Thema Holz am "Tag des offenen Denkmals"

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Landkreis - Der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag steht unter dem Thema Holz. Besonders in Tittmoning kann man die Bundwerkstadel-Bauweise sehen.

Der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 9. September, steht unter dem Thema „Holz“. Im Landkreis Traunstein bietet sich als Veranstaltungsort aus mehreren Gründen Tittmoning ganz besonders an. Es liegt im Zentrum der Bundwerkstadelbauweise, einer weltweit einzigartigen regionaltypischen Holzbauweise. Außerdem birgt das Tittmoninger Heimatmuseum auf der Burg eindrucksvolle Exponate, die die große Bedeutung des Rohstoffes Holz zeigen.

Das bereits von weitem sichtbare Merkmal der Burg Tittmoning ist der riesige ehemalige Getreidekasten mit dem hohen Dach, der heute ein Teil des Museums ist. Zum Thema „Holz“ bietet er mehrere Besonderheiten: Das hohe Dach auf dem großen Gebäude erforderte eine einzigartige Dachstuhlkonstruktion. Am Tag des offenen Denkmals ist diese etwa 30 Meter lange, sehr aufwändige Konstruktion von 11 bis 16 Uhr erstmals zur Besichtigung freigegeben.

Die überwiegende Verwendung des preiswerten Rohstoffes Holz in früherer Zeit wird auch im Handwerkersaal und im Landwirtschaftssaal des Museums deutlich. Die Werkzeuge der Schreiner, Wagner, Schmiede oder Müller waren zumeist aus Holz. Die Bedeutung von Holz als Baumaterial sieht man an dem hier untergebrachten Modell der alten Laufener Salzachbrücke. Im Landwirtschaftssaal zeigen Pflüge, Heugabeln und landwirtschaftliche Maschinen sowie das Modell eines Vierseithofes mit Bundwerkstadel die vielseitige Verwendung von Holz auch im bäuerlichen Bereich.

Am Tag des offenen Denkmals zeigen im Burghof Zimmerleute der Firma Lechner aus Kay, wie Bundwerk in alter Zimmerertradition nur mit Handwerkzeug ohne moderne Maschinen hergestellt wird. Sie zimmern einen Teilausschnitt, nämlich eine Ecke eines Gitterbundwerks. Das Besondere am Bundwerk ist unter anderem, dass keinerlei Eisen bei der Konstruktion verwendet wurde. So bestehen selbst die Nägel aus Holz und werden für Besucher mit der Hacke hergestellt. Die Breithacke und Rundhackekommen ebenso zum Einsatz wie der Handhobel für die Bretter. Eine kleine Ausstellung mit Bildern von besonders schönen Bundwerkstadeln und Bundwerkdetails ergänzt die Vorführungen.

Ein fertiger Bundwerkstadel ist ebenfalls von 11 bis 16 Uhr in Natura im zwei Kilometer außerhalb von Tittmoning gelegenen Vierseithof „Beim Moier“ in Allmoning Haus Nr. 4 zu sehen. Dieser 1837 erbaute Stadel fasziniert nicht nur durch seine aufwändige Holzkonstruktion, sondern auch durch seine reiche und fantasievolle Bemalung mit Sinnsprüchen und Bildern aus der bäuerlichen Welt des 19. Jahrhunderts. Die Bemalung, die durch den verstorbenen Künstler Siegfried Schamberger in Vollendung restauriert wurde, ist ein wichtiger Bestandteil der Bundwerkbauweise. Das charakteristische Dekor ist in Allmoning um die Tennentore mit Vasen, hängenden Pinienzapfen, Lorbeerbändern, einem von Löwen flankierten Bildfeld mit erntenden Bauern oder anderen Bildern aus der bäuerlichen Geisteswelt

sowie Sprüchen auf den Schleierbrettern gestaltet. Neben dem prächtigen Bundwerkstadel kann man in Allmoning mit dem freistehenden Troadkasten von 1746, dem typgerecht restaurierten Wohnhaus und der Hofkapelle ein einmalig unverfälschtes Beispiel heimischer Bautradition sehen. Der Eigentümer Hans Fellner führt die Besucher durch seinen Vierseithof und weiß viel Interessantes zu erzählen. Zur besseren Erreichbarkeit steht für die Besucher ein Shuttlebus zwischen der Burg Tittmoning und Allmoning zur Verfügung.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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