Wegen geltender Beschränkungen

So kämpfen Ski- und Golfclub Ruhpolding in Coronazeiten ums Überleben

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Herbert Fritzenwenger, Präsident des Golfclub Ruhpolding und Vorsitzender des SC Ruhpolding

Ruhpolding - Alle Hände voll zu tun hat derzeit Herbert Fritzenwenger Junior aus Ruhpolding. Als Vorsitzender des SC Ruhpolding und Präsident des Golfclubs in der Gemeinde kämpft er wegen der Beschränkungen durch Corona an zwei Fronten.

Derzeit kein Golfen auf dem Grün in Ruhpolding, auch Biathlon- Weltmeister Simon Schempp muss passen statt patten.

Eigentlich hätte der Skiclub in diesem Jahr sein 100jähriges Jubiläum gerne groß gefeiert. Daraus wir jetzt nichts. Höhepunkt wäre am 19. August mit einem großen Festabend gewesen, gleichzeitig wäre an diesem Tag der Startschuss für die Biathlon-Sommerweltmeisterschaft gefallen. „Die Festlichkeiten zum Jubiläum haben wir bereits alle auf unbestimmte Zeit verschoben“, so Fritzenwenger und hofft, dass es zumindest eine Alternative gibt, im kleinen Kreis darauf anzustoßen. „Natürlich mit den notwendigen Abstandsregeln und allen anderen Vorschriften“, fügt er hinzu. 


Ausfallen wird unter anderem auch ein geplanter Tag der offenen Tür und ein Nachwuchs- Biathlonwettkampf im Rahmen des Ruhpoldinger Nachtspektakels. Laut Bayrischer Staatsregierung sind vorläufig alle Großveranstaltungen bis mindestens 31. August 2020 untersagt worden. Das hat nach dem Vorsitzenden auch Konsequenzen für die Weltmeisterschaft im Sommerbiathlon. Er sieht persönlich auch keine Möglichkeit, die Veranstaltung ohne Zuschauer durchzuführen. „Das ist finanziell nicht machbar. Durch das Verbot für Ende August ist uns eh die Entscheidung abgenommen worden“, so seine klare Ansage. „Natürlich ist für diese Entscheidung auch das Organisationskomitee verantwortlich. Das ist aktuell im Kontakt mit der Internationalen Biathlonunion.“

Golfclub ist auch vom Tourismus abhängig

Was den Golfclub Ruhpolding und die Einschränkungen betrifft, zeigt sich Fritzenwenger als dessen Präsident überrascht. „Wir wissen sicher, dass wir bis 30. April geschlossen haben müssen. Das stößt bei mir auf Unverständnis.“ Schließlich ist beim Golf ein Sicherheitsabstand absolut gegeben. Es gibt den Vorschlag von sogenannten „2er-Flights“, da besteht überhaupt keine Gefahr, dass der Abstand nicht eingehalten werden kann. Das Clubhaus mit seinen Einrichtungen ist komplett geschlossen. Der Golfer kommt nur zum golfen und fährt dann wieder heim.“ Fritzenwenger hofft, bei einer rigorosen Umsetzung der geforderten Maßnahmen schrittweise eine Rückkehr zum Regelspielbetrieb zu kommen. „Jede Woche die wir nicht öffnen können, schadet uns finanziell ungemein. Wir können zurzeit keine aktive Mitgliederwerbung betreiben. Ich hoffe, dass wir ab Mai wieder spielen können.“ Der Präsident setzt auch darauf, dass spätestens ab Pfingsten der Tourismus wieder in Fahrt in kommt. „Unsere


Volle Zuschauerränge bei der Sommer-Biathlon-Weltmeisterschaft in der Chiemgau Arena wird es im August nicht geben

Anlage ist von Touristen abhängig, damit können wir notwendige finanzielle Zusatzeinnahmen erwirtschaften.“ Laut Fritzenwenger könnte es für den Golfclub ein schwieriges Jahr werden. So wäre ein kompletter Saisonausfall fatal. „Es wäre durchaus möglich, dass wir uns bei den Mitgliedern oder Banken Liquidität holen müssen. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch offen. Auf alle Fälle könnte es im zweiten Halbjahr zu Engpässen kommen“, befürchtet Fritzenwenger abschließend. 

SHu.

Quelle: chiemgau24.de

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