Noch mehr Landwirte sollten mitmachen

Nachhaltigkeitsberatung für den Waginger See

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Landwirtschaftsamt und Bauernverband zogen Bilanz der bisherigen Seenberatung.

Landkreis Traunstein - Bauernverband (BBV) und Landwirtschaftsamt waren sich einig, dass noch mehr Landwirte im Einzugsgebiet des Waginger Sees das Beratungsangebot des AELF Traunstein nutzen sollten, um den ökologischen Zustand des Sees durchschlagend zu verbessern.

Bei der sogenannten Seenberatung steht zwar der Schutz des Waginger und Tachinger Sees im Vordergrund, der gesamtbetriebliche Beratungsansatz hilft aber generell, eine nachhaltige und umweltfreundliche Landwirtschaft voran zu bringen. Denn wie Seenberater Rupert Brandmayer erläuterte, wird auf Grundlage der konkreten Nährstoffbilanz des Betriebes, den Bodenuntersuchungsergebnissen und den betrieblichen Zielen des Landwirtes für jede Kultur gemeinsam ein individuell angepasster Düngeplan erstellt, der zugleich Nährstoffeinträge in den See vermeiden helfen soll. 

Nachhaltigkeitsberatung

Die Beratung beinhaltet zudem Tipps für den Anbau von Zwischenfrüchten auf Äckern oder zur Optimierung des Grünlandes sowie sonstiger Produktionseinrichtungen wie beispielsweise Fahrsilos.Darüber hinaus gehören Feldvorführungen und Gruppenberatungen ebenso zur "Nachhaltigkeitsberatung" wie Hinweise zum Kulturlandschaftsprogramm und Gülleausbringtechnik. Kathrin Geiger, die zweite Beraterin, konnte anhand der ausgewerteten Nährstoffbilanzen zeigen, dass einerseits die häufig verwendete Feld-Stall-Bilanz die tatsächliche Nährstoffflüsse unterschätzt und andererseits zum Teil beträchtliches Optimierungspotential im Fütterungs- und Düngemanagement besteht.

Die Besprechung mit der Führung und den betroffenen Ortsobleuten des BBV-Kreisverbandes Traunstein wurde genutzt, Bilanz über die dreijährige "Seenberatung" zu ziehen. So hätten in dieser Zeit bereits viele Landwirte um den Waginger/Tachinger See die ausführliche Beratung genutzt und entsprechende Empfehlungen umgesetzt. Dass überproportional viele Bauern aus diesem Bereich seither auf Bio-Landwirtschaft, bodennahe Gülleausbringung und weitere Umweltmaßnahmen des Kulturlandschaftsprogrammes umgestellt haben, ist sicherlich der intensiven Aufklärungsarbeit seitens des AELF wie auch der Anerkennung als Ökomodellregion zu verdanken. "Jetzt gilt es aber, diese ersten Erfolge weiter auszubauen", waren sich Amtschef Alfons Leitenbacher und Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer einig. 

Mit Blick auf die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie verwies Leitenbacher auf die herausragende Verantwortung der Landwirte für den Gewässerschutz. Von Seiten der Politik werde zwar in weiten Teilen noch auf Selbstverantwortung und Freiwilligkeit der Bauern gesetzt, die Diskussion um das verschärfte Düngerecht zeige aber, dass die staatliche Reglementierung Schritt für Schritt zunehme, solange keine wesentliche Verbesserung der Gewässerqualität feststellbar ist. Bereichsleiter Rolf Oehler stellte in diesem Zusammenhang die einzigartige Chance der Seenberatung für die Landwirte heraus.

Einzelbetriebliche staatliche Produktionstechnik-Beratung gebe es in Bayern nicht mehr, speziell für die Landwirte um den Waginger–Tachinger See habe das Staatsministerium aber zusätzliche Mittel für Berater bereitgestellt. Oehlers Apell an die Landwirte lautete daher:"Nutzen Sie dieses einmalige kostenlose Beratungsangebot für eine nachhaltige Landwirtschaft! Als Betriebsleiter können Sie nur profitieren davon."

Pressemitteilung AELF Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

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