Maler und Lackierer beklagen Azubi-Mangel

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Traunstein - In der Jahreshauptversammlung der Maler-Innung Traunstein beklagte man den Mangel an Auszubildenden und ärgerte sich über fachfremde Konkurrenz.

Die Maler- und Lackierer-Innung Traunstein hielt am Dienstagabend in der Alpenrose in Traunstein ihre Jahreshauptversammlung ab. Die Anwesenheit der Vertreter der 65 Mitgliedsbetriebe war dabei nur durchschnittlich, was einerseits vielleicht an dem Champions-League Spiel des FC Bayern gelegen haben könnte, andererseits aber auch damit zusammen hing, dass in der Innung keine grösseren Entscheidungen auf der Tagesordnung standen.

Wurde doch erst im vergangenen Jahr der „Generationswechsel“ vom langjährigen Obermeister und jetzigem Ehrenobermeister Hans-Michael Heser aus Unterwössen zum neuen Obermeister Günther Sonderhauser als Ruhpolding vollzogen. Sonderhauser ging in seiner Begrüßungsrede auf das vergangene Jahr ein und hatte für die anwesenden Mitglieder insbesondere eine positive Nachricht im Zusammenhang mit der Lehrlingsausbildung: „Wir bekommen im Rahmen der Modernisierung des Bildungszentrums neue Räumlichkeiten für unser Handwerk.“ Ein bisheriger Schwachpunkt in der Ausbildung, der Bereich „Tapezieren“ könne nun im 3. Ausbildungsjahr im Rahmen eines speziellen Kurses ebenfalls gut gelöst werden.

Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Traunstein-Berchtegadener Land, Gerhard Wittenzellner legte anschließend die Jahresrechnung des abgelaufenen Geschäftsjahres und den Haushaltsplan für das laufende Jahr vor. Die Mittelverwendung wurde einstimmig beschlossen.

Neuwahlen in verschiedenen Ausschüssen

Turnus gemäß standen anschließend die Wahlen für den Prüfungsausschuss an. Hier waren die Meisterbeisitzer bei den Fahrzeuglackierern neu zu bestimmen: Markus Grafetstetter aus Stein an der Traun, Thomas Raue ebenfalls aus Stein sowie Siegfried Häusler aus Traunreut wurden im Amt bestätigt. Bei den Rechnungsprüfern war ebenfalls eine reguläre Neuwahl erforderlich: Ernst Hartl und Tobias Drexler (beide aus Trostberg) übernahmen wieder diese Funktion in der Innung.

Die Versicherungsfachleute Hubert Berger aus Bad Reichenhall und Gabriele Poller aus Petting gingen im Anschluss auf die Vorsorge- und Absicherungsmöglichkeiten im Rahmen der staatlich geförderten Betrieblichen Altersvorsorge ein und stellten heraus, dass gute Angebote für Mitarbeiter im Bereich der immer wichtiger werdenden betrieblichen Altersversorgung auch ein Grund seien könnten, diese langfristig im Betrieb zu halten.

Anton Strell, Ausbildungsakquisiteur der Arbeitsgemeinschaft für Integration Traunstein, ging in seinem Vortrag auf die Situation am Ausbildungsmarkt ein und stellte verschiedene staatliche Fördermöglichkeiten wie den Ausbildungsbonus, abH (Ausbildungsbegleitende Hilfen) für die Betriebe bzw. neue Auszubildende dar. Die Stellvertretende Obermeisterin Gabriele Schneider plädierte dafür auch lernschwächere Schüler zu fördern: „Damit stellen wir auch für die Zukunft sicher, dass wir offene Ausbildungsstellen besetzen können.“ Sonderhauser wies darauf hin, dass die Innung inzwischen aktiv in den Schulen um Auszubildende werbe. Vier Firmeninhaber wiesen in der Diskussion darauf hin, dass man sich bisher vergeblich um Auszubildende bemüht habe.

Der Berufsberater der Arbeitsagentur, Gerhard Lutz, wies darauf hin, dass sich „50 Prozent der Schüler auf 10 Prozent der Berufe fixieren" was die Besetzung offener Lehrstellen in Berufen, die in der Hitliste nicht ganz oben stünden, nicht ganz einfach machen würde. Für über 300 lernschwächere Auszubildende biete man zusätzliche Lernhilfen neben der Berufsschule an.

Verärgert zeigten sich die Maler und Lackierer, dass verstärkt fachfremde Firmen Arbeiten insbesondere im Malerbereich anbieten würden, obwohl die gesetzliche Erlaubnis fehle „filmbindende Anstriche“ anzubringen. Diese Wettbewerbsbeeinträchtigung wolle man so nicht mehr hinnehmen so die einhellige Meinung unter den Innungsmitgliedern.

awi

Quelle: chiemgau24.de

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