"Dorena war eine ganz Liebe!"

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Traunstein - Die Mutter des Angeklagten hat im Prozess gegen ihren Sohn eine Aussage gemacht - sie verzichtete damit auf ihr Recht, die Aussage zu verweigern.

Die Mutter des Angeklagten sagte aus, sie habe die Beziehung zwischen ihrem Sohn und Dorena als "ein Auf und Ab" erlebt: "Mal stritten sie sich, mal liebten sie sich." Dorena Weber war für die 48-Jährige "eine ganz Liebe". Überrascht sei sie gewesen, als ihr Sohn im September 2010 plötzlich wieder in seiner thüringischen Heimat aufgetaucht war. Sie habe versucht, nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn mit dem Angeklagten zu reden, aber er habe komplett offen gelassen, ob er die Tat begangen habe oder nicht.

Auf die Frage des Richters, weshalb sie denn vor Gericht eine Aussage mache, brach die 48-Jährige in Tränen aus: "Ich habe versucht, mich in die Situation von Dorenas Oma und Mutter hineinzuversetzen."

Die erste Aussage am zweiten Prozesstag brachte Schauerliches zu Tage: Laut Zeugin Katja R. soll der 29-jährige Angeklagte Dorena bereits im Juni 2010 in der Öffentlichkeit geschlagen haben. Ein Streit sei am 29. Juni 2010 an der Traun derart eskaliert, dass sich der Angeklagte auf seine Freundin gekniet, sie geschlagen und gewürgt habe. Als R. und ihre Freundin Dorena zu Hilfe eilten, habe sich der 29-Jährige aus dem Staub gemacht, so die Aussage. Das bestätigt auch die Freundin von Zeugin R., die Polizistin Verena W. Sie habe den Angeklagten noch verfolgt, aber nicht einholen können.

Dieser Übergriff vom Juni wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Der zuständige Polizist Manfred L. hatte damals auch Fotos von Webers Verletzungen gemacht, allerdings zog Dorena die Anzeige zurück - sie hatte sich mit dem Angeklagten verlobt.

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Das blieb nicht der einzige Angriff, den der 29-Jährige auf seine Verlobte unternommen habe: Auch am 5. September wurde eine Körperverletzung bei der Polizei gemeldet. Polizist Thomas H. fuhr zur Wohnung der Getöteten, er war wegen häuslicher Gewalt verständigt worden. Als H. an der Wohnung ankam, habe Dorena ein blaues Auge und ein gerötetes Gesicht gehabt. Der 29-jährige Angeklagte wurde in Sicherheitsgewahrsam genommen, die Polizei wollte ein Kontaktverbot aussprechen. Dorena Weber lehnte das aber ab - sie hätte sich mit dem Angeklagten wieder versöhnt.

Beim ersten Prozesstag am Dienstag schwieg der Angeklagte zu allen Vorwürfen, die ihm zur Last gelegt werden. Dafür machte der zuständige Ermittlungsbeamte Wolfgang S. seine Aussage. Er berichtete über die Festnahme des 29-Jährigen und die Ermittlungen im Fall Weber. Auch ihr ehemaliger Vermieter kam zu Wort und beschrieb mit allen schockierenden Details, wie er die Leiche des Opfers in dem Küchenschrank entdeckt hat.

Zuerst habe er an seine Mieterin eine Kündigung geschickt, die allerdings unbeantwortet blieb. Daraufhin habe er im August 2011 angefangen die Wohnung Stück für Stück auszuräumen. “Dabei ist mir in der Küche dann das kleine Schränkchen aufgefallen, dass mit Folie umwickelt war. Ich habe zuerst gedacht, dass es neu ist. Doch als ich versuchte es mit dem Fuß wegzuschieben, merkte ich, wie schwer es eigentlich war. Deshalb riss ich die Folie weg, machte den Deckel auf und habe dann die Bescherung gesehen.”

Leiche im Küchenschrank - Mann vor Gericht

Leichenfund in Traunstein

Aus dem Video-Archiv

Daniela Feigl/Patrick Steinke

Quelle: chiemgau24.de

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