Feldbegehung auf Demonstrationsbetrieb

Zwischenfruchtanbau: Gewässer- und Bodenschutz

Landkreis Traunstein - "Vorstellung von Öko-Zwischenfruchtmischungen nach Winterweizen", so lautete das Motto einer Informationsveranstaltung auf dem Demonstrationsbetrieb für Gewässerschutz von Peter Auer in Saaldorf-Surheim.

Das bayernweite Netzwerk dieser Demonstrationsbetriebe ist ein wesentlicher Baustein des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Rahmen des Wasserpakts. Es bietet eine Plattform für den gegenseitigen fachlichen Erfahrungsaustausch und informiert auf den Betrieben über einen nachhaltigen und ressourcenschonenden Umgang mit Gewässern und Grundwasser, Boden und Klima.

Felderbegehung in Saaldorf-Surheim

Über 50 Landwirte und Schüler der Landwirtschaftsschule Traunstein waren der Einladung des Fachzentrums Agrarökologie vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Pfaffenhofen/Ilm gefolgt.Die Praktiker konnten sich dabei über die unterschiedlichen Vorzüge und Wirkungen verschiedener Saatgutmischungen für den Zwischenfruchtanbau informieren, die für den Anbau im ökologischen Landbau geeignet sind. Max Stadler, Pflanzenbauberater am Fachzentrum Agrarökologie, wies in seiner Begrüßung nicht nur auf den Wert von Zwischenfrüchten für eine hohe Bodenfruchtbarkeit hin, sondern betonte auch den Nährstoffrückhalteeffekt für die Reinhaltung von Grund- und Oberflächengewässer. Als "erwünschte Nebenwirkung" biete ein vielfältiger Acker außerdem Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten für Insekten und Wild.

Ziel des Einsatzes von Pflanzen mit so wohlklingenden Namen wie "Ramtillkraut", "Bienenfreund" oder "Abessinischer Senf" ist es, den Boden vor Nährstoffverlusten durch Auswaschung oder Erosion zu schützen. Aber auch andere Pflanzen wie Rettich, Ackerbohnen oder Buchweizen helfen beim Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und der Reinhaltung unseres Wassers, indem sie sich positiv auf Humusaufbau, Bodengefüge und Wasserhaltevermögen der Ackerkrume auswirken. Entscheidend dabei ist das funktionierende Zusammenspiel von Fruchtfolge, Düngung und Auswahl der Zwischenfruchtmischungen, um eine bestmögliche Wirkung auf Umwelt, Wasser und vor allem die Tätigkeit der Regenwürmer als Indikator für eine hohe Bodenfruchtbarkeit zu erzielen.

Aber nicht nur die Bodenstruktur profitiert von regem Bodenleben. Die langen bis in 1,50 Meter Tiefe reichenden Röhren beispielsweise, die die Tauwürmer anlegen, sorgen für eine gute Durchlüftung des Bodens. Und diese kann - vor allem in Hinblick auf immer häufiger auftretende Starkregenereignisse - in ihrer Drainagewirkung entscheidend sein: denn nur wo Luft im Boden ist, ist auch Platz für Wasser! Dass immer mehr Landwirte auf nachhaltiges Wirtschaften mit Zwischenfruchtanbau setzen, lässt sich besonders im Herbst an den blühenden Ackerflächen erkennen. Und so bringt die Vielfalt auf dem Acker nicht nur etwas für Boden, Wasser und Tierwelt, sondern auch für Imker, Jäger und die Bevölkerung.

Pressemitteilung AELF Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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