Jubiläum: "Nußdorf im Mittelpunkt"

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Die Gemeinde Nußdorf hat dieses Jahr einiges zu feiern.

Nußdorf - Die Gemeinde hat Grund zum Feiern: Zehn Jahre Freundschaft mit Nußdorf in der Pfalz und seit 25 Jahren ist das Dorf wieder eine eigene Gemeinde.

Die Gemeinde Nußdorf feiert sich selbst: Am Freitag, 11. Mai, um 19.30 Uhr im Gasthaus Zenz in Sondermoning ein Festabend statt, mit dem drei Ereignisse gefeiert werden: Seit zehn Jahren besteht eine enge Freundschaft mit Nußdorf in der Pfalz, vor 25 Jahren wurde Nußdorf wieder eine eigene, selbstständige Gemeinde und löste sich aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Chieming, Seebruck und Truchtlaching und vor 40 Jahren startete in Bayern die Gemeindegebietsreform. An diese drei, in der Geschichte der Gemeinde Nußdorf bedeutenden Ereignisse, wird beim Festabend erinnert und mit Musik und Gesang, Darbietungen der Trachtenjugend und amüsanten Einlagen gefeiert.

Mit dem Start der Gemeindegebietsreform in Bayern im Jahr 1972 begann eine fast 15-jährige Odyssee zwischen Auflösung der Gemeinde, Angliederung an die Stadt Traunstein oder die Gemeinde Chieming und dem zähen Ringen nach Unabhängigkeit und Fortbestand als eigenständige Kommune. 1972 stand es schlecht um das Überleben, galten doch 3000 Einwohner als Mindestgröße für eine existierfähige Gemeinde. Damals lebten 1300 Menschen in der Gemeinde. Zielvorstellung der Gebietsreform war die Eingemeindung in die Stadt Traunstein. Bei einer Bürgerabstimmung sprachen sich 80 Prozent der Bürger für die weitere Selbstständigkeit und gegen eine Eingemeindung nach Traunstein aus. Weil nach den Vorgaben der Staatsregierung eine völlige Eigenständigkeit nicht möglich war, entschied sich der Gemeinderat im März 1973 für die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Chieming. Im Juli 1975 überraschte die Regierung von Oberbayern mit dem Vorschlag die Gemeinde aufzulösen und Nußdorf mit Ausnahme des Ortsteils Sondermoning der Stadt Traunstein zuzuschlagen. Durch die Zähigkeit des Gemeinderates und mit Verweis auf den Bürgerwillen und den Wunsch nach Selbstständigkeit, gelang es, die Staatsregierung umzustimmen. Diese stimmte einer Verwaltungsgemeinschaft mit Chieming, Seebruck und Truchtlaching zu. Doch diese Lösung stieß wegen der langen Verkehrswege zum Rathaus nach Chieming in Teilen der Bevölkerung und auch im Gemeinderat auf Ablehnung. Zur großen Überraschung votierte Anfang 1977 eine Mehrheit für die Eingemeindung nach Traunstein. Dem stimmte nun aber die Regierung von Oberbayern nicht zu und hielt an der neuen Struktur einer Verwaltungsgemeinschaft fest. Im Nachhinein stellten sich die Ablehnung der Regierung und auch die beharrliche Haltung von Bürgermeister Lorenz Posch und der Gemeindeverwaltung als Glückfall heraus. Nachdem der Landtag 1979 das erste Korrekturgesetz zur Gebietsreform verabschiedete, beantragten Seebruck und Truchtlaching das Ausscheiden aus der Verwaltungsgemeinschaft und die Bildung der Einheitsgemeinde Seeon-Seebruck. Ab 1. Januar 1980 bestand die Verwaltungsgemeinschaft nur noch aus den Gemeinden Chieming und Nußdorf. Die weiteren Diskussionen im Landtag um Korrekturen der Gebietsreform führten in Nußdorf zum einstimmigen Gemeinderatsbeschluss, bei der Staatsregierung eine Entlassung aus der Verwaltungsgemeinschaft zu beantragen. Doch es dauerte noch weitere fünf Jahre bis die immer neuen Anträge auf Selbstständigkeit und das beständige Ringen um Unabhängigkeit von Erfolg gekrönt waren. 1985, drei Jahre nach der Wahl von Ludwig Kroiß zum 1. Bürgermeister von Nußdorf, verabschiedete der Landtag im Juli 1985 das Zweite Änderungsgesetz der Zugehörigkeit zu Verwaltungsgemeinschaften. Nußdorf hatte in der Zwischenzeit alle Voraussetzungen für eine eigene Gemeinde erreicht, sowohl was die Einwohnerzahl und Infrastruktur als auch die Wirtschafts- und Steuerkraft betrifft. Mit Wirkung vom 1. Januar 1986 war Nußdorf offiziell wieder eine Einheitsgemeinde mit eigenständiger Verwaltung.

Zur Feier des „Selbständigkeits-Jubiläums“ wurden auch Vertreter und Abordnungen gleichnamiger Gemeinden und Orte eingeladen. So werden Bürgermeister Josef Oberauer aus Nußdorf am Inn, eine Abordnung aus Nußdorf, Gde. Falkenberg (Niederbayern) und der Ortsvorsteher sowie Vertreter aus Nußdorf bei Landau (Pfalz) zum Festabend kommen. Am kommenden Samstag um 10.30 Uhr wird als symbolisches Zeichen der Verbundenheit der „Nußdörfer“ eine Linde als „Freundschaftsbaum“ am Parkplatz neben der Pfarrkirche St. Laurentius gepflanzt.

Beim Jubiläumsabend am Freitag ab 19.30 Uhr in Sondermoning singen und musizieren die Familienmusik Niederbuchner, die Waholzner Sänger, begleitet von Caroline Speckbacher an der Harfe und die Oid-und-Jung-Blech. Volkstänze präsentieren die Buam und Dirndl der Kindergruppe des Trachtenvereins. Peter Volk liest Verserl und Anekdoten zum Thema. Bürgermeister Hans Gnadl und der Gemeinderat freuen sich auf viele Nußdorfer Bürger und Interessierte, die beim Jubiläumsabend mitfeiern.

pv

Quelle: chiemgau24.de

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