571 Unterschriften gegen "seelenlose Bettenburg"

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Rainer Grünwald (rechts) bei der Unterschriftenübergabe mit Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler.
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Ruhpolding - Mit einem Bürgerentscheid soll das geplante "a-ja"-Hotel in Zell noch gestoppt werden. Doch die Gegner haben auch nach eigener Aussage einen "schweren Stand".

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"Sind Sie dafür, dass das geplante ,Hotel-Resort Zell' mit dem am 28. Juli 2014 vorgestellten Konzept - in dieser Größenordnung und mit diesem Flächenverbrauch - so nicht gebaut wird?" Geht es nach Rainer Grünwald und seinen Mitstreitern wird diese Frage den Ruhpoldingern im Sommer als Bürgerentscheid vorgelegt. Die nötigen Unterschriften für das Bürgerbegehren hat er zumindest schon beisammen. Am Montagmorgen wurden sie Bürgermeister Claus Pichler übergeben.

Nur einen Tag bevor der Gemeinderat nochmals über den geringfügig geänderten Bebauungsplan abstimmt, versuchen es die Hotelgegner noch einmal. Zu erwarten ist, dass die Räte dem Projekt grünes Licht geben. 550 Unterschriften waren für das Bürgerbegehren nötig, 571 wurden in den letzten vier Wochen gesammelt. "Wir wollten zwar 600, aber auch wenn die eine oder andere Unterschrift als ungültig erklärt wird, dürfte das reichen", so Rainer Grünwald.

"Das ist kein Vier-Sterne-Hotel, sondern ein Billigdiscounter"

Man habe nichts gegen ein neues Hotel für Ruhpolding, auch nicht am geplanten Standort in Zell, so Grünwald: "Aber nicht in dieser Größenordnung und in dieser Billig-Bauweise. Was passiert, wenn sich der Betreiber bei Nichteintreffen der völlig überzogenen Übernachtungszahlen wieder zurückzieht? Das Risiko ist zu groß, dass das dann eine Ruine wird", so Grünwald. Er selbst wohnt direkt gegenüber vom geplanten Standort.

Rainer Grünwald vor dem Gelände in Zell: "Das Hotel wäre eine Verschandelung von Natur und Umwelt, ein Ausverkauf von Heimat."

Die Hotelgegner stören sich vor allem an der Bettenanzahl von 460 und den zahlreichen Parkplätzen rund um das "a-ja"-Hotel, weil auf eine Tiefgarage verzichtet würde: "Das ist kein Vier-Sterne-Hotel, sondern ein Billigdiscounter ohne jede Klassifizierung." Rainer Grünwald wünscht sich dagegen beispielsweise ein kleinteiliges Almdorf, mit "exklusiv ausgestatteten Chalets."

"Schwerer Stand in Ruhpolding"

"Ja, wir haben zum Teil einen schweren Stand in Ruhpolding. Viele meinen, das wäre die letzte Chance um einen Hotelinvestor zu finden. Aber es gibt immer eine Chance. Wir wollen der a-ja-Gruppe damit aber auch demonstrieren, dass Widerstand da ist", so der Initiator im Gespräch auf der großen Freifläche nahe dem Golfplatz, zu Füßen des Rauschbergs. Immerhin formierte sich bereits auch eine Initiative, die das a-ja-Hotel unterstützt. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen in Sachen "Hotelprojekt Zell". Die Unterschriften werden in den nächsten Wochen geprüft. Wenn sie der Gemeinderat als zulässig sieht, muss innerhalb von drei Monaten abgestimmt werden.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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