Ein Mannschaftsspieler

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Schulleiter Wolfgang Herbrich (links) wurde von Landrat Hermann Steinmaßl (Mitte) verabschiedet. Herbrichs Nachfolger ist Helmut Gleixner.

Traunstein - Der Leiter der Staatlichen Berufsschulen II und III in Traunstein, Oberstudiendirektor Wolfgang Herbrich, geht in den Ruhestand.

In einer Feierstunde in der festlich geschmückten Schulturnhalle haben ihn die Gäste mit stehendem Applaus verabschiedet. Die Kaufmännische Berufsschule in Traunstein verliert mit Herbrich nicht nur eine hervorragende Lehrer- und Schulleiterpersönlichkeit, sondern auch einen Menschen, der das große Vertrauen seiner Lehrer und Schüler genossen hat.

Der Nachfolger von Herbrich heißt Helmut Gleixner. Bislang war er ständiger Vertreter des Schulleiters in der Staatlichen Berufsschule Wasserburg.

Der Leitende Regierungsschuldirektor Georg Eberl von der Regierung von Oberbayern stellte fest, dass Herbrich nicht nur zwei Berufsschulen, sondern zusätzlich die Berufsfachschulen für Hauswirtschaft, Kinderpflege und Sozialpflege, also zusammen fünf berufliche Schulen, in Personalunion geleitet habe. "Uns allen ist bewusst, welches Arbeitspensum und welche Verantwortung mit dieser Aufgabe verbunden ist", meinte Eberl.

Nach seinem Vorbereitungsdienst hatte sich Herbrich 1974 erfolgreich bei der Verbandsberufsschule Traunstein beworben. 1983 wurde ihm die Funktion des Beratungslehrers übertragen. Drei Jahre später erfolgte die Beförderung zum Studiendirektor. Mit 58 Jahren wurde er 2002 ständiger Vertreter des Schulleiters. Am 1. August 2007 erhielt er dann die Schulleitung der Berufsschulen II und III - genau an jenem Tag, an dem er eigentlich in die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit eintreten wollte.

Herbrich sei durch seine ausgleichende Art Bindeglied zwischen Schulleitung und Kollegium und kompetenter Ansprechpartner des Sachaufwandsträgers gewesen, stellte Landrat Hermann Steinmaßl fest. Er habe ihn als fröhlichen Menschen kennengelernt, der Schüler und Schule geliebt habe. "Sie haben Hilfestellung geleistet, dass Schülern Herz und Charakter entwickeln konnten."

Der stellvertretende Schulleiter der Berufsschule II, Helmut Götzinger, lobte das Klima des Miteinanders, weil jeder gerecht und menschlich behandelt worden sei. Dadurch sei die Berufsschule ein Ort des humanen und produktiven Miteinanders gewesen.

Herbrichs unerschütterlichen Humor hob die stellvertretende Schulleiterin der Berufsschule III, Christiane Elgass, als vordergründigste Eigenschaft hervor. Daneben sei er ein ausgesprochen gebildeter Mensch, der sich kulturell auf sicherem Terrain bewege und gewisse Ansprüche gewohnt sei.

Der Personalratsvorsitzende Gunther Vigerl verglich den Sportler (Fußball und Volleyball) mit dem Schulleiter Herbrich und fand gewisse Parallelen wie außergewöhnliche Belastbarkeit und Einsatzfreudigkeit und Siegeswille. Er suche aus jeder Situation den Abschluss, gebe keinen Ball verloren und verteidige seine Mitspieler gegen Kritik. "Kurzum, er ist ein Mannschaftsspieler", so Vigerl.

In einem weiteren Grußwort betonte Altoberbürgermeister Fritz Stahl die Persönlichkeitsbildung an der Schule. Herbrich habe sich für die Gleichwertigkeit von schulischer und beruflicher Bildung eingesetzt.

Der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, Dr. Josef Amann, nannte Herbrich einen Kooperativpartner, der ihm die Bälle zugespielt habe und stets im Spiel geblieben sei. Die Berufsschule sei ein Leistungspartner für die Unternehmen mit unterschiedlichen Anforderungen.

Dr. Peter Schuppenies, Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Rechtsanwaltskammer München, sagte, der Schulleiter habe die Funktion eines Familienvaters übernommen, indem er junge Menschen und Kollegen geprägt habe. "Es fällt auf, mit welcher Freundlichkeit man als Fremder in seiner Schule begrüßt wird."

Im Auftrag der oberbayerischen Berufsschulleiter sprach Ludwig Ecker, Leiter des Beruflichen Schulzentrums Mühldorf. Als Kapitän habe Herbrich das Kreuzfahrtschiff "MS Traunstein" durch ruhiges Wasser und stürmische See gelenkt. Dabei habe er unbekannte Gewässer durchfahren und fremde Länder betreten.

Die Muskelkraft habe zwar nachgelassen, aber die Kompensation durch die Erfahrung habe einigermaßen Schritt gehalten, sagte Herbrich. "Aus medizinischer Sicht ist das Alter von 65 ein eher willkürlicher Trennstrich." Er gehöre noch nicht zum alten Eisen und wolle deshalb nicht mit voller Kraft in den "Leerlauf" durchstarten.

bjr/Chiemgau-Zeitung

Quelle: chiemgau24.de

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