Alles dreht sich um die neue Eishalle

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DEC-Vorstand Hubert Graf

Traunstein - Über die Bauarbeiten der neuen Eishalle informierte Vorsitzender Hubert Graf alle Vereinsmitglieder bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des DEC Inzell.

Der Bau der neuen Eishalle stand auch im Mittelpunkt der Jahres-Mitgliederversammlung des DEC Inzell. Vorsitzender Hubert Graf informierte die anwesenden Vereinsmitglieder über den Stand der Bauarbeiten und darüber, dass der Termin 25. Dezember 2010 mit dem ersten Eisbetrieb eingehalten werden wird. „Es wird fieberhaft auf diesen Termin hingearbeitet, für dieses Ziel müssen mögliche Arbeiten an den Räumlichkeiten hinten anstehen“, bekräftigte Graf.

Trotz der schlechten Witterungsbedingungen seit dem Baubeginn hätten die Arbeiter das ganze Jahr über einen hervorragenden Job gemacht, so der Vorsitzende in seinen Ausführungen. So wurden die Arbeiten bereits bei Baubeginn durch Kälte beeinträchtigt, auch die Baumaßnahmen beim Dach wurden durch Regenfälle immer wieder erschwert. „Solange das Dach nicht vollkommen geschlossen ist, kann in manchen Bereichen nicht gearbeitet werden“, erklärte Graf die Situation. Trotzdem stimme ihm das ganze Paket positiv, vor allem deswegen, weil für die Weihnachtszeit Nationen wie Holland, Norwegen, Polen und viele Vereine und Gäste bereits gebucht haben und fest auf eine „Eiszeit“ setzen.

Der Bau der Halle und das damit fehlende Eis hat auch den Verein finanziell enorm belastet. Das Training der Eisschnellläufer und der Eishockeymannschaft habe Lücken in die Vereinskasse gerissen, berichtete Graf. „Derzeit nehmen wir etwa in Ruhpolding jede verfügbare Eiszeit und dafür sind wir unseren Nachbarn sehr dankbar“, so der DEC-Vorstand.

Richtfest für Inzeller Eishalle

Auf die Situation im Eisschnelllaufen eingehend, stellte Graf die Anzahl der Trainer hervor. 14 gut ausgebildete Trainer kümmern sich um die einzelnen Gruppen im Verein, Markus Eicher wurde nach den olympischen Spielen von Vancouver sogar Cheftrainer bei der DESG und auch Marion Wohlrab stieg in den Verband als Trainerin auf.

Schmerzlich aber verständlich sei der Rücktritt von Weltmeisterin und Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma gewesen. Die 33-Jährige wird übrigens bei der Weltmeisterschaft im März 2011 in Inzell für das holländische Fernsehen am Mikrofon sein.

Lobende Worte fand Graf für die Eishockey-Abteilung die seiner Ansicht nach die fehlenden Eiszeiten in Inzell gut überstanden habe. „Eishockey ist auch immer wieder ein guter Zulieferer für die Eisschnelllauf-Abteilung“, bemerkte Graf. Jüngstes Beispiel dafür war Joel Dufter, der es über den Short Track in den so wichtigen Kaderstatus geschafft hat. Dieser ist wichtig für die jährlichen Zuschüsse an den Verein. In Hinblick auf die Einzelstrecken-Weltmeisterschaft im März verwies Hubert Graf, dass es in der Halle 2600 Sitzplätze und 2400 Stehplätze geben werde. International seien Sitzplätze gefragt, ursprünglich sei man von 1200 Sitzplätzen ausgegangen.

„Die Vorbereitungen für dieses Highlight laufen, das Rahmenprogramm wird im Ort stattfinden. Die Besucher werden aber auch im Umfeld der Halle ordentlich versorgt werden“, betonte Graf.

Eröffnet wird die WM am Mittwoch, den 9. März mit traditioneller Blasmusik am Dorfplatz, einen Tag später wird die Eishalle am ersten Wettkampftag mit zahlreicher Polit-Prominenz ihrer Bestimmung offiziell übergeben. Neben Innenminister Thomas de Maiziere und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer werden auch Ministerpräsident Horst Seehofer und Staatskanzleichef Siegfried Schneider dazu erwartet. Auch die Münchner Olympiabewerbungsgesellschaft 2018 wird täglich mit rund 20 Personen in Inzell während der WM sein.

