Rückblick: Stürme, Seebetten und Götterdämmerung

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Landkreis - Im Mai und Juni war einiges los im Chiemgau. Stürme in der Region, eine Hebfeier für das Seebettenhaus und die Landesausstellung waren nur ein paar Highlights.

Am 22. Juni konnte noch niemand ahnen, dass der Sturm dieses Tages "nur" das erste von zwei heftigen Unwettern des Sommers 2011 war. Nicht nur für Garten-, auch für viele Autobesitzer war es mit teils erheblichen Schäden verbunden. Die Wetterkapriolen waren eines der beherrschen den Themen im Frühsommer. Die Chiemgau-Zeitung blickt im dritten Teil ihres Jahresrückblicks auf wichtige Themen und Ereignisse im Mai und Juni zurück.

Mai

Die Priener Realschule soll teilverstaatlicht werden. Drei sogenannte Züge, also Klassen pro Jahrgang, sollen weiterhin unter Trägerschaft des Landkreises bleiben, zwei weitere Züge unter das Dach des Freistaats kommen. Weil sich der Landkreis dadurch langfristig Geld sparen würde, will er erstmal welches ausgeben. Einstimmig spricht sich der Kreistag in Rosenheim dafür aus, bis zu sechs Millionen Euro für die notwendige Erweiterung der Schule auf insgesamt 30 Klassen in die Hand zu nehmen. Das Kultusministerium hatte zuvor "positive Signale" für diese Lösung übermittelt, hieß es aus dem Landratsamt.

Im Juni konnte Richtfest gefeiert werden für das Seebettenhaus der Romed Klinik.

Weiter sind derlei Bestrebungen bis heute noch nicht gekommen. Möglicherweise haben jüngste politische Gedankenspiele zur Zusammenlegung von Real- und Haupt- beziehungsweise Mittelschulen die Pläne - zumindest vorübergehend - gestoppt. Ein weiterer Grund für die Funkstille aus der Landeshauptstadt könnte die Befürchtung sein, mit der Übernahme durch den Freistaat einen Präzedenzfall für andere Schulstandorte zu schaffen und Begehrlichkeiten zu wecken.

Im Windschatten der Landesausstellung "Götterdämmerung. König Ludwig II. und seine Zeit" auf Herrenchiemseehaben sich auch die Festlandgemeinden ringsum einiges ausgedacht, um Gäste anzulocken. Schüler des Ludwig-Thoma-Gymnasiums haben eine Ausstellung entwickelt. Im Wartesaal des Hafens in Stock zeigen sie unter anderem, wie sich Prien durch den Ansturm auf das nahe Schloss verändert hat. Zum Renner entwickelt sich der nächtliche Streifzug "Mondkönig - Märchenkönig" der Priener Tourismus GmbH auf der Herreninsel. Alle Termine sind weit im voraus ausgebucht.

Juni

Das Prienavera bleibt länger geschlossen als geplant. Lieferengpässe von Spezialteilen und zusätzliche Mängel, die während der Dacherneuerung entdeckt worden waren und nun auch noch behoben werden müssen, werden als Grund genannt. Damit gehen der Priener Tourismus GmbH als Betreiber und indirekt auch der Marktgemeinde, die Jahresfehlbeträge der PTG decken muss, Einnahmen weit im sechsstelligen Bereich durch die Lappen. Aus der angepeilten Wiedereröffnung rechtzeitig vor Beginn der Sommerferien - traditionell eine der besucherstärksten Zeiten im Jahr - wird nichts. In der zweiten Juniwoche beginnt die Montage des neuen, vierlagigen Foliendaches.

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Schlaglöcher sind seit Jahren ein Dauerbrennerthema, Jahr für Jahr reserviert die Gemeinde in ihren Haushalten Hunderttausende, um marode Straßenzüge zu sanieren. Aber dieses Loch ist anders: Am westlichen Ende der Hochgernstraße tut sich ein kleiner Krater auf, die Straße muss aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden. Ein uralter, nicht mehr genutzter Regenwasserkanals war in sich zusammengebrochen. Vermutlich war er infolge eines Rohrbruchs in der Nähe durch austretendes Wasser unterspült worden. Der Bauhof baut den kaputten Kanal aus und füllt das Loch wieder auf.

"Wie prächtig dieser Bau sich hoch reckt Richtung Himmel in Weiß-Blau" reimt Zimmerer Josef Gramelsberger bei der Hebfeier für das Seebettenhaus an der Romed Klinik. Der Rohbau des viergeschossigen 20-Millionen-Euro-Projekts steht - auf massiven Pfählen, weil der Untergrund nahe des Chiemseeufers in Harras aus nachgiebigem Seeton besteht. Im Herbst 2012 soll der Bau, dessen Patientenzimmer allesamt Balkon und Seeblick haben werden, in Betrieb gehen. Er ist der zweite von drei großen Schritten bei der Generalsanierung und Erweiterung des Priener Krankenhauses. Schon seit 2009 werden Patienten im neuen Gesundheitszentrum (GHZ) nördlich des alten Klinikkomplexes behandelt und ambulant operiert, nach Fertigstellung des See- soll das Südbettenhaus abgerissen und neu gebaut werden.

Unwetterschäden in Riedering.

Kaum ein Unwetter hat in der Vergangenheit so in der Region gewütet wie der Sturm am Nachmittag des 22. Juni. Am schlimmsten trifft es Riedering, aber auch ein paar Kilometer weiter östlich in Prien beschert es der örtlichen Feuerwehr sieben Stunden Dauerstress. Bäume knicken um und zerstören Autos, Keller und Unterführungen laufen voll Wasser und der Zugverkehr zwischen Rosenheim und Traunstein ist viele Stunden blockiert, weil unweit des Bahnhofs in der Marktgemeinde ein großer Baum auf die Oberleitung gekracht ist. Manche Waldstücke werden durch Sturmböen buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht, so müssen die beliebten Feste im Buchenwald von Munzing später abgesagt werden. In Arbing wird das Dach einer Kapelle weggerissen, hunderte Autos werden von dicken Hagelkörnern zerbeult.

Unwetter in Traunstein

Hagelwetter in der Region

In St. Salvator trotzt das Zelt, das viele ehrenamtliche Helfer nur Tage vor dem Unwetter aufgestellt hatten, dem Sturm. Und auch der Regen kann dem Gelingen der Primiz von Michael Steindlmüller keinen Abbruch tun. Etwa 3000 Gläubige feiern mit Pater Virgil einen Gottesdienst unter freiem Himmel und danach im Zelt weiter. Er ist nach seinem Bruder Josef zwei Jahre zuvor der zweite Spross aus dem Hause Steindlmüller, der zum Priester geweiht wird.

Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © ammelburger

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