftsführer des Teams des 9. Gebirgsjägerregiments aus Italien, glücklich aber erschöpft im Ziel die Worte von Hauptfeldwebel Gößwein. Die "Alpini" waren aus den Abruzzen nördlich von Rom zur IMWP angereist.

Klarer Sieger, harter Kampf um die Plätze 

Den Sieg in einer Spitzenzeit von 3:57 Stunden errang mit 19 Minuten Vorsprung das Team des Gebirgsversorgungsbataillons 8 aus Füssen. Auf den Plätzen folgten in einem engen Rennen innerhalb von nur fünf Minuten die drei Gebirgsjägerbataillone 233 aus Mittenwald, 231 aus Bad Reichenhall und 232 aus Bischofswiesen. Als beste ausländische Mannschaft kämpfte sich das Team der 27. Gebirgsjägerbrigade aus Frankreich in einer Zeit von 4:27 Stunden auf den fünften Rang, dicht gefolgt von drei weiteren deutschen Mannschaften. Alle anderen Teams benötigten für die Strecke zwischen 5:12 und 6:54 Stunden. Im Unterschied zur ersten Austragung der IMWP konnten in diesem Jahr alle Wettkämpfer das Ziel erreichen.

Kernauftrag im Fokus 

Die Siegerehrung nahmen am Abend Generalleutnant Johann Langenegger, Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, Brigadegeneral Jared Sembritzki, Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23, und Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner vor rund 500 Soldaten in der Sporthalle an der Von-Martius-Straße in Bad Reichenhall vor. Alle 90 teilnehmenden Soldaten erhielten als Anerkennung für ihre herausragende Leistung eine Medaille.

In seiner Rede dankte Brigadegeneral Sembritzki den Teilnehmern und Organisatoren des Wettkampfs.Er betonte auch, dass die IMWP den Kernauftrag der Gebirgstruppe, den Kampf in schwierigem bis extremen Gelände bei extremen Klima- und Wetterbedingungen, widerspiegele. Generalleutnant Langenegger, der zur Dienstaufsicht nach Bad Reichenhall gekommen war und während des Wettkampfs einen Lagevortrag zur aktuellen Situation sowie den anstehenden Vorhaben und Einsätzen der Gebirgsjägerbrigade 23 erhalten hatte, freute sich über das hervorragende Abschneiden der deutschen Gebirgssoldaten. "Auf diesen Besuch und die damit verbundene Dienstaufsicht habe ich mich ganz besonders gefreut! Alles Gute weiterhin und Horrido!", resümierte er in seinem Gästebucheintrag.

Pressemitteilung Gebirgsjägerbrigade 23

Quelle: chiemgau24.de

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