„Es muss ein Zeichen gesetzt werden“

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Die Trostberger Realschule setzt Zeichen.

Trostberg - Nachdem ein Saufgelage mehrere Schüler ins Krankenhaus gebracht hat, hat die Realschule Trostberg die Abschlussfeier auf ein Minimum reduziert. Der Abschlussball findet allerdings statt.

Statt der üblichen großen Party müssen sich die Schüler mit einer Zeugnisübergabe im kleinen Rahmen abfinden. „Es waren mehrere Schüler auf der Intensivstation. Jetzt muss ein Zeichen gesetzte werden“, sagte der stellvertretende Schulleiter Klaus Langer auf Nachfrage von chiemgau24.de - er betonte, dass die Abschlussfeier nicht abgesagt wurde, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Doch statt einer großen Feier beschränkt man sich auf einen Gottesdienst am 24. Juli um 10.30 in der Pfarrkirche St. Andreas und der Zeugnisvergaben um 11.30 Uhr in der Schulturnhalle.

Der Abschlussball, der an einem anderen Tag über die Bühne geht, findet wie gewohnt statt.

Starker Tobak für die enttäuschten Schüler! Doch das Argument, schließlich doch auch mal jung gewesen zu sein, lässt Langer nicht gelten: „Ja, wir haben auch was getrunken, aber man hat sich das dann nicht so anmerken lassen.“ Er ist von der Entscheidung der Schule überzeugt und nimmt die ganze Stufe in die Verantwortung. „Es liegt ein Schatten auf der Abschlussklasse. Damit müssen sie jetzt leben.“

Auf der Schul-Homepage nimmt das Kollegium und Schulleitung zu den „Vorkommnissen bei den klasseninternen Abschlussfeiern der 10. Klassen am 30.06.2009 am Alzknie“ ausführlich Stellung und zeigt sich enttäuscht.

Das Ausmaß der „Aus is“-Feier wird offen und schockierend beschrieben:

„Es gibt Schätzungen von Zeugen, dass ca. 80 junge Menschen angetrunken und ca. 10 schwer betrunken waren. Im Fall einer Klasse war zu erfahren, dass ca. 15 Kästen Bier und 15 Flaschen Wodka (!) mit Hilfe eines älteren Jugendlichen, der nicht unserer Schule angehört, im Auto hertransportiert wurden. Es wurde weiter berichtet, dass auf dieselbe Art immer neuer Nachschub gebracht wurde. Wer als Erwachsener sich dazu hergibt, minderjährige Jugendliche mit Alkohol zu versorgen, handelt in höchstem Maße verantwortungslos. Wenn es noch dazu an einem Ort geschieht, an in nächster Nähe dem aufgrund der Wetterverhältnisse ein Hochwasser führenden Fluss vorbeifließt, handelt er fast schon kriminell. Da einige der Alkoholopfer nur im letzten Augenblick aus dem reißenden Fluss gezogen werden konnten, ist es ein reiner Glücksfall, dass nicht mehr passiert ist, als dass 6 Schüler die Nacht im Krankenhaus mit Alkoholvergiftung verbringen mussten.

Völlig unverständlich ist, warum auch Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse zugegen waren und Alkohol bis zum Zusammenbruch konsumierten. Wir fragen uns, welche Eltern ihren Kindern den Besuch dieser Feier erlaubten, oder wie es möglich war, dass sie sich ohne Wissen der Eltern dort aufhielten?“

Lesen Sie hier die Vorgeschichte:

Schule vorbei - Flasche her

Lesen Sie hierzu auch eine Meldung aus Bayern:

Zwölfjährige trinkt sich ins Koma

Quelle: chiemgau24.de

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