Neues Rettungsfahrzeug für die Malteser

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Bei einer Feierstunde an der Malteser-Rettungswache in Traunstein wurde das neue Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug offiziell in Betrieb genommen. Ab 1. März steht es als Zubringerdienst für Notärzte bereit, die Verlegungstransporte zwischen Kliniken begleiten. Auf dem Bild (von links) Christoph Friedrich, Diözesangeschäftsführer der Malteser, Christian Gmeiner, Malteser-Bezirksgeschäftsführer, Kaplan Pawel Idkowiak von der Stadtpfarrei St. Oswald, Pfarrer Torsten Fecke von der Evangelischen Kirchengemeinde Traunstein und Malteser-Seelsorger Pfarrer Mathias Häusl.

Traunstein - Ein in der Region völlig neues Rettungsfahrzeug, ein Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug (VEF), hat am heutigen 1. März seinen Dienst bei den Maltesern aufgenommen.

Das neue Notarzteinsatzfahrzeug ist an der Rettungswache der Malteser in Traunstein stationiert. Aufgabe des Verlegungsarztdienstes ist die Begleitung von Patienten, die während der Verlegung von Klinik zu Klinik einer ärztlichen Betreuung bedürfen. Bei einer kleinen Feierstunde an der Rettungswache in der Schaumburger Straße empfingen das neue Einsatzfahrzeug und das Malteser-Rettungsteam den kirchlichen Segen und das neue Rettungsmittel wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Traunstein ist einer von zehn Standorten eines Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeuges und mit München der zweite Standort in Oberbayern, erklärte Josef Gschwendner, Geschäftsführer des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung, in seinem Grußwort. Gschwendner vertrat den Verbandsvorsitzenden, Landrat Hermann Steinmaßl und betonte, dass es eine Besonderheit und ein Grund zur Freude sei, wenn in der heutigen Zeit zusätzliche Ressourcen im Bereich der präklinischen Patientenversorgung geschaffen werden.

Stefan Lackner, Leiter Rettungsdienst der Malteser, erläuterte Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke und Pfarrer Mathias Häusl die Ausrüstung des Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeuges.

Das Verlegungsarzt-System reagiere insbesondere auf den Strukturwandel im Klinikbereich, erläutete Gschwendner. Um die Überwachung eines Patienten während des Verlegungstransportes sicherzustellen, mussten die Kliniken bisher einen Arzt bereitstellen, der im Klinikbetrieb fehlte oder der Patient wurde durch den Dienst habenden Notarzt begleitet. Dadurch war der dieser für längere Zeit nicht in seinem Einsatzgebiet präsent. Um diese Bedarfslücke zu schießen wurde bei der Neufassung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes der „Verlegungsarzt“ eingeführt. Mit dem VEF Traunstein steht im südostbayerischen Raum an 365 Tagen und rund um die Uhr speziell ein Notarzt für die Transportbegleitung bei Verlegungen zur Verfügung. Kritisch äußerte sich Gschwendner, was die Diskussion über europaweite Ausschreibungen von Rettungsdienstleistungen betrifft. Dabei werde der wichtigste Aspekt, die ehrenamtliche Mitwirkung vieler Helfer in Land-, Berg- und Wasserrettung, bei Schnelleinsatzgruppen, im Katastrophenschutz und im regulären Rettungsdienst häufig vergessen. Ohne das Ehrenamt könne weder Effektivität noch Wirtschaftlichkeit des jetzigen Rettungssystems beibehalten werden.

Christoph Friedrich, Diözesangeschäftsführer der Malteser freute sich über die öffentliche Beauftragung zum Betrieb des Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeuges. „Für die Malteser, die sich in Traunstein seit 1974 ehrenamtlich im öffentlichen Rettungsdienst engagieren und mit dem Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug nun auch im hauptberuflichen Bereich vertreten sind, bedeutet dies einen weiteren Meilenstein.“ Friedrich bezeichnete die Malteser im Landkreis Traunstein als starke und engagierte Gemeinschaft, die in Haupt- und Ehrenamt auf immer neue Aufgaben zugeht und den Leitsatz der katholischen Hilfsorganisation „Wahrung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ in die Zukunft entwickeln und erfüllen werde.

Den Segen für die Besatzung und das neue Einsatzfahrzeuges spendeten Malteser-Seelsorger Pfarrer Mathias Häusl, Kaplan Pawel Idkowiak von der Stadtpfarrei St. Oswald und Pfarrer Torsten Fecke von der Evangelischen Kirchengemeinde Traunstein. Häusl zitierte aus dem 2. Korintherbrief, in dem vom „Duft der Erkenntnis Christi“ geschrieben steht, der durch die Menschen „an allen Orten verbreitet“ wird. So wie die Gemeinde von Korinth vom Lebensduft und Erbarmen Christi erfüllt war und dies durch tätige Nächstenliebe und in Gemeinschaft gelebt hat, möge dies auch den Maltesern und im neuen Dienst gelingen. „Wir dürfen nicht fragen, ob wir unser Gegenüber riechen können oder mögen. Vielmehr sollten wir dem Vorbild Jesu folgen und dafür sorgen, dass die Menschen durch unser Tun den Lebensduft Christi erschnuppern können.“

Durch symbolische Übergabe der Fahrzeugschlüssel von Malteser-Diözesangeschäftsführer Christoph Friedrich an Stefan Lackner, den Leiter Rettungsdienst der Malteser in Traunstein, wurde das neue Verlegungsarzt-Einsatzfahrzeug und der neue Dienst offiziell aufgenommen.

pv

Quelle: chiemgau24.de

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