Linienbusse werden zunehmend barrierefrei

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Traunstein - Behindertenbeauftragte und RVO sind sich einig: Das Sicherheitstraining für Senioren und behinderte Menschen soll ausgeweitet werden.

Denn Senioren und behinderte Menschen sollen möglicherweise vorhandene Ängste vor dem Busfahren verlieren. Das ist das gemeinsame Ziel der Behindertenbeauftragten des Landkreises Traunstein, Christine Marino, sowie des Unternehmens Oberbayernbus (RVO). Nachdem die Rückmeldungen zu einem Ende Oktober durchgeführten ersten praktischen Bussicherheitstraining durchweg positiv sind, sollen ähnliche Veranstaltungen in Zukunft auch in den größeren Kommunen des Landkreises Traunstein angeboten werden.

Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, sowie Menschen mit einer Behinderung stoßen im öffentlichen Nahverkehr immer wieder auf Barrieren. Die Schwierigkeiten stecken meistens im Detail. Sie beginnen zum Beispiel bei der (Nicht-)Erreichbarkeit von Haltestellen und hören mit den Tücken beim Ein- und Aussteigen noch lange nicht auf. Aber auch Mütter und Väter, die etwa mit dem Kinderwagen den Bus nehmen wollen, können ein Lied von den damit verbundenen Unwägbarkeiten singen.

Die meisten Busunternehmen haben diese Probleme allerdings schon lange erkannt. Vor allem die Bahntochter „Oberbayernbus“ – besser bekannt unter ihrem traditionellen Kürzel RVO – will als einer der bedeutendsten Personenbeförderer in der Region ein gutes Beispiel geben. Michael Schmidt, Leiter der Traunsteiner Niederlassung: „Drei Millionen Menschen fahren jährlich mit uns mit. Täglich setzen wir allein im Landkreis Traunstein rund 70 Busse ein. Zwei Drittel der Fahrzeuge sind bereits rollstuhlgerecht. Trotzdem oder gerade deshalb wollen wir von den Betroffenen wissen, was wir noch besser machen können.“

Für Christine Marino hat diese Bereitschaft, noch stärker auf die Bedürfnisse behinderter Menschen einzugehen, eine wichtige Signalwirkung. „Mobilität und Barrierefreiheit sind die wichtigsten Bausteine zur Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft“, weiß sie aus ihrer Arbeit im Traunsteiner Landratsamt. Nicht jedem behinderten Menschen stünden zu jeder Zeit ein Auto oder gar ein Fahrer aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis zur Verfügung. „Wenn ein öffentliches Nahverkehrsunternehmen von sich aus bemüht ist, die Situation zu verbessern, sollte man dieses Angebot auch annehmen und aktiv daran mitarbeiten“, so die Behindertenbeauftragte.

Der Erfolg des ersten Bussicherheitstrainings in Traunstein gibt ihr Recht. Insgesamt 25 behinderte und nichtbehinderte Menschen nahmen an dieser „Premiere“ teil und übten zusammen mit dem für die Fahrerausbildung zuständigen RVO-Mitarbeiter Marco Weikelt vor allem das richtige Ein- und Aussteigen sowie den Umgang mit einer Gehhilfe im Bus. In ihren teils schriftlichen Rückmeldungen zeigten sie sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung, regten aber auch die nähere Behandlung von wichtigen Punkten wie Haltestellenansagen und die Lesbarkeit von Fahrplänen an.

„Vor allem unsere Städte und Gemeinden sollten jetzt von dem Angebot zu weiteren lokalen Trainingsveranstaltungen Gebrauch machen“, so Landrat Hermann Steinmaßl. Denkbar wäre es auch, dass sich zwei oder drei Kommunen dabei zusammenschließen. Auf Anfrage stellt der RVO jederzeit einen seiner rollstuhlgerechten Busse zur Verfügung. Nähere Auskünfte gibt es auch bei Christine Marino oder Gertraud Kecht im Landratsamt unter Tel. 0861/58-365.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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