Der Röthelbach fließt im neuen Bett

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Über die erfolgreiche Verlegung des Röthelbachs und die damit erreichte Verbesserungen für den Hochwasserschutz freuten sich (v.l.) Korbinian Stettwieser vom Wasserwirtschaftsamt, Flussmeister Franz Sulger, Bernhard Unterreitmeier vom Ingenieurbüro Aquasoli, Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Heiner Vogl von der Stadtverwaltung und Josef Hartl vom Bezirksfischereiverein Traunstein. Im Hintergrund ist der Durchlass unter der Bundesstraße zur Traun zu sehen.

Traunstein - Auf den ersten Blick wirkt der Röthelbach wie ein träges Gewässer, doch bei Hochwasser kann er sich in einen reißenden Strom verwandeln. Mit Kaskadentechnik wurde umgebaut.

Im Sommer 2006 verwüstete der Röthelbach das Schwimmbad und die Tennisanlagen. Der Schaden ging in die Hunderttausende. Um den Bereich vor Überschwemmungen zu schützen, fließt der Röthelbach seit dieser Woche in einem neuen Bachbett. „Nach den schrittweisen Verbesserungen der vergangenen Jahre ist der Hochwasserschutz am Röthelbach auf ein hundertjähriges Hochwasser ausgelegt“, freute sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei der offiziellen Freigabe des neuen Bachlaufs.

Röthelbach im neuen Bett

Auf 130 Metern Länge wurde ein neuer Bachlauf durch den Wald gegraben, das Bett mit Kies modelliert und die Einmündung in die Traun mit kaskadenförmig angeordneten Steinblöcken gestaltet. Die Flussmeisterstelle des Wasserwirtschaftsamtes hat die Arbeiten mit eigenen Leuten durchgeführt. Schon im Jahr 2008 ließ die Stadt Traunstein einen Durchlass unter der Straße zum Hochberg bauen und das Staatliche Bauamt den Durchlass unter der Bundesstraße. Korbinian Stettwieser, Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt, machte deutlich, dass die Verlegung des Röthelbachs zum Hochwasserschutz Traunstein-Süd gehört und Teil der Gesamtmaßnahme ist. In das Projekt investieren der Freistaat Bayern mit Unterstützung der Europäischen Union und die Stadt Traunstein insgesamt rund 5,3 Millionen Euro. Die Arbeiten unter der Federführung des Wasserwirtschaftsamtes vor einem Jahr begonnen. Wenn die Maßnahme im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen ist, sind auch die Bewohner der Daxerau vor einem Hochwasser geschützt.

Für die Planungen zeichnet Bernhard Unterreitmeier vom Ingenieurbüro Aquasoli aus Traunstein verantwortlich. Nicht nur an der Traun, sondern auch am Röthelbach hat der Planer eine möglichst natürliche Gestaltung der Uferbereiche angestrebt. Der Röthelbach fließt nun wieder in seinem ursprünglichen Bett, das auch auf einem Stadtplan von 1792 eingezeichnet ist. Auf dieses interessante Detail verwies Heiner Vogl, der als Sachgebietsleiter der Stadt Traunstein für Stadtentwässerung das Projekt von Anfang an begleitet hatte. Unter seiner Regie erfolgten nach dem Hochwasser von 2006 die ersten Maßnahmen, um das Schwimmbad vor einer erneuten Überschwemmung zu schützen.

Auch nach der Verlegung des Röthelbachs bleibt das alte Bachlauf parallel zur Kreisstraße zum Hochberg bestehen, so dass ein Hochwasser auf zwei Wegen schneller in die Traun abfließen kann. Bei normalem Wasserstand sichert ein Verbindungsrohr den Zufluss in den bestehenden Bachlauf, damit das Gerinne nicht trocken fällt und als Folge der Grundwasserpegel absinkt. Nicht vergessen hat man bei der Neugestaltung die Interessen der Bach- und Flussbewohner: Fische, ob groß oder klein, können durch das neue Gerinne vom Röthelbach in die Traun schwimmen und auch umgekehrt von der Traun in den Röthelbach, der ein ideales Laichgewässer für Bachforellen ist, wie der Vorsitzende des Bezirksfischereivereins Traunstein, Josef Hartl, berichtete. Sein Verein hat den Röthelbach und den Röthelbachweiher von der Stadt gepachtet. Angler können in dem Gewässer unter anderem Hechte, Karpfen und Forellen fangen. Für die Teilnehmer des Ortstermins stand am Ende fest, dass von der Verlegung des Röthelbachs allen Seiten profitieren – angefangen bei den Anwohnern bis hin zu den Fischen.

Pressemitteilung Stadt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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