Ab Mitte Juni nur noch Notruf 112

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Traunstein - Wo vor zwei Jahren im Traunsteiner Gewerbepark Kaserne noch "grüne Wiese" war, steht inzwischen die Mitte Januar 2010 eingeweihte, rund 3,9 Millionen Euro teure Integrierte Leitstelle.

In Betrieb ist sie allerdings noch nicht. Die ILS löst plangemäß im Juni die bislang in Traunstein-Haslach an der Hochstraße situierte Leitstelle für den Rettungsdienst und die getrennt auf Landkreisebene organisierte Feuerwehralarmierung ab.

Am 15. Juni wird die bis dahin noch gültige Notrufnummer 19222 von dem Gebäude in Haslach auf den Neubau im Gewerbepark geleitet. Nach dem Technikumbau erfolgt die Umschaltung auf den künftigen Notruf "112" am 17. Juni. Das berichtete ILS-Leiter Anton Groschak in der Sitzung des Rettungszweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung unter Vorsitz von Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl.

Von dem Neubau mit modernster IT-Technik aus koordinieren die mehr als 20 Mitarbeiter ab Mitte Juni alle Einsätze im Rettungsdienst sowie alle Feuerwehralarmierungen in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Traunstein. Träger der ILS ist der Zweckverband. Die vier "Köpfe" der ILS - Verbandsgeschäftsführer Josef Gschwendner, Anton Groschak, sein Stellvertreter Gerhard Jäkel und Systemadministrator Siegfried Fritsch - informierten über den aktuellen Stand des Projekts. Gschwendner übernahm das Thema Qualifikation der Mitarbeiter.

Das Personal der "alten" Rettungsleitstelle musste Schulungen in Punkto Feuerwehr absolvieren. Im September 2009 haben nach Worten des Geschäftsführers alle Mitarbeiter das Feuerwehr-Modul I geschafft, zwei weitere Leute im Januar 2010 das Modul II bei der Berufsfeuerwehr Nürnberg bestanden. Die Einsatzschulungen seien im März und April erfolgreich über die Bühne gegangen.

Den Feuerwehralarmierungsplan erläuterte Anton Groschak. Acht große Projektgruppensitzungen hätten statt gefunden. Verschiedene Untergruppen widmeten sich Spezialthemen wie zum Beispiel der Autobahn A8. Bereits ein Großteil der Feuerwehrkräfte sei für die ILS geschult worden. Derzeit laufe die Feinabstimmung der Planungen. Groschak fasste zusammen: "Bei der Qualifikation sind wir im Plan."

Das Gleiche gilt für das "Spektrum Rettungsdienst" mit Einsatzmittel- und Schnelle-Einsatz-Gruppen-Konzepten. Das betonte Gerhard Jäkel. Am 1. März sei das neue Funkrufsystem eingeführt worden. Siegfried Fritsch beleuchtete die Datenerfassung. Um die 3500 Objekte in den vier Landkreisen seien erfasst, beispielsweise Arztpraxen und Gebäude mit Brandschutzanlage. Im Rettungsdienst seien alle Rettungswachen, Boote und andere Einsatzmittel aufgenommen, eine Einsatzmittelkette entwickelt worden. Seitens der Feuerwehr erfolge die Erfassung und Aufarbeitung der Daten seit einem Jahr. Nach Fritsch hat sich die zentrale Dateneingabe an einem Standort "sehr bewährt".

Zu Fragen von Alfred Landenhammer aus Mühldorf zur Feuerwehr-Alarmierung per Fax verwies der Verbandsgeschäftsführer auf die Möglichkeit von Mehrfach-Faxen, die gleichzeitig verschickt werden könnten. Beim digitalen Funk, der nächstes Jahr kommen soll, geht es nach Auskunft Geschwendners lediglich um den Sprechfunkverkehr: "Die Alarmierung wird nicht digitalisiert, sondern läuft weiterhin über die analogen Funknetze." Deshalb werde es zwei parallele Funknetze geben - wie lange noch, könne er nicht sagen.

In der Sitzung erledigten die Verbandsräte auch Formalien. Sie nahmen den Bericht des Kreisrechnungsprüfungsamtes Altötting über die örtliche Prüfung der Jahresrechnung 2008 zur Kenntnis und stellten die Jahresrechnung fest. Zur überörtlichen Prüfung der Jahresrechnungen 2005 bis 2008 griff Traunsteins Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl eine Prüfanmerkung zur Berechnung des Brandschutznachweises auf. Landrat Steinmaßl hat darauf hausintern im Landkreis Traunstein bereits reagiert: "Der Brandschutznachweis, den Architekten in ihrer Abrechnung haben, hat oft nicht die entsprechende Qualität. Deshalb kürzen wir das Architektenhonorar um die Kosten des Brandschutznachweises. Dabei geht es um einen relativen kleinen Betrag."

Verbandsetat umfasst 2,568 Millionen Euro

Weiter brachte der Verband den Etat 2010 auf den Weg mit 2,008 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 56000 Euro im Vermögenshaushalt. Die vier Landkreise müssen eine Umlage von 530000 Euro aufbringen. Aufgrund der Einwohnerzahlen entfallen auf den Landkreis Altötting 22,02 Prozent oder rund 116 700 Euro, auf das Berchtesgadener Land 20,78 Prozent oder 110138 Euro, auf Mühldorf 22,64 Prozent oder 119061 Euro sowie der Löwenanteil von 34,74 Prozent oder 184101 Euro auf den Landkreis Traunstein.

Den Dank des Landkreises Mühldorf für einen zusätzlichen Rettungswagen seit 1. Januar 2010 an der Rettungswache Waldkraiburg überbrachte Verbandsrätin Susanne Engelmann. Abweichend vom so genannten Trust-Gutachten, das die Zahl der Einsatzmittel vorschreibt, hatten sich das Bayerische Rote Kreuz, der Zweckverband und die Sozialversicherungsträger zusammen beim Freistaat für ein weiteres Fahrzeug stark gemacht. "Waldkraiburg ist mit 24000 Einwohnern die größte Stadt im Rettungsdienstbereich.

Weiterhin befürwortete die Versammlung einen Änderungsantrag des Malteser Hilfsdienstes Traunstein, wonach künftig die "Malteser Rettungsdienst gemeinnützige GmbH", eine Tochtergesellschaft des MHD, die vertraglichen Pflichten erfüllt.

kd/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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