Radiologe wegen Betrugs verurteilt

Traunstein - 645.000 Euro Schaden nach überzogenen Rechnungen: Am Dienstag wurde einem Radiologen in Traunstein der Prozess gemacht. Am Nachmittag ist das Urteil gefallen:

Einem Radiologen wird am Dienstag vor dem Landgericht Traunstein der Prozess gemacht. Von der Staatsanwaltschaft wird er beschuldigt, in den Jahren 2005 bis 2009 in mehreren hundert Fällen seinen Patienten überzogene Rechnungen gestellt zu haben. Insgesamt ist ein Schaden von etwa 645.000 Euro entstanden.

In einer geständigen Erklärung räumt der Arzt ein, Rechnungen mit überhöhten Abrechnungssätzen ausgestellt zu haben. Während seiner Aussage muss sich der Mann immer wieder bemühen, die Fassung zu bewahren, mehrmals kommen ihm die Tränen. Der Angeklagte vor Gericht: "Ich habe gewusst, dass diese Rechnungen unrechtmäßig sind. Die Idee, falsche Rechnungsposten anzugeben kam aber nicht von mir."

Die Verpachtungsgesellschaft habe ihn zu diesem Abrechnungsmodell gedrängt. Um die Einkünfte der Praxis zu steigern, sollen an der Praxis beteiligte Ärzte ihre Patienten fast ausschließlich an diese Praxis überwiesen haben. Auf den Rechnungen tauchten Untersuchungen auf, die gar nicht durchgeführt wurden. Vor Gericht gibt der Radiologe an, den kompletten Schaden von über 600.000 Euro bereits beglichen zu haben. In seinem Schlusswort vor der Urteilsverkündung bedauerte der Radiologe sehr, dass sich alles so entwickelt habe. Er bat das Gericht, ihm die Möglichkeit zu lassen, für seine Familie zu sorgen.

Das Urteil:

Der Richter verurteilte den Radiologen wegen Betrugs in 6260 Fällen und versuchten Betrugs in 314 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung.

tj/ch24

Quelle: chiemgau24.de

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