AELF appelliert an Landwirte

Blühende Wiesenecken länger stehen lassen!

Landkreis Traunstein - Trockene Buckel, Waldrandbereiche, ungünstige Flächenformen, nasse Wiesen oder Randstreifen von Bächen sollten zum Schutz der Artenvielfalt später und seltener gemäht sowie weniger gedüngt werden.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) appelliert an alle Landwirte, bei der bevorstehenden Siloernte einen kleinen Teil von blühenden Wiesen stehen zu lassen, um der Insekten- und Vogelwelt sowie dem Niederwild wieder mehr Lebensraum zu geben. Auch jeder Gartenbesitzer kann seinen Beitrag dazu leisten.

In Kürze ist es wieder so weit: Die Wiesen werden das erste Mal gemäht. Um möglichst energiereiches Futter für die Kühe zu gewinnen und damit den Zukauf von meist überseeischem Sojaschrot und anderen eiweißreichen Futtermitteln zu reduzieren, hat sich der Mähzeitpunkt immer weiter nach vorne verschoben und die Häufigkeit der Schnitte erhöht. Mit negativen Folgen für die Artenvielfalt auf unseren Wiesen. Nur wenige Blütenpflanzen wie der Löwenzahn oder der Hahnenfuß halten eine solche Bewirtschaftung aus. Und sogar diese "Allerweltsarten" können kaum mehr abblühen.

Nicht alle Wiesen komplett mähen

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein appelliert daher an die Landwirte, nicht alle Wiesen komplett und gleichzeitig zu mähen. Denn nicht alle Wiesen sind vom Boden und von der Lage her gleich ertragreich. Jeder landwirtschaftliche Betrieb hat auch magerere Standorte, trockene Hänge oder Kuppen, Wiesen mit ungünstiger Flächenform, untersonnte Waldrandbereiche oder staunasse Flächen. Es macht wenig Sinn, solche Wiesen genauso wie tiefgründige Hochleistungsstandorte zu bewirtschaften. Deshalb sollten solche Wiesen später und seltener gemäht und auch weniger bis gar nicht gedüngt werden. "Im Umfang von fünf bis zehn Prozent älteres Silo oder Heu von solchen Flächen mindert die Effizienz in einem Milchviehbetrieb praktisch nicht", wie Peter Dufter, der Leiter des Fachzentrums Rinderhaltung am AELF Traunstein betont, "bringt aber viel für die Insektenwelt, die Singvögel und nicht zuletzt für unser heimisches Wild". Denn der spätere Schnitt ist zum Verfüttern an trockenstehende Milchkühe oder auch für das Jungvieh, die kein so eiweißreiches Gras brauchen wie melkende Kühe, hervorragend geeignet. Und nicht zuletzt sind "blühende Wiesenecken" einfach auch für das Auge schön!

Aber nicht nur Landwirte können etwas für die Artenvielfalt tun. Auch jeder Gartenbesitzer sollte sich überlegen, ob er seinen Rasen tatsächlich jede Woche komplett abrasieren muss. In jedem Garten hat auch eine "blühende Wiesenecke" für Bienen, Schmetterlinge & Co. Platz! Veränderung fängt bei jedem selbst an.

Pressemitteilung AELF Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © AELF Traunstein

Zurück zur Übersicht: Landkreis TS

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser