„So einen Rotkreuzler wie Sie bewundere ich!“

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Ruhpolding - Überraschungsbesuch zum Ende der Biathlon-WM: Ministerpräsident Seehofer und Bundesminister Ramsauer dankten dem BRK für den Sanitätsdienst.

Mit einer Überraschung endete der Rotkreuz-Sanitätseinsatz während der Biathlon Weltmeisterschaften in Ruhpolding. Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und Landtagsabgeordneter Klaus Steiner besuchten die BRK-Einsatzkräfte in ihrer Zentrale und dankten ihnen für die vielen ehrenamtlichen Stunden Bereitschaft, um im Notfall Besuchern und Athleten zu helfen. Insgesamt versorgten die Rotkreuz Helfer 383 Patienten, wobei 19 Erkrankte zur Weiterbehandlung mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert wurden. Der schwerste Fall war eine Patientin die mit Verdacht auf Gehirnblutung mit dem Rettungshubschrauber Christoph 14 nach Traunstein geflogen wurde. Noch vor dem Massenstart der Herren bahnte sich der bayerische Ministerpräsident in Begleitung von Landtagsabgeordneten Klaus Steiner einen Weg durch die Zuschauer in Richtung Rotkreuz-Zentrale. Dort besichtigte er die Unfallhilfsstelle, wo während der vergangenen zwei Wochen viele Patienten behandelt worden waren. BRK-Einsatzleiter Jakob Goess stellte dem Ministerpräsidenten einen Teil der Mannschaft vor und beschrieb das Konzept des bisher größten Sanitätseinsatzes in der Geschichte des Roten Kreuzes im Landkreis.

Er sprach kurz das Problem des Helferführerscheins an,wichtig für Einsätze unterhalb des Katastrophenschutzes, der in Österreich aber nicht anerkannt ist und somit Einsätze im Grenzgebiet schwierig sind. Horst Seehofer versprach, sich des Problems anzunehmen. Der Ministerpräsident schüttelte vielen Rotkreuzlern die Hand und erzählte, dass er selbst Rotkreuz-Mitglied sei und vor vielen Jahren den Rettungszweckverband in Inglostadt aufgebaut habe. Er verabschiedete sich mit den Worten: “Ihr seid ein Teil des Erfolges dieser Weltmeisterschaft, die der ganzen Welt gezeigt hat, wie schön es hier in Ruhpolding ist.“ Jakob Goess dankte für den Besuch und meinte: „Ihre Worte sind für uns Rotkreuzler eine große Anerkennung. Meine Mannschaft hat Großartiges geleistet. Sie waren ein Superteam.“

Dank von Peter Ramsauer

Kurz vor dem Massenstart der Frauen betrat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer den Aufenthaltscontainer des Roten Kreuzes am Rande der Chiemgau Arena, wo sich gerade mehrere durchnässte Einsatzkräfte aufwärmten. „Ich weiss, was ihr täglich leistet – nicht nur hier, sondern auch auf der Straße - dafür ein herzliches Vergelt's Gott. Ohne euren Einsatz wären solche Großveranstaltungen nur schwer vorstellbar.“ Er schätze das Phänomen der Ehrenamtlichkeit, was im Ausland fast unbekannt sei. Auch mit ihm besprach BRK-Einsatzleiter Jakob Goess das Problem des Helferführerscheins. „Ich arbeite intensiv an einer Lösung“, so Ramsauer, „vielleicht gibt es hier eine bilaterale Lösung.“ Zum Abschluß schüttelte er dem ältesten Rotkreuzler in der Chiemgau Arena, dem 80jährigen Karl Mittermaier aus Reit im Winkl, die Hand mit den Worten „so einen Rotkreuzler wie Sie bewunder' ich.“

Viele Patienten mit Kreislaufproblemen

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer dankte den Sanitätern des Roten Kreuzes für ihren Einsatz bei den Biathlon- Weltmeisterschaften.

Vor allem während der warmen Tage kämpften viele Besucher mit Kreislaufproblemen. „Ein typisches Biathlon-Problem“, resümiert Jakob Goess, „denn viele stürmen schon morgens ins Stadion, um die besten Plätze zu besetzen und verzichten dann auf Essen und Trinken, um ja alles an vorderster Front mitzuerleben.“ Aber auch Brüche, Schnittverletzungen, fiebrige Erkrankungen, Herzbeschwerden, Brandwunden, Atemnot, Hexenschuss, Übelkeit,Schwindel und Blasen an den Füssen sowie völlig entkräftete Läufer wurden von den Rotkreuzlern behandelt. „Glücklicherweise konnten die meisten unsere Unfallhilfsstelle wieder so verlassen, dass sie entweder ins Stadion zurückkehrten oder nach Ruhpolding gebracht wurden.“ Insgesamt sei es angesichts der vielen Zuschauer ein ruhiger Einsatz gewesen mit auffällig wenig Alkoholproblemen. Glück im Unglück hatte ein 25jähriger Fan aus Sachsen. Durch einen Ausrutscher am Eingang brach er sich das Handgelenk und wurde in die Unfallhilfsstelle transportiert. Dort kämpfte er mit den Tränen, wollte er doch unbedingt „seine“ Lena anfeuern. Durch Vermittlung der BRKler wurde in einer nahe gelegenen Arztpraxis sein Handgelenk eingegipst und pünktlich zum Start stand er strahlend an der Strecke. Zuvor hatte er sich glücklich bei den Rotkreuzlern bedankt...

Von den 270 Helfern waren täglich 90 ehrenamtliche Rotkreuzler während der Wettkampftage im Einsatz – verteilt in der gesamten Chiemgau Arena und im Championspark. Für Wittilo Winter und Laurin Tretter, beide Rettungsassistenten aus der Oberpfalz, und damit die „Exoten“ im Team, gehen zwei anstrengende Wochen zu Ende, denn sie waren täglich im Einsatz in der Chiemgau Arena. „Aber es ist einfach ein Highlight, hier dabei zu sein“, schwärmt Winter. „Meine langen Unterhosen, die mir meine Frau nachgeschickt hat, weil ich sie aus lauter Aufregung zu Hause vergessen hatte, sind unbenutzt. War ja meist ein Superwetter.“

BRK Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © BRK Traunstein

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