Langzeitarbeitslose verschönern Almen

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Damit die typische Chiemgauer Almlandschaft erhalten bleibt, muss der natürliche Gehölzanflug jedes Jahr entfernt werden

Traunstein - Auch in diesem Jahr konnte der Verband der Forstberechtigten im Chiemgau e.V. mit finanzieller Unterstützung des Landschaftspflegeverbandes das Projekt „Schwenden mit Zwei-Euro-Jobs“ durchführen.

Die Schwerpunkte lagen heuer im Bereich Obere Hemmersuppenalm, Thoraualm und Rauschbergalm. „Super is ganga mit den Arbeitern auf der Alm – es liegt nimmer viel umernand“, freuen sich die Almbauern.

„Schwenden“ ist der Fachausdruck für das maschinelle und manuelle Freihalten der Almen von natürlichem Gehölzanflug. Für die Bauern, die ihre Talbetriebe meist im Nebenerwerb bewirtschaften müssen, wird es immer schwieriger, die hoch gelegenen Lichtweiden zu erhalten. Sie wachsen langsam zu, weil für das notwendige „Schwenden“ oft die Zeit und das Personal fehlt. Dabei bilden die Almen gerade mit ihren Lichtweideflächen einen charakteristischen Bestandteil des Landschaftsbildes im Chiemgau. Die hier vorhandene Flora und Fauna mit ihren Biotopen ist aus naturschutzfachlicher Sicht äußerst wertvoll. Maria Stöberl vom Verband der Forstberechtigten und Jürgen Sandner vom Landschaftspflegeverband sind sich in diesem Punkt einig: Die Erhaltung dieser seit Jahrhunderten gewachsenen alpenländischen Kulturlandschaft ist ein großes gemeinsames Anliegen.

Das schon vor einigen Jahren auf Initiative von Landrat Hermann Steinmaßl vom Verband der Forstberechtigten ins Leben gerufene Projekt „Schwenden mit Ein-Euro-Jobs“ wird seit Juli 2008 von einem speziell ausgebildeten Landwirt begleitet, der vom Landschaftspflegeverband bezahlt wird. Er leitet den „Schwend-Trupp“ an und achtet darauf, dass die Unfallverhütungsvorschriften und fachlichen Vorgaben eingehalten werden. Der Maschinenring Traunstein übernimmt die Stundenabrechnung des „Schwendtruppleiters“ zusammen mit dem Landschaftspflegeverband, und der Landkreis Traunstein tritt als Projektträger auf. Dieses Zusammenspiel führt in der Praxis zu einem großen Erfolg.

Für Steinmaßl, der auch Vorsitzender des Verbands der Forstberechtigten ist, werden damit gleich drei Ziele auf einmal erreicht: Flora und Fauna mit ihren Biotopen werden geschützt, die Hochalmen als touristische Anziehungspunkte erhalten, und Menschen, die seit längerer Zeit ohne Arbeit sind, wird das Gefühl vermittelt, wieder gebraucht zu werden. Auf jeden Fall soll auch im kommenden Jahr wieder ein „Schwend-Trupp“ eingesetzt werden.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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