„Für die Halleneröffnung haben wir eine große Überraschung geplant“, bemerkte Graf. Gute Nachrichten gibt es auch, was die Zahl der Helfer während der Weltmeisterschaft betrifft, in dieser Hinsicht sei fast schon alles im grünen Bereich. „Der erste Eindruck bleibt hängen und das ist unsere Weltmeisterschaft“, sagte Graf und stellte damit die Bedeutung der Titelkämpfe in den Raum.

Kritik übte der Vereinsvorsitzende an der seiner Ansicht nach manchmal fehlenden Identifikation mit DEC Inzell. „Der DEC ist lebenswichtig für alle, Vermieter und Wirte schlagen daraus Kapital“, sagte Graf im Hinblick auf sinkende Mitgliederzahlen auf aktuell 562. „Aus den Mitgliedern entwickeln sich Kadersportler, ohne Kadersportler gibt es auch keine Halle“, so seine Rechnung. In diesem Zusammenhang lobte Graf auch die Unterstützung durch die Sponsoren und durch die Gemeinde. Mit einem Ausblick auf das 50-jährige Vereinsjubiläum des DEC im kommenden Jahr schloss Graf seine Ausführungen.

Inzells Bürgermeister Martin Hobmaier stellte in seinem Grußwort ebenfalls die Bedeutung der Eishalle in den Fokus. Ob wirtschaftlich oder touristisch sei das Projekt für die Gemeinde wichtig. „Die Halle wird uneingeschränkt nur dem Sport zur Verfügung stehen. Der gesamte Gemeinderat steht geschlossen hinter dem DEC Inzell“, bekräftigte Hobmaier die Verbundenheit zum Verein. „Es ist bewundernswert, wie Trainer und Sportler die Einschränkungen während des Baus gemeistert haben. Ich vergleiche Inzell immer mit dem gallischen Dorf im Eisschnelllaufen. Dadurch ist Inzell auf der ganzen Welt ein Begriff“, meinte Hobmaier.

Berichte aus den Abteilungen:

Eisstock: Diese Abteilung musste laut Hubert Graf durch Sylvester Dufter „wiederbelebt“ werden. Mit 89 Euro Jahresausgaben sei sie auch die günstige im DEC.

Eiskunstlauf: Ursula Stief berichtete über Wettkämpfe, derzeit sind in der Abteilung 27 Jugendliche aktiv. Als Trainerin konnte Eva Maria Fitze gewonnen werden. Die 28-jährige wohnt in Bergen und war in ihrer aktiven Zeit deutsche Eiskunstlauf-Meisterin. 2006 nahm sie als Paarläuferin an den Olympischen Spielen in Turin teil und wurde mit ihrem Partner Rico Retz 15. Eishockey: Mit dem dritten Platz in der Eishockey Bezirksliga in der abgelaufenen Saison erreichte die erste Mannschaft eine ausgezeichnete Platzierung. „Mit Trainer Pino Dufter haben wir eine sehr junge Mannschaft aufgebaut“, sagte Spartenleiter Olaf Becker. Auch in dieser Saison wird dieser Platz wieder angepeilt, einen möglichen Aufstieg könne man finanziell nicht stemmen, so Becker. Auch im Nachwuchsbereich kann die Abteilung auf Erfolge bauen. Die Junioren wurden in der vergangenen Saison zweiter. Bewährt haben sich wieder die Spielgemeinschaften mit Berchtesgaden.

Eisschnelllauf: Abteilungsleiter Willi Hess verwies ebenfalls auf die angespannte finanzielle Situation durch den Hallenbau und das damit fehlende Eis. Viele Trainingsmaßnahmen mussten nach Erfurt, Innsbruck, München und Ruhpolding verlegt werden. 65 Aktive sind in sechs Trainingsgruppen im Eistraining, die Kindergartengruppe hat 30 Mitglieder. „Trotzdem können wir keine Anni Friesingers am Fließband produzieren“, bemerkte Hess. In seinen Ausführungen bemerkte er, dass Eisschnelllaufen bezahlbar bleiben müsse, mittlerweile sei auch dieser Sport teuer geworden. Lobende Worte fand der Spartenleiter für die Zusammenarbeit mit den Partnerschulen des Wintersports. Dadurch sei es möglich, Sport und Schule unter einen Hut zu bringen. Durch die Einführung des Short Tracks beim DEC habe man weitere Kadersportler gewinnen können. „Short Track sei eine attraktive Sportart für Jugendliche“, so Hess. Dies habe sich schon in dieser Saison mit Erfolgen gezeigt und auch das Ergebnis bei den deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften in Erfurt mit vier Nominierungen zum Weltcup sei erfreulich.

SHu

Quelle: chiemgau24.de

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