"Noch mehr aufgelockerte Bebauung" - Gemeinderat vertagt Entscheidung

Neue Planung für "Hoteldorf Zell"

Ruhpolding - Die Pläne für das umstrittene "Hoteldorf Zell" kamen erneut im Gemeinderat zur Sprache. Erwartungsgemäß nahmen wieder sehr viele interessierte Bürger als Zuhörer an der Sitzung teil.

Der Projektentwickler präsentierte eine neue Planung. In Anbetracht des Bürgerentscheides, der am 27. Februar erfolgt, traf der Gemeinderat aber keine Entscheidung.

Aus dem Archiv:

Der Gemeinderat habe Ende August beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan für das Gebiet des ehemaligen Zellerbauernhofes aufzustellen, sagte Bauamtsleiter Hans Hechenbichler. Der Entwurf des Flächennutzungsplanes sowie die Begründung und der Geltungsbereich des Bebauungsplanes seien in einer Informationsveranstaltung im November vorgestellt worden.

Im Rahmen der öffentlichen Auslegung bis kurz vor Weihnachten seien von den Behörden, so Hechenbichler weiter, 28 Stellungnahmen eingegangen. Lediglich der Bund Naturschutz Bayern habe die Errichtung eines Hoteldorfes "aufgrund des hohen Flächenverbrauches in der geplanten Größenordnung" abgelehnt.

Aus dem Archiv:

Der Gemeinderat äußerte die Auffassung, dass die Größe des Hotels insgesamt allein schon zur Gewährleistung eines wirtschaftlichen Betriebs nötig sei. Eine Variante mit einer zweigeschossigen Bebauung hätte einen zusätzlichen Flächenbedarf von 1,2 Hektar erfordert.

Die neun Einwände aus der Beteiligung der Öffentlichkeit bezogen sich beispielsweise auf die Problematik der Oberflächenentwässerung, die Baudichte und Höhenentwicklung des Gesamtareals, die Parksituation und die zu erwartenden Geräuschemissionen. In den Abwägungen der Gemeinde verwies Hechenbichler unter anderem auf ein noch zu erstellendes Emissionsschutzgutachten. Die Gesamtsituation der Oberflächenentwässerung solle durch ein funktionierendes Entwässerungssystem gelöst werden. Er verwies auch nochmals darauf, dass es sich zur Lösung der Parksituation um kein mehrstöckiges Parkdeck handeln werde, sondern um einen überdachten Parkplatz, dessen Dach begrünt werde. Zudem sichere die Fremdenverkehrssatzung bereits jetzt zu, dass hier keine Ferien- oder Zweitwohnungen geschaffen werden können.

Dossier zum geplanten Hoteldorf - Pro und Contra

Aufgrund der eingegangenen Einwendungen und Empfehlungen im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Trägerbeteiligung hatte sich der Projektentwickler zu einer Umplanung der Dorfanlage entschieden. Andreas Jurina von der Planungsgruppe Straßer & Partner legte in der Suitzung einen Lageplan vor und sprach von einer "verfeinerten Entwicklung mit einer noch mehr aufgelockerten Bebauung". Die Kniestockhöhe der Häuser für die rund 160 Hotelappartements wird in dieser Planung laut Jurina auf 60 Zentimeter herabgesetzt. "Dadurch wird der Wohnbereich deutlich niedriger", sagte er. Auch die größeren Gebäude, zum Beispiel für die Verwaltung, können dann seinen Angaben zufolge anders positioniert und aufgeteilt werden. Der Plan sei auch, 144 Parkplatzstellplätze nicht nur zu überdachen, sondern aufgrund der Grundstückbeschaffenheit großteils im Gelände verschwinden zu lassen.

Die geänderte Planung fand über alle Fraktionsgrenzen hinweg ein positives Echo. "Das ist das, was wir wollten", meinte SPD-Fraktionssprecher Michael Mayer. Und Bürgermeister Claus Pichler ergänzte: "Mit der neuen Planung gewinnt man noch mehr Gesicht." CSU-Fraktionssprecher Hermann Feil glaubte, mit dieser Planung "noch nicht das letzte Bild" gesehen zu haben. Weitere Verfeinerungen seien für ihn denkbar.

hbw/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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