Steuerwettbewerb zwischen Gemeinden?

Gewerbesteuer: Die teuersten und günstigsten Orte im Landkreis

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Landkreis Traunstein - Die Gewerbesteuer ist für viele Gemeinden die wichtigste Einnahmequelle überhaupt - und jede Kommune kann die Höhe selbst festsetzen. Wo ist es für Unternehmen am günstigsten und teuersten?

Kurz gesagt: In der nördlichen Hälfte des Landkreises müssen die heimischen Unternehmen am wenigsten Gewerbesteuer zahlen, im Süden sind die Abgaben an die Kommunen dagegen umso höher - das ergibt der Vergleich aller 35 Kommunen im Landkreis Traunstein. 

Die teuersten und günstigsten Gemeinden im Landkreis Traunstein

Mit einem Gewerbesteuerhebesatz von 380 liegen Reit im Winkl, Inzell, Surberg und Grassau an der Spitze im Landkreis, dicht gefolgt von Traunstein mit einem Hebesatz von 375. Am wenigsten steuern die Unternehmen dagegen in Palling und Kirchanschöring zum Gemeindehaushalt bei: hier liegt der Hebesatz bei 310. Ebenfalls vergleichsweise niedrig fällt die Gewerbesteuer in Engelsberg, Tacherting und Petting mit einem Hebesatz von 320 aus. Alle Zahlen stammen aus dem Jahr 2016 und basieren auf einer Auskunft von bayerischem Innenministerium und Landesamt für Statistik.

Zwei Kommunen haben Steuersatz seit 1991 sogar gesenkt

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Auch interessant: Nicht alle Kommunen haben in den vergangenen Jahrzehnten die Steuersätze erhöht. Verglichen mit dem Jahr 1991 wurden die Hebesätze in Fridolfing und Palling sogar um 20 Punkte gesenkt. Am stärksten angehoben wurden die Gewerbesteuersätze seit 1991 dagegen in Grassau, Reit im Winkl, Traunstein (jeweils um 40 Punkte) sowie in Surberg (um 50 Punkte). Von den vier Städten im Landkreis hat Traunreut mit 340 den niedrigsten Gewerbesteuerhebesatz. Zum Vergleich: In München, der bayerische Spitzenreiter, liegt man bei 490.

Die zu zahlende Gewerbesteuer basiert auf dem Gewerbesteuermessbetrag - der richtet sich wiederum vor allem nach dem erwirtschafteten Gewinn eines Unternehmens. Ein Beispiel: Bei einem Gewinn von 100.000 Euro und einem Gewerbesteuerhebesatz von 350 fallen letztendlich 8023,75 Euro Gewerbesteuer an

Einem endlosen Steuerwettbewerb zwischen den Gemeinden wurde 2004 übrigens ein Riegel vorgeschoben: Seitdem gilt in Deutschland ein Mindest-Hebesatz von 200. So soll die Tendenz hin zu "Steueroasen" ausgebremst werden, in denen Gründer ihre Firmen ansiedeln, um eine möglichst geringe Gewerbesteuer zu zahlen. Für die Kommunen stellt die Gewerbesteuer neben der Grundsteuer die einzige wesentliche Einnahmequelle dar, die für sie beeinflussbar ist. Sie ist jedoch sehr konjunkturabhängig, so dass die Gemeinden nicht mit stetigen Einnahmen planen können.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Fotomontage mg/dpa

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