Blühender Landkreis Traunstein

Zwei Fußballfelder Lebensraum für Bienen und Co.

Landkreis Traunstein - Gut zwei Fußballfelder groß ist die Fläche im Gebiet Schönegart bei Übersee, auf der seit ein paar Wochen Gräser, Blumen und Kräuter in allen Farbschattierungen wachsen.

Der Landkreis Traunstein, dem das knapp 1,6 Hektar große Areal gehört, wollte hier ein gutes Beispiel geben und hat einen idealen Lebensraum für Bienen und andere wichtige Insekten geschaffen. Landrat Siegfried Walch ließ sich das Projekt bei einem Vorort-Termin am Donnerstag von seinen Naturschutz- und Landschaftspflege-Experten erläutern. Dabei nutzte er die Gelegenheit, dem Kreisvorsitzenden des Verbands Bayerischer Bienenzüchter Peter Bichler einen symbolischen Scheck über 7500 Euro zur Förderung der Bienengesundheit zu übergeben.

Vom Tauschgrund zur Blumenwiese

Bereits 1981 hat der Landkreis Traunstein die Fläche in Schönegart erworben. Ursprünglich war sie als Tauschgrund für die Überseer Bahnunterführung gedacht. Da dies jedoch nicht nötig war, wurde sie bis Ende 2015 verpachtet und landwirtschaftlich genutzt. Nach der Kündigung durch den Pächter wurde dem Grund eine neue Bestimmung als zusammenhängende Ausgleichsfläche für Bauvorhaben des Landkreises zuteil.

In enger Zusammenarbeit planten Untere Naturschutzbehörde und Kreisfachberatung für Gartenbau und Landschaftspflege beim Landratsamt sowie der Landschaftspflegeverband das Gebiet zur abwechslungsreichen Blumenwiese um. Die Anlage und Aussaat der rund 40 Arten übernahm im Frühjahr der Überseer Landwirt Hans Maier - mit weithin sichtbarem Erfolg: Zurzeit blühen Ackerwildkräuter wie Kornblumen und Klatschmohn, ab kommendem Jahr und dann für immer die einheimischen, typischen Wiesenblumen wie Margeriten, Bocksbart, Wiesensalbei, Margeriten, Flockenblumen und viele Arten mehr.

7500 Euro für die Bienen

Für Landrat Siegfried Walch, der heuer die Initiative "Blühender Landkreis Traunstein" ins Leben gerufen hat, ist das Projekt ein hervorragendes Beispiel für ein erfolgreiches Miteinander von Naturschutz und Landwirtschaft. An Ort und Stelle übergab er dem Kreisvorsitzenden des Verbands Bayerischer Bienenzüchter Peter Bichler einen symbolischen Scheck über 7500 Euro zur Förderung der Bienengesundheit. Vor allem die Varroamilbe und die Amerikanische Faulbrut stellen für Bienenvölker eine ständige Bedrohung dar. Ohne Bekämpfung gehen sei bei einem Befall innerhalb weniger Jahre zugrunde. Bei den Bekämpfungsmaßnahmen werden die Imker finanziell von der EU und dem Landkreis unterstützt.

Honig kann Bienen krank machen

Auch jeder einzelne Verbraucher kann einen Beitrag zur Erhaltung der Bienengesundheit leisten. Keinesfalls sollte Honig an Bienen verfüttert werden.Zudem sollten Honiggläser vor der Entsorgung gründlich gereinigt und verschlossen werden, um die Übertragung von Krankheiten zu verhindern. Da die Bakterien der Amerikanischen Faulbrut als Sporen jahrelang überleben, können sie auch mit dem Honig transportiert werden. Für den Menschen stellt dies keinerlei Gefahr dar, aber Bienen können die Sporen über den Honig aufnehmen und dadurch ihr Volk gefährden. Gerade in dieser Jahreszeit beginnen die Bienen überall nach Futter zu suchen, auch nach Honigresten im Glascontainer. Da in Deutschland die Amerikanische Faulbrut konsequent bekämpft wird, findet man in deutschem Honig kaum Sporen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass Importhonig in rund 70 Prozent der Fälle mit Sporen belastet ist. Grundsätzlich sollten deshalb nur gründlich gereinigte Honiggläser entsorgt werden.

Pressemeldung Landratsamt Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Landratsamt Traunstein

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